Geschäftsaussichten in Mittelosteuropa trüben sich ein

Für das zweite Halbjahr sind Unternehmen in Mittelosteuropa skeptisch, was die Entwicklung der Geschäftsbedingungen angeht. Jedes fünfte Unternehmen der Energie- und Wasserversorgungswirtschaft in der Großregion ist wird geschlossen. Auch bei den Banken trüben sich die Aussichten für den Rest des Jahres ein.

Für österreichische Unternehmen verschlechtern sich die Geschäftserwartungen angesichts der einbrechenden Aufträge in der deutschen Industrie. „Österreich wird sich von der Abschwächung in Deutschland nicht abkoppeln können“, sagt Stefan Schiman, Volkswirt beim Wifo-Institut in Wien im Wirtschaftsblatt.

Der Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa (MOE) der Österreichischen Kontrollbank steigt noch im Juli 2014 moderat um 0,8 Punkte auf 84,5. Der Index der Geschäftserwartungen für das zweite Halbjahr sinkt jedoch um 1,2 Punkte auf 84, nach einem Minus von bereits 2,0 Punkten im April.

Von allen beobachteten Branchen hat sich das Geschäftsklima in der Energie- und Wasserversorgungswirtschaft im Vergleich zum Vorkrisen-Niveau (Anfang 2007) am deutlichsten eingetrübt. Der Index erreicht im Juli nur mehr einen Wert von 70,7 und ist damit seit Beginn 2007 (Indexwert = 100) um knapp 30 Punkte gesunken. Auch das MOE-Beteiligungsnetz wird sukzessive verkleinert. Allein im Juli werden für 21 Prozent der Standorte Abbaupläne gemeldet. Das ist der höchste Wert von allen Branchen im Vergleich.

Die Zufriedenheit der Banken mit ihrer aktuellen Geschäftssituation in MOE ist im Juli deutlich gestiegen. Konkret laufen für 45 Prozent der Bankentöchter die Geschäfte gut, während der Vergleichswert im April noch bei 27 Prozent lag. Beim Ausblick auf das zweite Halbjahr differenziert sich allerdings die Erwartungshaltung: Hier sind es nur noch 16 Prozent der MOE-Standorte, für die eine positive Geschäftserwartung gemeldet wird. Darüber hinaus signalisieren die Banken bereits seit Längerem, dass sie sich vorsichtig aus der Region zurückziehen, während die Versicherungen ihre Präsenz in der Region weiter verstärken.

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