Chinesische Exporteure erzielen Rekordüberschuss

Chinas Exportwirtschaft konnte die Ausfuhren um 14,5 Prozent steigern, das ist Rekord. Der deutsche Export legte im Vergleich dazu nur leicht zu. China legt vor allem im Billigsegment bei Maschinen zu. Der VDMA glaubt aber nicht daran, dass die Nachfrage nach deutschen Maschinen deswegen weiter sinken werde.

Exportweltmeister China hat seine Ausfuhren im Juli überraschend kräftig gesteigert und einen Rekordüberschuss in der Handelsbilanz erzielt. Die Exporte legten um 14,5 Prozent zu, wie die Zollbehörde am Freitag mitteilte. Der Anstieg fiel damit doppelt so hoch aus wie im Juni und auch doppelt so hoch wie von Ökonomen erwartet.

Die Importe hingegen sanken überraschend um 1,6 Prozent. Deshalb überstiegen die Ausfuhren die Einfuhren um den Spitzenwert von 47,3 Milliarden Dollar. Die deutschen Exporteure und Maschinenbauer reagierten gelassen, weil sie nicht fürchten, dass China künftig weniger Produkte Made in Germany nachfragt. „Wir rechnen nicht mehr mit den riesigen Wachstumsraten der früheren Jahre, erwarten aber in China eine leichte Belebung unserer Geschäfte“, sagte Chefvolkswirt Ralph Wiechers vom Branchenverband VDMA der Maschinen- und Anlagenbauer.

Von Januar bis Mai hätten die Maschinenbau-Exporte nach China zwar stagniert, fügte Wiechers hinzu. „Aber wir hören von einigen Betrieben, dass die Aufträge wieder zulegen und die Konjunkturprogramme wohl Wirkung zeigen.“ Konkrete Zahlen dazu gebe es noch nicht. Allerdings spiegelten sich die Aktivitäten der Maschinenbauer in China nicht allein in den Export-Zahlen wider, betonte der VDMA-Experte. „Denn viele Firmen produzieren vor Ort.“

Die Ausfuhren der gesamten deutschen Wirtschaft nach China lagen nach den ersten fünf Monaten sogar gut zehn Prozent im Plus, ergänzte der Geschäftsführer des Außenhandelsverbands BGA, Jens Nagel. Damit läuft das Geschäft mit dem Reich der Mitte überdurchschnittlich gut. Denn nach dem ersten Halbjahr sind die gesamten Exporte nur um 2,4 Prozent gestiegen. „Die osteuropäischen Länder sorgen für viel Schwung“, sagte Nagel mit Blick auf Polen, Tschechien und Ungarn. Das Geschäft mit EU-Ländern außerhalb der Euro-Zone zog kräftig um gut neun Prozent an. Die Exporte in den Währungsraum dagegen blieben mit plus 2,2 Prozent relativ schwach. Im Juni zogen die gesamten Exporte zum Vormonat um 0,9 Prozent an und zum Vorjahr um 1,1 Prozent.

„Trotz des positiven Halbjahresabschlusses blicken wir mit Sorge auf die Eskalation im Handelsstreit mit Russland“, sagte BGA-Präsident Anton Börner (mehr hier). Zudem dämpften die Konflikte im Nahen- und Mittleren Osten die globale Konjunktur und „belasten damit den deutschen Außenhandel“. Auch von Schwellenländern in Asien und Südamerika fehlten Impulse.

 

Mehr zum Thema

EZB warnt: Lange Konflikte bremsen Wirtschaftswachstum

Geschäftsaussichten in Mittelosteuropa trüben sich ein

Deutsche Firmen steigern Produktion kaum noch

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.