Schweiz schränkt Geschäfte mit Russland weiter ein

Finanzunternehmen in der Schweiz dürfen ihre Geschäfte mit Russland nicht ausbauen. Die Regierung verbietet neue Geschäftsbeziehungen mit 26 Personen und 18 Unternehmen. So will die Schweiz nicht als Umgehungsplattform für die Sanktionen des Westens dienen. Man weigert sich aber auch, die Entschlüsse der EU in vollem Umfang mit zu tragen.

Die Schweiz reagiert auf die Ausweitung der Sanktionen gegen Russland. Das Land verbietet Finanzgesellschaften, mit weiteren 26 Personen und 18 Unternehmen neue Geschäftsbeziehungen einzugehen, wie das Wirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte. Damit wolle die Regierung verhindern, dass die internationalen Sanktionen in Zusammenhang mit der Ukraine-Krise umgangen werden. Von der Maßnahme sind vor allem Russen betroffen. Eigene Sanktionen nach dem Vorbild der EU und der USA lehnt die Schweiz aber ab.

Eine direkte Übernahme der EU-Sanktionen komme nicht in Frage, sagte Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann.

Schweiz am Sonntag zitiert ihn:

„Wir sanktionieren nicht eins zu eins mit. Aber wir stellen sicher, und das ist das Entscheidende, dass die Schweiz nicht als Umgehungsplattform benutzt werden kann. Und das muss bis auf weiteres unsere Politik bleiben.“

Es sei wichtig, dass es auch „unparteiische“ Länder gebe. Schneider-Ammann sagt, dass die Sanktionen gegen Russland auch Unternehmen aus Europa und den USA schwer treffen könnten. Zuvor hatte Putin mit einer Erhöhung der Energiepreise gedroht. Eine Erhöhung würde automatisch in die Preise von Produkten und Dienstleistungen fließen. „Am Schluss bezahlt der Konsument“, zitiert der Tagesanzeiger Schneider-Ammann.

Ein Sprecher des Wirtschafts-Dachverbands Economiesuisse sagte den Deutschen Mittelstands Nachrichten:

„Wir sind weder für noch gegen die Sanktionen. Der Bundesrat hat die Entscheidungsbefugnis. Wir werden uns an seinen Vorgaben orientieren. Meldungen, wonach wir uns klar und deutlich für die EU-Sanktionen ausgesprochen haben sollen, sind falsch.“

Die EU hatte am vergangenen Mittwoch weitreichende Wirtschaftssanktionen gegen Russland beschlossen. Sie traten am Freitag in Kraft. Damit soll das Land zum Einlenken in der Ukraine-Krise bewegt werden (mehr hier).

Die EU-Kommission erwartet, dass die EU in diesem Jahr durch die Sanktionen 40 Milliarden Euro verliert. Das macht rund 0,3 Prozent des Brutto-Inland-Produktes aus (mehr hier).

Kommentare

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  1. Delta120 sagt:

    Das Russland seine Geldgeschäfte nun über China laufen läßt sollte bekannt sein. Die Schweiz ist faktisch ein EU Land, den sie ist ja umstellt.

  2. Alfons sagt:

    Auch die Schweiz kann nicht anders.

    Sofort wären sonst US-Killer oder „Regime-Changer“ am Werk, um die Schweiz wieder auf Linie zu bringen.

    Der Dollar muss erhalten werden; so ein kleines Völkchen wie die Schweizer würden in weniger als 3 Tagen platt gemacht.

  3. Schweizer sagt:

    kleine Anmerkungen: 1.) „Zuvor hatte Putin mit einer Erhöhung der Energiepreise gedroht“ ist eine Erfindung der Medien. 2.) „Economiesuisse“ ist ein „religiöser Verein“. 3.) Wo ist der Unterschied zwischen: sich den Sanktionen anschliessen und, zu verhindern, dass die Sanktionen umgangen werden können? richtig, es gibt keinen.. unser Bundesrat ist leider eine riesige Schande, denn damit ist die Neutralität unseres Landes für immer dahin.