Österreichs Wirtschaft wächst kaum noch

Die Wirtschaft Österreichs stagniert wie die EU insgesamt auch. Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück. Angesichts der geopolitischen Spannungen mit Russland hat sich das Geschäftsklima verschlechtert.

Die österreichische Wirtschaft kommt nicht vom Fleck. Ersten Schätzungen zufolge stieg die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um 0,2 Prozent nach einem Plus von 0,1 Prozent zu Jahresbeginn. Der Außenhandel fiel als Wachstumsstütze nahezu weg – und auch die Österreicher selbst hielten ihr Geld zusammen und konsumierten nur wenig.

„Nachdem die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte 2013 dank der leichten Steigerung der Auslandsnachfrage nach heimischen Waren und Dienstleistungen etwas angezogen hatte, verflachte die Aufwärtsentwicklung im ersten Halbjahr 2014 wieder“, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Donnerstag mit.

Die heimische Nachfrage entwickelte sich abermals sehr schwach. Die Investitionen der Unternehmen waren im ersten wie im zweiten Quartal 2014 rückläufig: Die Bauinvestitionen gingen im zweiten Quartal real um 0,4 Prozent zurück. Die Ausrüstungsinvestitionen schrumpften um 0,2 Prozent, nachdem sie im ersten Quartal um 1,3 Prozent zugenommen hatten. Dieser Anstieg im ersten Quartal war jedoch maßgeblich von der kräftigen Ausweitung der Fahrzeuginvestitionen geprägt, die sich durch Massenkäufe vor der Anhebung der Normverbrauchsabgabe zum ersten März 2014 ergaben. Der Konsum der privaten Haushalte stieg im zweiten Quartal wie auch in den Quartalen zuvor gegenüber der Vorperiode real kaum (+0,1%).

Sowohl die Exporte als auch die Importe nahmen gegenüber der Vorperiode real um nur 0,5 Prozent zu. Im ersten Quartal hatte das Importwachstum jenes des Exports überwogen. Die heimische Warenproduktion kühlte sich im ersten Halbjahr deutlich ab. Die Bauproduktion ging wie schon im ersten Quartal leicht zurück, wobei der Nichtwohnbau das Ergebnis belastete.

Die handelspolitischen Spannungen mit Russland dämpfen das Konjunkturklima in Deutschland und Österreich, die heimische Ausfuhr nach Russland verringerte sich im ersten Jahresdrittel bereits markant. Laut WIFO-Konjunkturtest verschlechterte sich die Einschätzung der österreichischen Unternehmen insbesondere in der Sachgütererzeugung und in der Bauwirtschaft. Der Außenhandel belebte sich im ersten Jahresdrittel nicht, nicht zuletzt wegen des markanten Rückganges der Exporte nach Russland.

Kommentare

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  1. hugin sagt:

    SANKTIONEN UND DIE FOLGEN – WIE HÖRIGKEIT ZUR EU UND USA WIRKEN !
    Die unfähige und feige Österreichische Regierung hat sich den Sanktionen angeschlossen. Der Außenminister, ohne abgeschlossenes Studium und ohne diplomatische Ausbildung hat den Sanktionen zugestimmt ! Dabei hätte Österreich auf Grund des Staatsvertrages „seiner immerwährenden Neutraltiät“ diesen Sanktionen nicht zustimmen dürfen.
    Ganz im Gegenteil es wären sogar anstatt den Nachteilen, Vorteile erwachsen. Eventuell zusätzliche Exporte, weiche bei der Wirtschaftsflaute drimngend nötig wären !
    Wie meistens, schaden die „Politischen (Fehl) Entscheidungen“ Wirtschaft und Bevölkerung. Nach dem Verursacher-Prinzip müssen die Verantwortlichen für den Schaden aufkommen und nicht auf Steuerkosten die Betroffenen entschädigen.

  2. PeppermintPatty sagt:

    Nicht nur die Spannungen mit Russland sind das Übel. Wenn ich schon die Hälfte meines Geldes an Abgaben habe , bleibt nicht wirklich viel . Ob die Verantwortlichen sich eigentlich bewußt sind, daß Menschen, die ihr sauer Verdientes für den Lebensunterhalt brauchen, absolut Nichts konsumieren ( können ) ?