Schweizer Raiffeisen-Bank schaut sich nach Übernahmen um

Die Schweizer Raiffeisen-Bank zeigt sich offen für Übernahmen. Grundsätzlich könne die Bank sowohl in der Vermögensverwaltung als auch im Geschäft mit reichen Privatkunden (Private Banking) zukaufen. Wegen Unsicherheiten bei Steuerfragen seien Übernahmen in der Vermögensverwaltung einfacher.

Die Schweizer Raiffeisen-Bank zeigt sich offen für Übernahmen. „Wir schauen uns alles an, was auf den Markt kommt“, sagte Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz der Schweizer Zeitung Finanz und Wirtschaft. Grundsätzlich könne die Bank sowohl in der Vermögensverwaltung als auch im Geschäft mit reichen Privatkunden (Private Banking) zukaufen. Wegen Unsicherheiten bei Steuerfragen seien Übernahmen in der Vermögensverwaltung einfacher. „Zusätzliche verwaltete Vermögen von 20 bis 30 Milliarden Franken sind durchaus denkbar.“ Derzeit verwalte die Notenstein Privatbank Vermögen von 21 Milliarden Franken (17,4 Milliarden Euro), hinzu kämen rund neun Milliarden der Asset-Management-Gesellschaft TCMG.

Eine Übernahme des internationalen Geschäfts der Privatbank Coutts schloss er weitgehend aus. Die Größe würde zwar stimmen. „Offenbar ist dieses Dossier allerdings aus einer ganzen Reihe von Gründen sehr komplex. Das ist wohl nichts für uns“, sagte Vincenz. Die britische RBS hat Coutts zum Verkauf gestellt und könnte damit bis zu eine Milliarde Franken einnehmen, wie ein Insider vor wenigen Tagen der Nachrichtenagentur Reuters sagte.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte Raiffeisen am Mittwoch als systemrelevant eingestuft. Vincenz ließ offen, welche zusätzlichen Anforderungen nun möglicherweise auf die Bank zukommen. Das werde Thema der Gespräche mit der Bankenaufsicht Finma, die aber noch nicht begonnen hätten, sagte der Raiffeisen-Chef. Durch die Einstufung als systemrelevant werde sich nichts an der Wachstums- und Diversifikationsstrategie der Bank ändern. „Im Rahmen dieser Strategie haben wir in Bereichen investiert, die weniger Kapital beanspruchen als das traditionelle Hypothekargeschäft. Das muss im Interesse der Nationalbank sein“, sagte Vincenz.

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