EZB warnt: Lange Konflikte bremsen Wirtschaftswachstum

Mario Draghi warnt vor einer Abschwächung der Konjunktur durch verlängerte Konflikte in der Ukraine, dem Irak und in Libyen. Dem EZB-chef zufolge könnten die Konflikte das Wachstum der Weltwirtschaft in den nächsten drei Quartalen deutlich dämpfen. Die deutschen Exporte legen leicht zu. Doch erste Anzeichen einer Abschwächung der Konjunktur lassen sich bereits erkennen

Die Europäische Zentralbank (EZB) fürchtet bei einer Verschärfung der weltweiten Konflikte eine schwächere Konjunktur in der Euro-Zone. Dann würde die Wirtschaft in den nächsten zwei oder drei Quartalen schwächer wachsen, sagte EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Zuvor hatte er betont, diese geopolitischen Risiken seien zuletzt gestiegen. Draghi erinnerte an die Konflikte in der Ukraine, im Irak und Libyen.

Deutsche Exporte steigen leicht

Die deutschen Exporteure haben sich von ihrem jüngsten Dämpfer erholt und im Juni ihre Geschäfte stärker gesteigert als erwartet. Die Firmen lieferten 0,9 Prozent mehr ins Ausland als im Vormonat, wie das Statische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem kalender- und saisonbereinigten Plus von 0,5 Prozent gerechnet. Im Mai hatte es einen Rückgang von 1,1 Prozent gegeben.

Aussagekräftiger werden jedoch die nächsten Exportdaten sein, wenn die Russland-Sanktionen sich in den Statistiken niederschlagen. Deutsche Firmen konnten ihre Produktion zuletzt kaum noch steigern (hier). Die Russland-Sanktionen führen schon jetzt zu dem höchsten Auftragsminus der Industrie seit 2011 (hier). Das Geschäftsklima in Mittelosteuropa hat sich deutlich eingetrübt (hier).

Die Unternehmen verkauften Waren im Wert von 93,4 Milliarden Euro ins Ausland und damit 1,1 Prozent mehr als im Juni 2013. Die Exporte in EU-Länder, die nicht Teil der Euro-Zone sind, stiegen mit 7,1 Prozent am stärksten. Die Ausfuhren in die Euro-Zone hingegen legten mit 0,3 Prozent kaum zu. Die Exporte außerhalb der EU – etwa in den USA, aber auch in große Schwellenländer wie China und Russland – sanken um 0,9 Prozent.

Von Januar bis Juni lagen die Exporte um 2,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Branchenverband BGA rechnet im Gesamtjahr mit drei Prozent Wachstum, nachdem die Ausfuhren 2013 noch leicht geschrumpft waren.

Die Importe stiegen im Juni um 4,5 Prozent zum Vormonat und damit so stark wie seit dreieinhalb Jahren nicht mehr. Analysten hatten hier nur mit einem Plus von 1,7 Prozent gerechnet. Zuvor waren die Importe im Mai allerdings so kräftig gesunken wie seit November 2012 nicht mehr (mehr hier). Der Handelsüberschuss – die Differenz zwischen Aus- und Einfuhren – lag saison- und kalenderbereinigt bei 16,2 Milliarden Euro und fiel damit geringer aus als erwartet.

 

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Kommentare

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  1. Käpt'n Pit sagt:

    Wer ist die haessliche Alte neben Super-Mario??

  2. Willi Wichtig sagt:

    Der Draghi ist offensichtlich vom Einzeller zum Zweizeller mutiert!

  3. M.Krispin sagt:

    Ich sehe nur eine selbstgemachte Beeintraechtigung durch diesen duemlichen Konflikt mit einem verlaesslichen Geschaeftspartner Russland, weil unser (insbesondere Deutsches) Vasalentum gegenueber den VSA eine nutzlose und noch sehr teuer werdende Ukraine an den Westen binden will. Dafuer unterstuetzt man sogar so lupenreine Demokraten wie all diese Timo- und Poroschenkos. Mir faellt dazu nur noch ein: Gleiches Pack gesellt sich gern!

  4. Alex sagt:

    puhuhu mal wieder wirtschaftswachstum, und mal wieder gegenfrage, wohin kann die wirtschaft wachsen? muss nicht ein system, welches auf wirtschaftswachstum basiert, sich selbst vernichten?
    ist also nicht jeder der uns etwas anderes glauben macht ein schwerverbrecher?

    ich lasse mich da gern ein besseren belehren, dränge aber für den fall das ich im recht bin darauf, menschen wie dragi und das ganze pack einer angemessenen strafe zuzuführen, sollte sich herausstellen das sie lügen:)
    man sollte die familien dann komplett enteignen, selbstredend, und die verantwortlichen auf jeden fall dem gleichen schicksal zuführen welches sie für ihre opfer zu verantworten haben.
    in diesem zusammenhang geht mir der begriff genetische säuberung nicht aus dem kopf. wobei das gott sei dank mal wirklich gar nichts mit rassen zu tun hat.
    wir befreien uns einfach von den paar familien die seit jahrhunderten nichts anderes tun als leid zu verursachen. das ist doch wunderbar!

  5. Max sagt:

    Ja was der Draghi alles weiss! Jedermann der halbwegs denken kann ist klar, dass Konflikte und Sanktionen die Wirtschaft beinträchtigen. Es gibt aber eine Ausnahme: Die US-Militärexporte florieren wie nie!

  6. Pandora0611 sagt:

    Draghi warnt vor einer Verschlechterung des Wirtschaftswachstums.
    ——————
    „Die Europäische Zentralbank (EZB) fürchtet bei einer Verschärfung der weltweiten Konflikte eine schwächere Konjunktur in der Euro-Zone.“

    Das betrifft vor allem den Krieg in der Ostukraine, Syrien, Irak und Libyen.
    Diese Auseinandersetzungen würden die Konjunktur eintrüben.
    Auch die Sanktionen gegen Russland und Putins Gegensanktionen spielen hier eine Rolle.