Arbeitslosigkeit in Deutschland steigt stärker als erwartet

Im August ist die Arbeitslosigkeit stärker gestiegen als in den Jahren zuvor. Die Bundesagentur macht für den Anstieg nicht das Wetter, sondern die unterschiedlichen Termine der Sommerferien in den Bundesländern verantwortlich. Die Ukraine wurde nicht erwähnt - wohl auch, um Widerstand der deutschen Arbeitnehmer gegen die Russland-Politik zu vermeiden.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Ferienmonat August etwas stärker als üblich gestiegen. Sie legte im Vergleich zum Vormonat um 30.000 auf 2,902 Millionen zu, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag mitteilte. Im Schnitt der vergangenen Jahre lag das Plus bei rund 22.000. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 6,6 auf 6,7 Prozent. “Ein Anstieg ist im August üblich, er fiel aber stärker aus als in den letzten Jahren”, erklärte die Bundesagentur. “Grund ist, dass die Sommerferien in vielen Bundesländern später begonnen haben und im August in allen Ländern noch andauerten.”

In der Ferienzeit stellen Unternehmen weniger Personal ein, während sich viele Jugendliche nach Schul- oder Ausbildungsabschluss vorübergehend arbeitslos melden. Werden solche saisonalen Faktoren herausgerechnet, dann nahm die Erwerbslosenzahl um 2000 zum Vormonat zu. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen einen Rückgang um 5000 erwartet.

Im Vergleich zum August 2013 nahm die Zahl der Erwerblosen um 44.000 ab. “Die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt setzt sich tendenziell fort”, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise. “Auch für die nächste Zeit erwarten wir aus heutiger Sicht keine wesentlichen Änderungen. Ein signifikanter Anteil der Erwerbstätigen arbeitet allerdings Teilzeit oder im Billigsegment. Viele Arbeitnehmer brauchen mehrere Jobs, um über die Runden zu kommen.

Interessanterweise erwähnte Weise die Ukraine-Krise nicht. Zuletzt hatte der Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft Befürchtungen geäußert, dass die Sanktionsspirale die deutsche Wirtschaft bis zu 50.000 Arbeitsplätze kosten könnte. Offenbar will die Bundesregierung vermeiden, dass die Arbeitnehmer die deutsche Russland-Politik für die Probleme am deutschen Arbeitsmarkt verantwortlich machen.

Kommentare

Dieser Artikel hat 7 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Syssiphus sagt:

    Kein Wunder,die vielen ausländischen Fachkräfte besetzen die freien Stellen.

    • jule sagt:

      ich wohn direkt neben ner Werft — viele Autos parken bei mir vomHaus: Polen, Bulgarien, Rumänien — arbeiten dort als Werkvertragler, Zeitarbeiter , sonstwas

      zeitgleich ist ein bekannter von mir als gelernter Schiffbauer arbeitslos und wartet mit 35 auf eine Umschulung zum Tischler.

      natürlich kommen auch welche aus den anderen ländern, die hier arbeiten, aber der Preis dafür ist oft der Sozialhilfeempfänger oder Arbeitslose auf der anderen Seite, der deshalb nicht benötigt wird und nicht eingestellt wird.

  2. darilari sagt:

    Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass die Bevölkerung dieses Landes clever genug ist zu erkennen, dass zwischen den Politik der Bundesregierung und der Eintrübung der Wirtschaft ein Zusammenhang besteht. Es gab Umfragen: Die Deutschen forderten „noch härtere“ Sanktionen gegen Russland. Das zeigt wo wir als Gesellschaft stehen.

  3. Conrad sagt:

    Man könnte auch schreiben die Arbeitslosenzahl + die Arbeitslosen die in sinnlosen Maßnahmen, 1 Euro Jobs usw. stecken. Dann hätten wir eine ehrliche Zahl!

    P.S. Wie viele Arbeitslose haben wie denn ehrlich? Gruss

    • jule sagt:

      wir haben über 7 Mio. Hartz IV und Sozialgeldempfänger, Sozialgeld = Kinderleistung.

      von den dann übriggebliebenen ca. 4,9 Mi Arbeitslosen sollen ca 4 Mio. als arbeitsfähig eingestuft worden sein, einige zieht man dann wg. Kindererziehung noch ab, wobei man diese ja zumindest Teilzeit vermitteln will.

      Menschen mit Migrationshintegrund sind mit knapp 17% doppelt so oft arbeitslos wie Autochthone. Davon haben knapp 60% keinerlei Ausbildung oder vergleichbar.

      ab 58 zählt man nicht mehr als arbeitslos, auch die in Weiterbildungen, Theaterkursen, Schreibkursen, Umschulungen, Ein EuroJobs, etc. nicht.

      Von den Neueinwanderern werden viele in den nächsten Jahren noch in den Hilfebezug fallen, die haben es nur noch nicht in den Leistungsnbezug geschafft, aber über 64% der Rumännen und Bulgaren sind ungelernt. Also nur eine Frage der Zeit.

      und da man in DE ab 30 schon zu den alten Säcken gehört, kommen viele nicht an Schülerbafög, Umschulung oder anderem ran und müssen deshalb arbeitslos oder Aufstocker bleiben, weil keiner dafür zahlen will, das sie eine Neuchance am A-Markt erhalten. Der Fachkräftemangel kommt daher, dass zu wenig Fluktuation und Neuqualifizierungspotentiale vorhanden sind.

      viele lernen als Erstausbildung etwas überlaufenes oder ohne Zukunft, kommen dann aber nicht mehr raus.

    • jule sagt:

      man darf aber die Minijobber und Unterbeschäftigten nicht unterschlagen — die wollen eigentlich mehr arbeiten oftmals — das wären noch mal ca. 3 Mio. Personen, v.a. Frauen.

  4. Max sagt:

    Lügen, verdrehen, vertuschen, täuschen, manipulieren, behaupten, es gibt eine ganze Reihe von Eigenschaftswörtern, die auf die Aussagen unserer Politiker zutreffen. Eines ist gewiss, seit geraumer Zeit erfahren die Menschen nicht mehr die Wahrheit und werden dumm gehalten. Die Mehrheit glaubt den falschen Aussagen der Politiker(innen). Das funktioniert so lange, bis es zum grossen Knall kommt, wenn der Lügendeckel nicht mehr dicht hält. Bald ist es soweit.