Ostdeutsche Wirtschaft reagiert robust auf Ukraine-Konflikt

Die Wirtschaft der neuen Bundesländer wird nur in begrenztem Ausmaß von der Ukraine-Krise getroffen. Nur 3,5 Prozent der ostdeutschen Exporte gehen nach Russland. Die schwache Entwicklung in Frankreich und Italien ist für den Osten Deutschlands viel besorgniserregender.

Die ostdeutsche Wirtschaft dürfte die Ukraine-Krise nach Ansicht des IWH-Instituts vergleichsweise gut überstehen. Denn die Folgen einer sinkenden Nachfrage aus Russland seien begrenzt, teilten die Forscher aus Halle am Montag mit. „2013 gingen nur 3,5 Prozent der ostdeutschen Exporte nach Russland“, sagte IWH-Experte Axel Lindner zu Reuters. Die gesamtdeutschen Exporte sind jedoch bereits um 17,5 Prozent eingebrochen (hier).

Wichtiger für die Betriebe sei, dass in den Nachbarländern und im Euro-Raum die Konjunktur besser laufe. Deshalb traut das IWH dem Osten (ohne Berlin) für 2014 rund 1,8 Prozent Wirtschaftswachstum zu. Für den Westen und Gesamtdeutschland dürfte es plus 2,0 Prozent geben.

Wegen der Krisen in der Ukraine und der arabischen Welt könnte das IWH jedoch seine Prognose bald etwas senken, signalisierte Lindner. Das Berliner DIW-Institut, das ebenfalls die Bundesregierung berät, hatte sich zuletzt ähnlich geäußert. „Ein weiteres Risiko ist, dass sich die Konjunktur in Frankreich und in Italien (hier) recht schwach entwickeln.“ Bei Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich laufe es nur auf eine Stagnation hinaus (mehr hier).

Insgesamt hinke die ostdeutsche Wirtschaft dem Westen noch immer hinterher. Das Bruttoinlandsprodukt je Einwohner liege bei zwei Dritteln des Westniveaus, die verfügbaren Einkommen der privaten Haushalte bei etwa 84 Prozent. „Die Aufholbewegung ist seit ein paar Jahren im Großen und Ganzen zum Stehen gekommen“, sagte Lindner.

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn warnt indes, dass die Ukraine-Krise das gesamtdeutsche Wachstum zum stagnieren bringe (hier). Die EZB merkt an, dass lange Konflikte das Wachstum der EU-Wirtschaft bremsen (hier).

 

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