Finanz-Krise hat Mittelschicht in Europa radikalisiert

Der private US-Geheimdienst Stratfor warnt vor den Folgen der Finanzkrise für die Mittelschicht in Europa. Der finanzielle Abstieg treibe ansonsten gemäßigte Bürger in die Hände radikaler Parteien. Die EU habe vor lauter Bankenrettung die Mittelschicht vernachlässigt.

Der private US-Nachrichtendienst Stratfor malt ein düsteres Bild von der Zukunft Europas. Der Zusammenhalt innerhalb der EU sei nicht mehr vorhanden, weil sich der Wohlstand in einem Prozess der Auflösung befinde. Die politischen Abweichungen seien unverkennbar und Großbritannien droht mit dem EU-Austritt. Zudem werde die politische Kluft zwischen Russland und Europa immer größer.

Doch die wichtigste Entwicklung sei der Erfolg der Anti-EU-Parteien, die sich gegen das Establishment richten. Die europäischen Regierungen haben den Erfolg jener Parteien als vorübergehende Protest-Erscheinung gewertet. Allerdings seien diese Kräfte ein Vorbote für die Zukunft Europas. Sie werden nicht von der Unterschicht, sondern von der Mittelschicht massiv unterstützt, meldet Stratfor.

Die Träume und Hoffnungen zahlreicher Europäer mittleren Alters aus der Mittelschicht seien angesichts der Finanzkrise zerstört worden. Diese Schicht sei nun die neue Bedrohung für Europa. Denn sie sei zunehmend radikalisiert und wende sich dem Faschismus zu. Es seien nicht die jungen oder älteren Europäer, die eine Gefahr für den öffentlichen Frieden darstellen.

Es werde sich zeigen, wie die Europäer im Zuge der Wirtschaftskrise in Verbindung mit hoher Arbeitslosigkeit mit ihren Einwanderern umgehen werden. Europa finde keinen Ausweg aus der Krise und der Kontinent werde noch viele Jahre in dieser Krise stecken bleiben.

Doch insbesondere die Deutschen sollten sich große Sorgen um das Banken-System machen. Denn die Kosten der Banken-Rettung werden auf die Bevölkerung abgewälzt. Deutschland ist im ESM große Verpflichtungen eingegangen und trägt die größten Garantien. Im Rahmen der Bankenunion kommt auf die deutschen Steuerzahler eine bisher nicht dagewesene Haftung für Banken außerhalb der nationalen Bankenaufsicht zu.

Die Finanz-Eliten der EU seien besessen vom Banken-System, so Stratfor. Es herrsche der Irrglaube vor, dass die Kreditwürdigkeit der Banken gegeben ist. Dieses Fehlurteil stütze sich auf die Ergebnisse von Banken-Stresstests.

In vier EU-Ländern liegt der Anteil von faulen Krediten an allen Brutto-Krediten bei über 20 Prozent. In sechs Ländern liegen die Anteile zwischen 10 und 20 Prozent. In der gesamten EU liegt die Quote bei durchschnittlich 7,3 Prozent, berichtet Stratfor.

Spanien hat eine Arbeitslosenquote von 24 Prozent und eine faule Kreditrate in Höhe von 8,2 Prozent. Portugal hingegen hat eine Arbeitslosenquote von 14,6 Prozent und eine faule Kreditrate von 4,3 Prozent.

Hohe Arbeitslosenzahlen führen zwangsläufig zu hohen Verbraucherschulden und zum Konsumrückgang. Das Wirtschaftswachstum in Europa breche derzeit ein. Doch den EU-Politikern fehlt ein Gegenrezept.

Kommentare

Dieser Artikel hat einen Kommentar. Wie lautet Ihrer?

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

  1. wOLFGANG sagt:

    Die EU ist die Institution, mit der die USA über die europäischen Nationen herrscht.
    Deutschland trägt dabei die Hauptlast, denn Deutschland darf seine Interessen nicht vertreten (die Medien und die Elite werden von der USA kontrolliert). Wenn die Deutschen aufbegehren, werden sie mit der Nazi-Keule seitens der eigenen Medien behandelt. Neue politische Parteien werden gezielt unterwandert und sabotiert. Zudem werden Nazi-events und Terror-Events gezielt veranstaltet (z.B. NSU, Sauerland-Attentäter, RAF).