Voestalpine hofft trotz Ukraine-Krise auf weiteren Pipeline-Auftrag

Trotz der Ukraine-Krise setzt Voestalpine auf den Erhalt eines weiteren Auftrags für die South-Stream-Pipeline. Es geht um bis zu 120 Millionen Euro. Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland sei für den Konzern kein Thema, dennoch werden rund 30 Prozent des für die Stahlproduktion benötigten Eisenerzes von der Ukraine bezogen.

Der Stahlkonzern Voestalpine hofft auf einen mehr als 100 Millionen Euro schweren Auftrag für die umstrittene Gas-Pipeline South Stream. Obwohl die EU-Kommission der geplanten Leitung kritisch gegenüber steht und Bulgarien den Bau gestoppt hat, läuft die Auftragsvergabe für die durch das Schwarze Meer verlaufenden Unterwasser-Röhren auf Hochtouren. „Wir sind inzwischen in fortgeschrittenen Verhandlungen für eine zweite Tranche für die zweite Röhre von South Stream“, sagte Voestalpine-Chef Wolfgang Eder in einer Telefonkonferenz. Derzeit werde jedoch geprüft, ob die Lieferung an den russischen Partner OMK von den Sanktionen gegen Russland betroffen sei. Falls ja, werde man sich natürlich an die Sanktionen halten, betonte Eder. „Ich bin aber durchaus zuversichtlich, dass wir eine weitere Tranche an Grobblechen für unseren Partner OMK absetzen können“, sagte Eder.

Die Österreicher waren bereits – ebenso wie der deutsche Konkurrent Salzgitter – bei einem großen Auftrag für eine der vier geplanten Unterwasser-Pipelines zum Zug gekommen. Den Auftragswert für die neue Ausschreibung schätzen Analysten auf 100 bis 120 Millionen Euro und damit etwa auf dem Niveau des ersten Auftrages.

Seinen Konzern sieht Eder durch den Konflikt zwischen Russland und Ukraine kaum betroffen. „Russland ist für uns traditionell kein Kernmarkt, denn es gehört nicht zu den zehn absatzstärksten Absatzmärkten“. Voestalpine habe lediglich eine kleinere Fertigung für Spezialrohre in Russland. Allerdings werden rund 30 Prozent des für die Stahlproduktion benötigten Eisenerzes von der Ukraine bezogen. Bisher seien die Erzbezüge von der Krise aber nicht betroffen, sagte Eder.

Für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr sei unverändert mit einem Anstieg des Betriebsgewinnes (Ebit) auf rund 850 Millionen Euro zu rechnen, sagte Eder. 2013/14 schrumpfte das Ebit auf 792 (Vorjahr: 843) Millionen Euro. Positiv stimmen den Konzern die gut gefüllten Auftragsbücher, eine auch für die zweite Jahreshälfte erwartete Vollauslastung der Werke sowie erste Effekte aus dem 900-Millionen-Euro schweren Sparprogramm. Anders als etwa der Stahlriese ThyssenKrupp wollen die Österreicher dabei ohne einen Stellenabbau auskommen. Zudem rechneten wichtige Kunden mit einer stabilen bis positiven Entwicklung. So sei etwa in der Automobilbranche, für die die Linzer Karosserieteile oder Aluminium-Komponenten für Pkw-Türen liefern, ein Aufwärtstrend spürbar. Dieser sei von hohen Exporten sowie einer zunehmenden Nachfrage aus Europa getrieben.

Das erste Quartal verlief für die Linzer aber nicht nach Maß. Bei einem um 2,4 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro gesunkenen Umsatz schrumpfte der Betriebsgewinn um 1,4 Prozent auf 218,4 Millionen Euro. Den Umsatzrückgang begründete Eder mit der Schließung der Schienenproduktion in Duisburg. Der Nettogewinn legte dagegen dank niedrigerer Steuern auf 133,3 (Vorjahr: 118,1) Millionen Euro zu. Aktionäre zeigten sich enttäuscht. Voestalpine-Papiere verloren 1,9 Prozent auf 32 Euro.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.