Arbeitgeber nutzen Macht der Benefits für das Firmen-Image

Neun von zehn Firmen bauen beim Recruiting auf Zusatzleistungen, denn zufriedene Mitarbeiter tragen ein positives Firmen-Image nach außen. Für potenzielle Arbeitnehmer erhöhen Benefits wie das Diensthandy oder der Firmenwagen die Attraktivität des Arbeitgebers. Allen voran muss das Unternehmen aber Erfolg vorweisen können.

Neben dem monatlichen Gehalt haben Arbeitgeber die Möglichkeit, talentierten Arbeitskräften beim Recruiting attraktive Zusatzleistungen anzubieten. Nur ein Viertel aller Befragten legte einer Umfrage zufolge gar keinen Wert auf Zusatzleistungen (Benefits) wie Laptops, das Firmenhandy oder einen Dienstwagen.

547 Arbeitnehmer stimmten in einer Studie des österreichischen Job-Portals Karriere.at im vergangenen Monat über die Frage nach dem Nutzen von Benefits ab. Der größte Teil präferiert Praktisches wie Handy, Firmenwagen oder Laptop. Das sind Dinge, die die persönliche Infrastruktur verbessern (44 Prozent). Ein knappes Viertel meint, dass auch ein gutes Arbeitsklima definitiv durch den Magen geht und setzen das leibliche Wohl (gute Kantine, Süßigkeiten) voraus. Mit sieben Prozent sind jene in der Minderheit, die sich von Fitness-Angeboten ansprechen lassen. Jeder Vierte hält von Goodies generell nichts und findet, dass finanzielle Anreize Wohlfühlfaktor genug sind.

Die „Macht der Benefits“ ist auch auf Arbeitgeberseite Thema. Mehr als die Hälfte der befragten 149 Unternehmensvertreter (51 Prozent) glaubt, dass Zusatzleistungen von Bewerbern heute erwartet werden. 37 Prozent sind vollkommen von deren Wirkung überzeugt und finden: „Das macht eine Firma besonders.“ Nur acht Prozent gehen davon aus, dass Benefits beim Recruiting kaum wahrgenommen werden und die Minderheit (4 Prozent) ist der Meinung, dass bei der Personalsuche nur das Gehalt ausschlaggebend ist.

„Attraktive Benefits allein machen noch keine gute Unternehmenskultur. Sie sind aber wesentlicher Baustein eines positiven Arbeitgeberimages und tragen definitiv dazu bei, dass sich Mitarbeiter im Job wohlfühlen“, so Jürgen Smid, karriere.at-Geschäftsführer, das Umfrageergebnis. Damit sich Zusatzleistungen aber auch positiv auf das Recruiting auswirken, müssen zwei Dinge beachtet werden: Einerseits sollten die Benefits auf die Bedürfnisse und Anforderungen der Belegschaft abgestimmt sein. Darüber hinaus muss ein positives Arbeitgeberimage auch nach außen getragen werden, ist Smid überzeugt: „Hier gilt definitiv: Tue Gutes und rede darüber. Die beste Werbung nach außen sind zufriedene Mitarbeiter. In Zeiten, in denen potenzielle Kandidaten stellenausschreibende Unternehmen vorab im Internet auf Herz und Nieren prüfen, sollten Arbeitgeber diesbezüglich großen Wert auf ihre digitale Arbeitgebermarke legen.“

Der Erfolg eines Unternehmens ist für Toptalente ebenfalls ein wichtiger Faktor bei der Wahl des Arbeitgebers. Der Unternehmensberatung McKinsey zufolge ist er sogar wichtiger als Faktoren wie Standort, Gehalt und Work-Life-Balance. Für die Arbeitgeberstudie „Most Wanted“ von e-fellows.net und McKinsey & Company wurden 6.000 Studenten zu ihren Präferenzen bei der Wahl des künftigen Arbeitgebers befragt.

Allgemeingültige Kriterien rücken in den Hintergrund, wenn sich die Befragten mit konkreten potenziellen Arbeitgebern beschäftigen. Werden sie gebeten, in einer Kriterienliste die für sie wichtigsten Punkte anzugeben, dann rangieren etwa ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf und Privatleben und kollegiale Zusammenarbeit weit oben. Fragt man die Kandidaten aber nach ihrer Einschätzung zu konkreten Unternehmen, dann sind ihnen ganz andere Argumente wichtig. Das erhoffte Gleichgewicht zwischen Freizeit und Beruf landet im Rahmen dieser Selbstbewertung auf dem letzten Platz aller 19 untersuchten Kriterien.

„Die Toptalente der Generation Y suchen schnelle Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten bei renommierten Unternehmen. Sinnstiftende Aufgaben und Flexibilität sind ihnen wichtiger als Gehälter und Statussymbole“, sagt Johannes Elsner, Leiter des Münchner Büros von McKinsey.

Bewerber informieren sich bevorzugt über die Webseite des Unternehmens, Familie und Bekannte sowie Karrieremessen und Praktika über ihren Wunscharbeitgeber. Neben diesen Informationsquellen vertrauen die Absolventen auch weiterhin sehr stark auf die Meinung von Familie, Freunden und Bekannten.

Facebook hingegen nutzt nur ein Viertel der Bewerber zur Information über potenzielle Arbeitgeber. 35 Prozent der Befragten sind bei mindestens einem Talentbindungsprogramm registriert. Größte Anreize für die Teilnehmer: der direktere Kontakt zu Unternehmen, bessere Bewerbungschancen und leichterer Zugang zu Auslandspraktika.

Kommentare

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  1. PeppermintPatty sagt:

    Statt Handy, Firmenwagen und / oder Laptop wäre mir einen anständige Bezahlung und menschliche Behandlung – vielleicht auch mal ein Lob ? – durch den Arbeitgeber wesentlich lieber. Aber das ist wohl zuviel verlangt !