DGB warnt vor „neuer Ausbeutung“ durch Online-Firmen wie Uber

Die Gewerkschaften warnen vor „neuen Formen der Ausbeutung“ durch Internetfirmen wie dem Taxi-Konkurrenten Uber. Der Konzern zählt zu den am heißesten begehrten Firmen im Silicon Valley. Finanzprofis bewerten die Firma mittlerweile mit 18 Milliarden Dollar, zu den Geldgebern gehören bekannte Unternehmen wie Google oder Goldman Sachs.

Die Gewerkschaften warnen vor „neuen Formen der Ausbeutung“ durch den Siegeszug von Internetfirmen wie dem Taxi-Konkurrenten Uber. DGB-Chef Reiner Hoffmann kritisierte im Nachrichtenmagazin Spiegel Online-Plattformen, die etwa günstige Fahrdienste oder Haushaltshilfen anbieten. „Bei vielen dieser Angebote auf den Plattformen geht es eher darum, dass vor allem die Vermittler dauerhaft schnelles Geld bei Umgehung aller Vorschriften verdienen“, sagte Hoffmann. Dadurch entstünden „neue Formen der oftmals prekären Solo-Selbstständigkeit“.

Ein Dorn im Auge ist ihm insbesondere die umstrittene Fahrdienst-App Uber, gegen die die Taxibranche Sturm läuft. „Wir reden hier nicht über ein gemeinnütziges Internetprojekt“, betonte der Gewerkschafter. Uber zählt zu den am heißesten begehrten Firmen im Silicon Valley. Finanzprofis bewerten die Firma mittlerweile mit 18 Milliarden Dollar, zu den Geldgebern gehören bekannte Unternehmen wie Google oder Goldman Sachs. „Denen geht es nur um eines: so viel Geld zu verdienen wie möglich“, unterstrich der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

Anders als traditionelle Taxiunternehmen betreibt Uber keinen Fuhrpark, sondern vermittelt Fahrten per Smartphone. Uber-Fahrer arbeiten auf eigene Rechnung. In Deutschland haben die Großstädte Hamburg und Berlin den Uber-Dienst per Unterlassungsverfügung verboten. Dagegen wehrt sich die Firma juristisch.

Hoffmann fürchtet eine massive Aushöhlung von Arbeitnehmerrechten. „Die Politik muss dafür sorgen, dass Kündigungsschutz, Mindestlöhne, Arbeitsschutz und Arbeitszeitregeln auch für die neuen digitalen Angebote gelten“, forderte er. Besorgt äußerte sich auch Wirtschaftsstaatsekretärin Brigitte Zypries. „Im Silicon Valley herrscht eine Goldgräberstimmung, und die Share-Economy wird nur positiv gesehen“, sagte die SPD-Politikerin dem Magazin. „Die sozialen Folgen werden ausgeblendet.“ Auch aus ihrer Sicht sind etliche Punkte dringend zu klären, darunter die ordnungsgemäße Versteuerung der Einnahmen sowie Haftungs- und Versicherungsfragen.

Kommentare

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  1. J4Y sagt:

    Habt Ihr noch nie etwas von Pizza.de oder Lieferservice.de oder lieferando.de oder sonstigem gehört ? Der Einstieg vor ein paar Jahren betrug noch wenige Prozent. Heute bekommt so ein Anbieter pro Bestellung 13 % Provision. Unverschämt viel kurz gesagt. Die senden nur ein Fax raus, das wars. Daran stört sich der Artikel aber leider nicht.

  2. cashca sagt:

    Beteug wo man hinschaut. da kann man nur sagen, Hände weg von Internetgeschäften, man weiß nie , wer dahinter steckt.
    Und, wo Goldmann draufsteht ist Beteug drinn.

  3. Rolf Ernst sagt:

    Uber verstößt vorsätzlich gegen deutsche Gesetze, kann aber zunächst dafür nicht haftbar gemacht werden, da er hier nicht seinen Betriebssitz hat. Verarscht ist vor allem der Fahrer, der ohne amtsärztliche Kontrolle unversichert Kunden befördert und dafür alleine juristisch geradestehen muss.

  4. C.T. sagt:

    Mir ist auch nicht klar, warum hierüber überhaupt diskutiert wird. Für die Beförderung von Personen gegen Entgelt braucht man nun mal in Deutschland einen s.g. P-Schein. Wenn man den nicht hat, verstößt man gegen geltendes Recht. Also erübrigt sich doch hier dieses ganze Gerede. Wer dabei erwischt wird, muss seinen Führerschein abgeben und eine saftige Geldstrafe zahlen. Wenn unsere US-hörigen Politschergen der Meinung sind, dass es „legal“ ist gegen Gesetze zu verstoßen, gehören diese Leute ebenso vor Gericht gestellt.

  5. Blume sagt:

    Was ich nicht verstehe:
    zur Personen-Beförderung braucht man eine entsprechende Lizenz,
    also sollte es doch ganz klar sein, dass dieses „Uber-Modell“ nicht
    erlaubt ist …
    Da sollte einfach mal rigeros durchgegriffen werden:
    zuerst eine Verwarnung, im Wiederholungsfall: Fahrzeug beschlagnahmen.

    Das würde sicher abschreckend wirken…

    Wie es aussieht haben „unsere Freunde“ auf der anderen Seite
    des Atlantiks schon längst mit den Methoden, die durch TTIP erlaubt
    werden sollen, begonnen…

    Die Fahrer und die Fahrgäste tragen das Risiko und die „Ami-Schrecken“
    streichen auch noch Geld dafür ein, ganz abgesehen von den Auswirkungen
    für die Taxen und sonstigen ordnungsgemäß arbeitenden Fuhrunternehmer.