Mittelstand kann Zahlung der Ökostrom-Umlage begrenzen

Unternehmen können auf Antrag die Zahlung der EEG-Umlage begrenzen lassen, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Ab 2015 fordert der Gesetzgeber auch von Unternehmen mit weniger als 10 GWh Stromverbrauch hierfür eine Zertifizierung. Der Ausbau der Solarenergie bei Unternehmen wird durch den geringen Anteil des Eigenverbrauchs gehemmt.

Die Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) trat am 1. August 2014 in Kraft und enthält einige wichtige Neuerungen und Übergangsregelungen.Ab dem 1. August 2014 muss jedes Unternehmen, das einen Antrag auf Begrenzung der EEG-Umlage stellt, ein System zur Verbesserung der Energieeffizienz betreiben. Als Nachweis müssen sich Unternehmen die Investition zertifizieren lassen. Für Unternehmen mit einem Stromverbrauch unter fünf Gigawattstunden (GWh) besteht die Möglichkeit, ein alternatives System zur Verbesserung der Energieeffizienz nachzuweisen.

Der Gesetzgeber hat aufgrund der kurzfristigen Änderungen für 2014 eine Übergangsregelung für Unternehmen mit einem Stromverbrauch kleiner als zehn GWh beschlossen. Diese Unternehmen müssen keine Bescheinigung über ein Energieeffizienzsystem erbringen, wenn sie nachweisen können, dass sie bis zum Stichtag 30. September 2014 nicht in der Lage waren, eine Zertifizierung zu erlangen.

Den Nachweis können Unternehmen in Form einer Erklärung eines Zertifizierungsunternehmens erbringen, die vor dem 1. Oktober 2014 ausgestellt worden sein muss. Der Zertifizierer muss bestätigen, dass es dem Unternehmen entweder nicht möglich war, bis zum 30. September 2014 ein Energie- oder EMAS-Umweltmanagementsystem in Betrieb zu nehmen oder es dem Zertifizierer wegen Auslastung der Kapazitäten nicht möglich war, eine Zertifizierung durchzuführen.

Deutsche wollen Energie selber erzeugen

Die Mehrheit der Bundesbürger würde gern so viel Strom und Wärme wie möglich selber zu erzeugen (68%). Gleichzeitig wünschen sich 80 Prozent, von den großen Energiekonzernen unabhängig zu sein. Das sind Ergebnisse der Umfrage „Energie-Trendmonitor 2014“, für die 1.000 Bundesbürger befragt wurden.

Das Problem: Aktuell ist der durchschnittliche Eigenverbrauch noch zu gering, um sich Photovoltaikanlagen aufs Dach zu setzen. In der Regel werden rund 70 Prozent des privat erzeugten Sonnenstroms nicht direkt vor Ort genutzt, sondern ins Netz eingespeist.

„Der nächste Schritt der Energiewende sollte sich darauf konzentrieren, den geernteten Sonnenstrom in deutlich höherem Maß sofort sinnvoll im Haushalt zu nutzen“, sagt Rudolf Sonnemann, Geschäftsführer des deutschen Heiz- und Wärmetechnikunternehmens Stiebel Eltron. „In Bestandsprojekten ist es uns dank der intelligenten Verbindung von Eigenstrom und Wärme heute schon gelungen, den Eigenverbrauch auf gut 60 Prozent zu verdoppeln und gleichzeitig die Gesamtenergieeffizienz der Gebäude zu steigern.“

Dreh- und Angelpunkt verbesserter Effizienz ist ein modernes Energiemanagement. Private Stromerzeugung, Heizanlage und mögliche Elektrogeräte werden zu diesem Zweck miteinander vernetzt. Die Warmwasserspeicher im Keller werden von der mit dem günstigen Sonnenstrom arbeitenden Wärmepumpe aufgeladen, und auch der Geschirrspüler in der Küche wartet auf das Startkommando der Photovoltaikanlage. Dabei profitieren die Haushalte vom starken Preisverfall privaten Solarstroms. Schon seit 2013 liegen die Erzeugungskosten unter dem Haushaltsstrompreis der großen Versorger – Tendenz weiter fallend.

Gleichzeitig stellt der Wirkungsgrad einer modernen Heizungs-Wärmepumpe klassische  fossile Kessel in den Schatten. Die hervorragende Energiebilanz kann ganz einfach zu einer perfekten gewandelt werden: Kommt der Strom für die Wärmepumpe aus der eigenen PV-Anlage oder von einem Ökostromanbieter, arbeiten Wärmepumpen heute bereits komplett CO2-frei und mit einem Primärenergieeinsatz von Null. „Die Lösung für eine wirtschaftliche und breit akzeptierte Reduktion des CO2-Ausstoßes gelingt über die Verringerung fossiler Heizungen im Wärmemarkt. Mit dem Einsatz von Wärmepumpen existiert dafür bereits die optimale marktreife Lösung“, sagt Stiebel-Eltron-Chef Sonnemann. „Zudem besteht hier ein riesiges Potenzial, die Abhängigkeit Deutschlands von Gasimporten massiv zu senken.“

 

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