Google kann Gesichter aus dem Weltall erkennen

Ein neuer Satellit von DigitalGlobe liefert Bilder, die doppelt so scharf sind wie bisher. Google gehört zu den Stammkunden von DigitalGlobe. Unternehmen können bald Briefkästen, Nummernschilder, Köpfe und Gesichter gegen ein Entgelt aus dem All beobachten. Die Regulierungen über die Auflösung solcher Satellitenbilder werden weltweit nach unten korrigiert.

Die US-Regierung hat kürzlich ihre Beschränkungen für Satellitenbilder aufgeweicht, so dass jetzt Bilder mit einer Auflösung von 25 Zentimeter pro Pixel an privatwirtschaftliche Unternehmen weiter gegeben werden dürfen. Diese Bilder sind doppelt so scharf wie bislang (50cm pro Pixel).

Am Mittwoch wurde mit Worldview-3 von DigitalGlobe der erste kommerzielle Satellit ins Weltall geschossen, der solch scharfe Fotos auch schießen kann. Schon in einem halben Jahr können Unternehmen diese Fotos gegen ein Entgelt kaufen. Zu diesen Firmen gehört auch Google, die bereits Stammkunde bei DigitalGlobe sind, berichtet der Tech-Blog Motherboard.

Google will die Bilder für ihre Dienste wie Earth, Maps und Street View nutzen. Die neuen Bilder können sogar Objekte darstellen, die nur 25 Zentimeter groß sind. Köpfe und Gesichter werden dann messerscharf zu erkennen sein.

DigitalGlobe arbeitet daran, die Regulierung über die Auflösung der Bilder aus dem All weiter herabzusetzen – auf nur 10 Zentimeter pro Pixel. Weltweit schießen Unternehmen Überwachungssatelliten in die Umlaufbahn der Erde. Wenn die USA nicht die Regulierungen absenken, könne DigitalGlobe nicht mehr mit den anderen Firmen konkurrieren, so die Argumentation.

Google selbst plant auch, ins All vorzustoßen. Mit Skybox Imaging hat Google sich seine eigene Satellitenfirma zugelegt. Bis 2018 will Skybox 24 Satelliten in die Umlaufbahn bringen, die den Planetendreimal am Tag komplett neu abfotografieren. Zwar sind die Skybox-Satelliten nicht so hochauflösend, wie die von DigitalGlobe, dennoch verbessert sich die Bildqualität bei den Kartendiensten enorm. Ganz neue aktuelle Dienste sind denkbar. Google will einen neuen Cloud-Service anbieten, der Klima-, Wetter- und Bilddaten der Erde miteinander vereint.

Der Schutz der Privatsphäre hingegen scheint so gut wie aussichtslos. Wenn die hochauflösenden Bilder nicht bei Google landen, dann vielleicht bei einem anderen Unternehmen irgendwo auf der Welt. Je mehr Satelliten sich in der Umlaufbahn der Erde befinden, desto billiger wird es mit der Zeit für Unternehmen, die Menschen von oben zu beobachten.

 

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Kommentare

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  1. boes_adipoes sagt:

    Muss man sich jetzt schon einen Hut mit einem oben draufgeklebten Stinkefinger kaufen?! Oder Google, dass manche schon mit Skynet aus Terminator vergleichen, und seine Drecksdienste einfach nicht mehr nutzen?!

  2. Globetrotter sagt:

    Selten so gelacht!

    Selbst mit einer Auflösung von 10 cm ist kein Gesicht und kein Nummernschild zu entziffern, da bedarf es schon einer Auflösung im Unter-Zentimeter-Bereich. Das aber ist aus physikalischen Gründen (atmosphärische Distortion) kaum zu erreichen, auch wenn das immer von interessierter Seite behauptet wird!

    Außerdem wie will man Gesichter erkennen, wenn Satelliten von oben auf den Kopf schauen? Das klappt nicht einmal bei den sonnenbadenden Nackedeis im englischen Garten!

    Dazu bedarf es schon der fliegenden Quadro-, Hexa- oder Octocopter!

  3. Christian Stroetmann sagt:

    Was kostet eigentlich eine solche Produkt- und Dienstplazierung?

    Hier geht es doch gar nicht um die Internetzdienste des Unternehmens Google und anscheinend auch nicht um die Satellitenbetreiber wie z. B. DigitalGlobe, sondern darum den Begriff „Google“ möglichst oft zu nennen.
    „Weltweit schießen Überwachungssatelliten in die Umlaufbahn der Erde“. Ein Bericht über diese Entwicklung wäre viel interessanter gewesen.

    Zum Thema Datenschutz kann ich nur folgendes sagen: Wenn eine Gesellschaft solch eine Überwachungsmöglichkeit nicht wünscht, dann wird sie verboten und durch technische Gegenmaßnahmen, wie sie zum Beispiel von unserem OntoLab entwickelt werden, unterbunden.

    Mit schönen Grüßen
    Christian Stroetmann

  4. justme sagt:

    Bitte korrigieren Sie den Fehler im Bericht. Es handelt sich nicht um eine Verdoppelung der Auflösung (x 2). Es ist ist eine Vervierfachung der Auflösung (x 4). Auf einem Pixelhaufen 50 x 50 Pixel haben insgesamt 4 Einheiten 25 x 25 Pixel Platz.

  5. Blume sagt:

    Na, da bin ich aber froh, dass man dann endlich die „verschwundene“ 777 wieder finden kann, wenn es möglichst sein wird, die sprichwörtliche Stecknadel im Heuhaufen finden zu können….

    Ok, es sei denn, man hat den Jet versteckt … dann nützt auch das „Superauge“ nicht …
    Schade…

  6. Hans Kolpak sagt:

    Nun ja, wo ist das Problem? Die USA dürfen durch ihre Söldner und durch ihre Soldaten Menschen in vielen Ländern der Erde morden, verdeckt vermutlich in allen Ländern.

    Außerdem sind 25 cm für einen Pixel im Ergebnis eine Farbe und keineswegs eine messerscharfe Darstellung von Gesichtern. Oder sind wir Dinosaurier?

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten