Arbeiterkammer: Betriebe sollen Fachkräfte selbst ausbilden

Die Ausbildung in Österreich soll verbessert werden. Unternehmen beklagen, dass Bewerber mit zu wenigen Kenntnissen aus der Schule kommen. die Arbeiterkammer verweist auf Weiterbildungsprogramme während der Ausbildung. Unternehmen müssten mehr davon Gebrauch machen.

In der aktuellen Debatte um die Ausbildung in Österreich geht es zu oft um fehlende Qualifikationen der Lehrlinge. Aber auch Betriebe bilden oft nicht gut genug aus, wenn es nach der Arbeiterkammer geht. „Die Betriebe jammern zu viel und tun zu wenig“, sagt AK-Präsident Rudi Kaske zur aktuellen Diskussion um den Rückgang der betrieblichen Lehrstellen. „Wer in den nächsten Jahren gute Fachkräfte braucht, muss sie jetzt ausbilden.“

Die Betriebe beklagen, dass Lehrstellenbewerber oft mit zu wenigen Kenntnissen aus der Schule kommen. Es gibt aber seit 2008 besondere Förderungen, die Lehrlinge beim Nachholen von Grundqualifikationen unterstützen. Diese werden von den Betrieben jedoch nur zu einem Bruchteil abgerufen. „Hier könnten die Betriebe viel mehr tun, ohne dass es sie auch nur einen Cent kosten würde“, sagt Kaske. „Diese Unterstützung sollten die Betriebe viel mehr annehmen.“

Die AK befragt seit Jahren regelmäßig Lehrlinge zu ihren Erfahrungen in der Ausbildung: Immer wieder klagen die Jugendlichen über respektlose Behandlung, wenig Zeit für die Ausbildung und oft einseitige Ausbildung. Bei Konflikten im Betrieb fehlen vor allem in kleinen Betrieben Ansprechpersonen für die Jugendlichen. „Mehr Lehrausbildung in den Betrieben ist gut für alle“, sagt Kaske.

„Die Lehrlingsausbildung ist der bildungspolitische Exportschlager Österreichs. Kein anderer Teil des österreichischen Bildungswesens erregt international ähnlich hohe Aufmerksamkeit“, betont der Leiter der bildungspolitischen Abteilung der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Michael Landertshammer.

Nach wie vor wählen rund 40 Prozent der Jugendlichen einen von über 200 Lehrberufen. Die Lehre ist damit einerseits der bedeutendste Bildungsweg der 15- bis 19jährigen, kämpft aber andererseits mit Imageproblemen. „80 Prozent der Jugendlichen absolvieren eine Lehre oder berufsbildende Schule, das ist die Basis unserer wirtschaftlichen Erfolge“, so Landertshammer.

Die Jahresstatistik von 2013 zählte insgesamt 120.579 Lehrlinge und 32.189 Ausbildungsbetriebe. Im Jahresdurchschnitt 2013 gab es einen Überhang an offenen Lehrstellen von 3.919.

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  1. Werner sagt:

    „…Unternehmen beklagen, dass Bewerber mit zu wenigen Kenntnissen aus der Schule kommen…“

    Das bezeugen auch (unfreiwillig ! ) massenhaft die Kommentare auf DMN & DWN !

    mfg. Werner