Daimler spürt Auswirkungen der Russland-Sanktionen

Daimler-Chef Zetsche spürt die Sanktionen gegen Moskau in seinem Geschäft. Im ersten Halbjahr schaffte das Russland-Geschäft des Konzerns noch 20 Prozent plus. Dies geht „im Momentum nach unten“, so Zetsche.

Der Autobauer Daimler bekommt die Auswirkungen der Sanktionen des Westens gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise zu spüren. „Im ersten Halbjahr haben wir noch 20 Prozent plus im Russland-Geschäft gemacht, jetzt geht das Momentum nach unten“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche der Bild am Sonntag. „Die russische Wirtschaft war schon vor der Krise in einer schwierigen Phase und ist jetzt weiter beeinträchtigt. Das wirkt sich auf den russischen Pkw-Markt aus und damit auch auf Daimler.“ Dennoch steht Zetsche schärferen Sanktionen gegen Russland – für den Stuttgarter Autohersteller noch ein kleiner aber nicht unwichtiger Markt – nicht ablehnend gegenüber: „Es gilt ganz klar das Primat der Politik. Die Wirtschaft hat sich auf die Bedingungen einzustellen, die die Politik setzt – unabhängig von den direkten Konsequenzen“, sagte der Manager.

Daimler fährt seit 2013 eine Modelloffensive. Vor allem die neue S-Klasse, die rentabelste Mercedes-Nobellimousine, und die aufgehübschte E-Klasse spülen Geld in die Kasse. So kletterte im zweiten Quartal der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) aus dem laufenden Geschäft um zwölf Prozent auf 2,46 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz legte um sechs Prozent auf 31,5 Milliarden Euro zu.

Daimler ist zusammen mit der Entwicklungsbank EBRD mit 15 Prozent an dem russischen Lkw-Bauer Kamaz beteiligt. Die Stuttgarter lassen in zwei Gemeinschaftsunternehmen in dem Land Lastwagen der Marken Mercedes-Benz und Fuso montieren, die besonders robust und damit an die dortigen Straßenverhältnisse angepasst sind.

Kommentare

Dieser Artikel hat 2 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. W.Schulz sagt:

    Jetzt muss man die Russen nur noch davon überzeugen, dass der chinesische Qoros ein durchaus verlässliches und wettbewerbsfähiges Fahrzeug und Mercedes-Status nicht nötig ist.

  2. Umkreis-Institut sagt:

    Auch Daimler-Chef Zetsche wiederholt den alten einheitsstaatlichen Unsinn, den Außenminister Steinmeier und andere ihm vorbeten, s. dazu hier:

    Die dumme deutsche Politik will einen Wirtschaftskrieg gegen Russland – Und die dumme deutsche Wirtschaft macht mit – Zum überholten Primat der Politik

    http://www.umkreis-institut.de/umkreis-online/zum-ueberholten-primat-der-politik-die-dumme-deutsche-politik-will-einen-wirtschaftskrieg-gegen-russland-und-die-dumme-deutsche-wirtschaft-macht-mit-primat-191/