Ukraine-Krise fordert bereits mehr als 2.000 Tote

Nach Angaben der UN gibt es bei den Gefechten in der Ostukraine mindestens 60 Tote oder Verletzte pro Tag. Insgesamt sind schon mehr als 2.000 Menschen den Kämpfen zum Opfer gefallen. Ein russischer Hilfskonvoi wird am Mittwoch an der Grenze erwartet. Doch die ukrainische Regierung verweigert den 280 Lkw aus Russland die Einfahrt ins Land.

In den seit vier Monaten anhaltenden Kämpfen in der Ostukraine sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen mehr als 2.000 Menschen getötet und rund 5.000 verletzt worden. Allein in den vergangenen zwei Wochen habe sich die Zahl der Toten fast verdoppelt, sagte eine UN-Sprecherin der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch in Genf. Das zeige, wie der Konflikt eskaliert. Am Mittwoch wurde ein russischer Konvoi mit Hilfsgütern für die Bevölkerung in dem umkämpften Gebiet an der Grenze zur Ukraine erwartet. Die Regierung in Kiew bekräftigte, die rund 280 Lastwagen würden nicht ins Land gelassen. Bei dem Hilfsangebot handele es sich eine zynische Provokation Russlands, erklärte Regierungschef Arseni Jazenjuk.

Seit Beginn der Gefechte zwischen Regierungstruppen und prorussischen Separatisten Mitte April seien im Durchschnitt mehr als 60 Menschen pro Tag getötet oder verletzt worden, ergänzte die UN-Sprecherin. Die Zahlen beinhalteten zivile Opfer sowie Tote und Verletzte der ukrainischen Armee und bewaffneter Gruppen. Ob auch russische Soldaten darunter waren, war zunächst unklar. Der Westen wirft Russland vor, die Separatisten zu unterstützen. Die Entsendung des Hilfskonvois hatte die Befürchtung genährt, Russland wolle unter dem Vorwand humanitärer Unterstützung direkt in die Kämpfe eingreifen.

Der ukrainische Innenminister Arsen Awakow erklärte, die russischen Laster würden nicht in die Separatisten-Hochburg Luhansk gelassen, wo genau wie in dem von Rebellen eingenommenen Donezk Lebensmittel und Wasser knapp werden. Ministerpräsident Jazenjuk warf Russland „grenzenlosen Zynismus“ vor. „Zuerst schicken sie Panzer, Grad-Raketen und Banditen, die auf Ukrainer schießen, und dann schicken sie Wasser und Salz“, sagte er bei einer Kabinettssitzung. Die Ukraine sei in der Lage, für seine Bürger zu sorgen, und tue das auch, sagte Jazenjuk. Sein Land habe von seinen Partnern im Westen sechs Millionen Dollar erhalten, die es zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Krisengebieten einsetze.

Am Dienstag war der Konvoi mit rund 2.000 Tonnen Wasser, Babynahrung und anderen Lebensmitteln nahe Moskau Richtung Ostukraine gestartet. Am Mittwochmorgen befand er sich in Woronesch, 250 Kilometer vom Grenzort Belgorod entfernt. Dort werde er im Laufe des Nachmittags erwartet, meldete die Nachrichtenagentur Ria. Ein Reuters-Reporter in Woronesch sagte aber, er habe nicht gesehen, dass der Konvoi den Luftwaffenstützpunkt, wo er Halt gemacht hat, wieder verlassen habe.

Um Bedenken der Ukraine und des Westens zu zerstreuen sicherte das russische Außenministerium zu, ab der Grenze könne das Rote Kreuz die Führung übernehmen. Die Regierung in Kiew verlangt allerdings, dass die Hilfsgüter unter Aufsicht des Roten Kreuzes auf andere Fahrzeuge umgeladen würden, bevor sie ins Land gebracht werden dürften. Die EU, die möglicherweise noch in dieser Woche ein Krisentreffen der Außenminister zu den Entwicklungen in der Ukraine einberufen will, sprach sich für eine gründliche Untersuchung der Lkw-Ladungen aus. Ein Sprecher des ukrainischen Roten Kreuzes sagte in Kiew, es liege noch keine Liste über die geladenen Hilfsgüter vor. Auch sei die endgültige Route des Konvois noch unbekannt.

 

Kommentare

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  1. Horst sagt:

    2000 Tots Ukrainer,

    wieso nicht 2001 , Der usa Hörige Sientologie Man da oben. Das würde Erleichterung für die Bevölkerung bringen.

    Wieso schießen die gegen die eigenen Landsleute. Die sollten mal zum Ausbeutungslehrgang nach Deutsch kommen

  2. Brent sagt:

    Dieser Schätzungen der UN sind doch reine Kaffeesatzleserei weitab des Geschehens, die tatsächlichen Opferzahlen dürften deutlich höher ausfallen, in dem Video hier (https://www.youtube.com/watch?v=o77lO7KmftI) wurden ukrainische Soldaten befragt, die von der Front zurückkehren. Wenn man den Aussagen glauben darf, sind das allein auf Seiten der ukrainischen Armee mehr als 10.000 Verluste in den letzten Wochen!

  3. müller sagt:

    Man sollte endlich einmal damit anfangen, diesen Bürgerkrieg auch Bürgerkrieg zu nennen und nicht Krise!!!

  4. Kulleraugen sagt:

    Ah der der in Youtube neben Klitschko mit dem Verbotenen gruß

  5. Delta120 sagt:

    Da 280 LKW vornehmlich spenden der Moskauer Bevölkerung sind kann man damit die Stimmung im Lande einschätzen. Der Konvoi wird in das Land kommen. Entweder mit segen der Ukrainischen Regierung oder ohne. Die Ukraine kann den Konvoi an der von ihnen kontrollierten Grenze aufhalten oder auch im Seperatisten Gebiet wegbomben. Hier kommen so oder so 280 LKW mit politischer Sprengkraft die vermutlich die russische Bevölkerung zur aktiven Unterstützung annimieren.

  6. Gorch Fuck sagt:

    Wenn man auf der Seite der Guten ist,hat man Narrenfreiheit.Deutschland das besonders viele Gutmenschen hat,unterstützt diese Narrenfreiheit natürlich selbstlos.
    Da kann man nur noch stolz darauf sein,das alles im Namen des Deutschen Volkes passiert.