Lufthansa-Streik: Piloten wollen Reisende rechtzeitig vorwarnen

Die Piloten-Gewerkschaft Cockpit will Lufthansa -Passagieren vor einem möglichen Streik genügend Vorwarnzeit geben.Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg sage, die Maßnahmen würden mit genügend Vorlauf angekündigt.Die Gewerkschaft hatte zuvor die Verhandlungen mit der Lufthansa für gescheitert erklärt und Streiks ab sofort für möglich erklärt.

Die Piloten-Gewerkschaft Cockpit will Lufthansa -Passagieren vor einem möglichen Streik genügend Vorwarnzeit geben. „Wir werden die Arbeitsmaßnahmen mit ausreichendem Vorlauf ankündigen, damit sich die Reisenden darauf einrichten können“, sagte Cockpit-Sprecher Jörg Handwerg am Samstag. Am Freitagabend hatte die Gewerkschaft die Verhandlungen mit der Lufthansa für gescheitert erklärt und Arbeitskampfmaßnahmen angekündigt, „mit denen ab sofort gerechnet werden“ müsse. Die Fluggesellschaft forderte Cockpit auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Anfang April hatten die Piloten die Fluglinie im größten Streik der Firmengeschichte drei Tage lang nahezu komplett lahmgelegt.

Cockpit fordert für die 5400 Piloten mehr Geld und vor allem die Beibehaltung der betriebsinternen Frührente. Die Lufthansa hingegen will diese neu regeln, da die derzeitige Finanzierung allein durch den Konzern langfristig ruinös sei. Die Gewerkschaft gab nun bekannt, die Gespräche mit Hilfe eines Moderators seien fehlgeschlagen. „Wir werden uns nun weiter gegen den Kahlschlag wehren, den das Unternehmen plant.“ Die Lufthansa habe mitten in den Verhandlungen ihre Pläne für einen neuen Billig-Anbieter vorgestellt, kritisierte Handwerg. „Damit versucht sie, bestehende Tarifregeln brachial aufzubrechen.“

Das Management nannte die Cockpit-Entscheidung nicht nachvollziehbar. „Die Lufthansa möchte die Gespräche mit allen Gewerkschaften – auch der Vereinigung Cockpit – in der konstruktiven Atmosphäre der letzten Wochen fortsetzen“, hieß es in einer Erklärung des Unternehmens. Die Lufthansa habe sich bei allen Cockpit-Forderungen verhandlungsbereit gezeigt und verbesserte Vorschläge unterbreitet.

Die Lufthansa will ihren jüngsten Gewinnrückgang mit Billig-Ablegern unter der Marke „Wings“ im Kurz- und Langstreckenverkehr aufholen. Mit dieser Strategie will der neue Lufthansa-Chef Carsten Spohr schnell wachsenden Rivalen wie Easyjet oder Ryanair in Europa Paroli bieten.

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