Onlinebanking wächst in Osteuropa schneller als in Österreich

Mehr als jeder zweite Österreicher und Tscheche und fast jeder zweite Slowake nutzen Bankdienste übers Internet. Die Filiale stirbt aber nicht aus: Deutlich mehr als zwei Drittel aller Bankkunden in Zentral- und Osteuropa besuchen nach wie vor Bankfilialen.

Das Konsumentenverhalten befindet sich in einem Wandlungsprozess und mit ihm auch das klassische Bankgeschäft. Rund 70 Prozent der Menschen im bankfähigen Alter in Österreich und Zentral- und Osteuropa (CEE) sind online. Fast zwei Drittel der Österreicher, nahezu jeder zweite Kroate und ein Drittel der Slowaken, Ungarn und Serben haben bereits ein Smartphone. Und immer mehr verwenden den Computer für die Hosentasche auch, um mit ihrer Bank in Verbindung zu treten. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Erste Group. In Tschechien zeigt sich der Trend zur steigenden Nutzung von Onlinebanking am deutlichsten. Während im Jahr 2010 nur 38 % der Tschechen von Onlinebanking Gebrauch machten, waren es 2013 bereits 62 %.

Bankgeschäft ist heute nicht mehr das, wo man hingeht, sondern das, was man tut“, sagte Dieter Stock, Leiter von Customer Experience in der Erste Group. „Zwar liegt der Anteil der Bankkunden, die Onlinebanking nutzen, in Rumänien bei vergleichsweise niedrigen 6 Prozent und in Serbien bei 5 Prozent, doch vor vier Jahren waren es in beiden Ländern lediglich 2 Prozent. In allen unseren Märkten beobachten wir ein rasches und stabiles Wachstum bei der Nutzung digitaler Kanäle“, fügte Stock hinzu.

Heute setzt inzwischen fast ein Fünftel aller Rumänen und sogar mehr als ein Drittel der Serben auf eine Kombination aus digitalen Kanälen – wie Onlinebanking oder mobile Anwendungen – und dem Besuch einer Filiale.

Am höchsten ist der Anteil jener Bankkunden, die sowohl digitales Banking als auch Filialen nutzen, in Österreich (45 %), knapp gefolgt von der Slowakei (44 %) und Tschechien (43 %). Im Mittelfeld der „gemischten Nutzung“ liegen Ungarn (33 %) und Kroatien (28 %). „Trotz des teilweise starken Gefälles zwischen den CEE-Ländern bei der Nutzung digitaler Kanäle zeigt die Studie einen klaren Wachstumstrend in allen Ländern“, so Dieter Stock.

Um einen Kredit aufzunehmen oder sich zu Produktdetails beraten zu lassen, bevorzugen die meisten der Befragten in CEE und Österreich nach wie vor den Besuch einer Filiale. Die Überprüfung des Kontostands oder bargeldlose Überweisungen werden inzwischen vor allem digital erledigt. „Der Fokus auf mobile Anwendungen alleine wird nicht ausreichen, um Kunden zu gewinnen und langfristig zu binden“, meint Stock. In den letzten zwölf Monaten waren jeder zweite Österreicher, vier von zehn Slowaken und Serben und rund ein Drittel aller Kroaten und Tschechen in einer Bankfiliale, um sich von ihrem Bankberater betreuen zu lassen. Viele nutzen die Bankfiliale als Selbstbedienungszone. Mehr als drei Viertel der Österreicher, Ungarn, Serben und Kroaten wickelten im letzten Jahr ihre Bankgeschäfte auch in der Selbstbedienungszone der Bankfiliale ab. „Menschen, die heute ihren Bankbetreuer aufsuchen, erwarten Top-Beratung und das Gefühl, willkommen zu sein. Um mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten, müssen Banken einen entsprechenden Mix aus Filialen und digitalen, schnell verfügbaren Diensten anbieten“, so Stock abschließend.

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