Kanada provoziert Putin mit Landkarte: Wo beginnt Russland?

Die Kanadier haben Russlands Präsident Putin mit einer aggressiven Landkarte provoziert. Interessant: Für die kanadischen Nato-Diplomaten gibt es die Ukraine nicht, sondern nur eine Welt mit Russland und Nicht-Russland. Putin kontert und zeigt die Krim als Teil Russlands.

Die kanadische Nato-Botschaft hat Russlands Präsident Wladimir Putin provoziert: Die russische Sicht macht klar, dass die Krim unwiderruflich ein Teil Russlands ist. Das zeigt eine von der russischen Nato-Mission veröffentlichte Landkarte. Wirklich überraschend kommt der Vorstoß nicht: Sogar Sigmar Gabriel hat eingeräumt, dass Russland die Krim nicht wieder an die Ukraine zurückgeben werde.

Ausgelöst wurde die Publikation des vielsagenden Dokuments durch eine Aktion der kanadischen Nato-Mission: Sie hatte am Mittwoch eine Karte veröffentlicht, auf der die ganze Ukraine inklusive Krim als „Nicht-Russland“ eingefärbt war. Die Kanadier hatten die Karte als „Leitfaden für russische Soldaten, die sich verirrt haben und ,versehentlich‘ die Ukraine betreten“, in Umlauf gebracht. Allerdings erfahren russische Grenzgänger nicht, welches Land sie irrtümlich betreten: Denn die Kanadier haben Ukraine einem imaginären Reich namens „Nicht-Russland“ zugeschlagen.

Putins Gegenentwurf wurde dem Kanadiern mit der süffisanten Bemerkung übermittelt, man wolle die Nato-Diplomaten über die tatsächlichen Verhältnisse aufklären: Demnach ist die Krim bereits Teil Russlands, was im internationalen Völkerrecht (noch) nicht bestätigt ist. Interessant auch: Russland hält die Gebiete von Süd-Ossetien und Abchasien für umstritten – ein Hinweis für mögliche neue Auseinandersetzungen, etwa mit Georgien, das von der EU ähnlich umworben wird wie die Ukraine.

Die russische Karte kann jedoch auch Beleg dafür gesehen werden, dass es dem russischen Präsidenten entgegen seiner bisherigen Beteuerungen sehr wohl um eine territoriale Ausbreitung Russlands geht. Die pro-russischen Rebellen macht mit Moskaus Hilfe erhebliche Fortschritte, die Kontrolle über den Osten der Ukraine zu erlangen. In Kiew protestierten wütende Bürger gegen die Schwäche der ukrainischen Armee, die offenkundig Schwierigkeiten hat, die Rebellen zu besiegen.

Gut möglich, dass die russische Karte schon bald überarbeitet werden wird.

Kommentare

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  1. Rinaldo sagt:

    Die Vorgeschichte zu diesem vermeidbaren höchst gefährlichen Konflikt direkt vor unserer Haustür muß sich jeder selbst klarmachen ; sie wird bei der gegenwärtigen Diskussion regelmäßig vergessen oder unterschlagen ; muß sich also jeder , der nicht alles nachplappern will , selber erarbeiten .
    Realität ist also nun , daß Europa ( der Winter naht ) das Gas braucht , also bis auf die noch nicht einmal beschlossenen Sanktionen nichts erwidern kann . “ Groß – Europa “ wird also auf die Ostukraine verzichten müssen , das sowieso eine Unmege Geld kosten würde bei einem Wiederaufbau . Europa hat danach riesige Gebietsgewinne , reichlich zusätzliche Bodenschätze , Zugang zum Schwarzen Meer und kann ganz zufrieden sein .

  2. kay sagt:

    Solche Karten sollten die Kanadier auch der US- Administration schicken. Die wissen oft auch nicht wie die Grenzen verlaufen.

  3. Rudolf Steinmetz sagt:

    Kanada gehört, so wie Australien und Neuseeland – zum Machtbereich der angelsächsichen Dominanz, mit Sitz in der City of London.