Investitionen und Löhne stützen deutsche Binnen-Nachfrage

Unternehmen investieren wieder mehr. Dabei handeln sie weitgehend ohne die Aufnahme neuer Kredite. Steigende Löhne beeinflussen einer Studie zufolge bereits die Binnennachfrage. So bleibt die Konjunktur trotz der schwachen Exporte vorerst stabil.

Die deutsche Wirtschaft wächst – Grund dafür ist allerdings nicht die Paradedisziplin der Deutschen, der Export, sondern vielmehr die wachsende Binnennachfrage und ein Anstieg bei den Investitionen in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt die jüngste Studie des Kreditversicherers Euler Hermes.

Im Gesamtjahr 2014 wird sich dieser Trend nach Einschätzungen der Ökonomen fortsetzen: Das erwartete Wachstum des BIP auf einem dynamischen Zuwachs von 6,2 Prozent bei den Investitionen sowie einem erhöhten Konsumverhalten der Privathaushalte mit einem Plus von 1,5 Prozent. Die in der Vergangenheit traditionell wachsenden Exporte stagnieren erstmals und bremsen im Jahr 2014 sogar das Wachstum des BIP leicht.

„Ein dynamisches Wachstum bei den Exporten war über Jahre der Motor für den Aufschwung der deutschen Wirtschaft“, sagte Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe. „Im ersten Quartal 2014 wuchs das Bruttoinlandsprodukt erstmals stärker durch die Binnennachfrage als durch die Exporte – die absolut betrachtet jedoch weiterhin ein großes Gewicht haben.“

Das steigende Lohnniveau sowie niedrige Zinsen stützen die deutsche Binnennachfrage. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe sind die Löhne überdurchschnittlich stark gestiegen (siehe Grafik oben). Die von der Koalition beschlossenen Maßnahmen wie beispielsweise der Mindestlohn und höhere Renten sollten sich zudem künftig positiv auf die Kaufkraft der Deutschen auswirken, versprechen sich die Initiatoren der Reformen.

Deutsche Firmen konnten ihre Produktion zuletzt kaum noch steigern (hier). Die Russland-Sanktionen führen schon jetzt zu dem höchsten Auftragsminus der Industrie seit 2011 (hier). Das Geschäftsklima in Mittelosteuropa hat sich deutlich eingetrübt (hier), daher hängt die Stabilität der deutschen Konjunktur verstärkt von der Binnen-Nachfrage ab.

Mehr zum Thema
EZB warnt: Lange Konflikte bremsen Wirtschaftswachstum

Geschäftsaussichten in Mittelosteuropa trüben sich ein

Deutsche Firmen steigern Produktion kaum noch

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.