Im Netzwerk gelingen Innovationen schneller

Im Netzwerk mit Geschäftspartnern finden Innovationen häufiger und schneller statt. Viele Firmen verlassen sich zu sehr auf ihre eigene F&E-Abteilung. Sie bleiben „zu konservativ“ und investieren nicht genug. Dadurch riskieren sie Wettbewerbsnachteile.

In den nächsten zehn Jahren werden sich produzierende Unternehmen aller wichtigen Branchen intensiver mit offenen und kollaborativen Ansätzen für Innovation beschäftigen, so eine neue Studie von PA Consulting Group (PA) und ESB Business School Reutlingen, die den Deutschen Mittelstands Nachrichten vorliegt. Der Report zu zentralen Trends in Innovationsstrategie rechnet für interne Innovationsmodelle – wenn sich Firmen auf ihre eigenen F&E Abteilungen verlassen – mit einem Rückgang um 23 Prozent bis 2025.

Im gleichen Zeitraum werden kollaborative Netzwerke – wenn Hersteller mit Technologie- und Forschungspartnern zusammenarbeiten – um 50 Prozent zunehmen, in der Autobranche sogar um 200 Prozent. Heute kooperieren jedoch erst zehn Prozent der Studienteilnehmer regelmäßig mit Technologiepartnern, während 50 Prozent nur auf ihre eigenen F&E Mitarbeiter zurückgreifen. Lieferanten und soziale Netzwerke werden als Innovationsquellen derzeit noch gering geschätzt.

„Innovation ist ein Wachstumstreiber und daher ein strategisches Investitionsfeld. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Unternehmen kollaborativere und globalere Innovationsmodelle etablieren müssen“, sagt Thomas Brand, Innovationsexperte bei PA Consulting Group. Heute sind viele Firmen noch zu konservativ und zurückhaltend bei Innovationen – mit größerem Fokus auf Marktdurchdringung als auf Diversifizierung, die neue Wachstumschancen birgt.”

Zugleich zeigt die Studie, dass die Verlagerung von F&E Investitionen von Industrienationen zu aufstrebenden Märkten strategisch wichtiger wird – Maschinen- und Anlagenbau ist hier heute führend. Industrieübergreifend wird sich bis 2025 knapp ein Fünftel der Investitionen in Innovation zu neuen – vor allem asiatischen – Märkten verschieben. Unternehmen mit über 5 Milliarden Euro Umsatz gehen hier voran. 70 Prozent der Teilnehmer sehen China als Zielmarkt für F&E Investitionen. Bisher sind Wiederverwertung technischer Lösungen, bessere Abstimmung zwischen F&E und Supply Chain sowie Lean in F&E Prozessen unterschätzte Effizienzhebel.

Der Studie zufolge gibt es konservative Innovatoren, zum Beispiel Aerospace. Sie investieren unter 5 Prozent vom Umsatz in F&E und erzielen auch nur unter 20 Prozent ihres Umsatzes durch neue Produkte. Die schlagkräftigen Innovatoren – zum Beispiel Automobilindustrie – investieren über 5 Prozent vom Umsatz in F&E und erzielen auch über 20 Prozent ihre Umsatzes durch neue Produkte. Zu den erfolglosen Innovatoren gehören Unternehmen aus der Konsumgüterbranche. Sie erzielen trotz F&E Ausgaben von über 5 Prozent nur unter 20 Prozent ihres Umsatzes durch neue Produkte, die Konsumgüterbranche kommt diesem Innovationstyp am nächsten.

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  1. Heinz sagt:

    Was sind „neue Produkte“?