Moody‘s: Italien wird Sparziel verfehlen

Die Rating-Agentur Moody’s glaubt nicht daran, dass Italien die Defizitgrenze der EU einhalten kann. Der Haushaltsplan der italienischen Regierung sei für ein Wirtschaftswachstum ausgelegt. Italien steckt aber in der Rezession.

Die Rezession in Italien gefährdet nach Ansicht der Rating-Agentur Moody’s die Sparbemühungen von Regierungschef Matteo Renzi. Die Bonitätswächter rechnen laut einer am Montag vorgelegten Prognose damit, dass die Wirtschaftsleistung des südeuropäischen Landes 2014 um 0,1 Prozent schrumpfen wird. Zuvor hatte Moody’s noch ein Plus von 0,5 Prozent veranschlagt. „Die Rezession bedroht die fiskalische Stärke der Regierung“, warnte die Rating-Agentur.

Das Kabinett in Rom gehe in seinem Etat davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt um 0,8 Prozent zulegen werde. Das Haushaltsdefizit wird laut Moody’s Schätzung dieses und nächstes Jahr jeweils bei 2,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) liegen. Jedoch gebe es die Gefahr, dass der Fehlbetrag höher ausfalle.

Ministerpräsident Renzi will bei der Neuverschuldung in diesem Jahr den in der Euro-Zone erlaubten Spielraum mit einer veranschlagen Lücke von 2,9 Prozent des BIP nahezu ausschöpfen. Er habe überhaupt keine Absicht, die Drei-Prozent-Höchstgrenze zu brechen“, sagte er der FT. Italien war im Frühjahr überraschend in die Rezession abgerutscht, in der es mit einem kurzen Intermezzo bereits seit Mitte 2011 steckte (mehr hier).

Renzi hat im Kampf gegen die Wirtschaftskrise Ende voriger Woche weitere Reformen durch das Parlament gebracht. So werden kleinere und mittlere Firmen bei den Energiekosten entlastet. Zudem erhalten Unternehmen, die in ihren Maschinenpark investieren, eine Steuergutschrift. Zudem dürfen Versicherer und Kreditfonds künftig Darlehen direkt an die Wirtschaft vergeben.

Kommentare

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  1. Leopold sagt:

    Na und?
    Frankreich wird es auch verfehlen. Und Deutschland übersteht nur mit Rechentricks. tWer glaubr schon an die EU-Sparziele? Doch nicht einmal die EU selbst. Da werden uns doch immer nur Märchen erzählt!

  2. Wutbürger sagt:

    Ich habe 4 Jahre als Fertigungsleiter in Italien gearbeitet. Wenn eine Firma mehr als 15 Beschäftigte hat ist man unkündbar, d.h. man hat einen Arbeitsvertrag bis zur Rente. Der Lohn wird generell netto ausgezahlt, die Firma erledigt für die Mitarbeiter die Steuererklärung. Es ist ein rundum sorglos Paket. Jüngere finden deshalb nur schwer eine Stelle, oft ist es so dass aus einer Firma 2 oder 3 gemacht werden damit der Kündigungsschutz nicht greift. Nach 4 Jahren bin ich wieder zurüch nach D. Vor 2 Jahren habe ich erfahren dass die Firma seit 2008 pleite ist.
    Sofern sich hier nichts ändert, und nach meiner Meinung wird sich da auch nichts ändern, und 2x/Monat Streik ist (auch aus politischen Gründen möglich) gebe ich Italien nur dann eine Chance, wenn sie wieder zur Lira zurückkehren.