Germanwings verliert Millionen durch Piloten-Streik

Die Piloten-Gewerkschaft Cockpit schließt nach dem Streik bei Germanwings auch Folgestreiks bei Lufthansa nicht mehr aus. Die Piloten verleihen ihren Forderungen Nachdruck: Germanwings hat an einem Streiktag einen zweistelligen Millionenbetrag verloren.

Nach dem Streik bei der Lufthansa -Tochter Germanwings nehmen die Piloten auch die Kranich-Fluglinie selbst ins Visier. „Wir schließen am Wochenende und Anfang nächster Woche Streiks bei Lufthansa und Lufthansa Cargo nicht aus„, sagte Markus Wahl, Vorstand der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit, am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Es habe keine Annäherung mit dem Lufthansa-Management in dem Tarifstreit gegeben, in dem die 5.400 Piloten die Beibehaltung der betriebsinternen Frührente fordern. Jede Aktion werde einen Tag vorher angekündigt.

Die Lufthansa zeigte sich auch nach dem Streik kompromisslos. „Wir haben ein konkretes Angebot vorgelegt“, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Es liege in der Verantwortung der Gewerkschaft, den Streik zu beenden. An der Börse kam die Aussicht auf einen Dauerstreik nicht gut an: Die Lufthansa-Aktie brach um bis zu 2,4 Prozent ein und war damit der größter Verlierer im Leitindex Dax.

Am Freitagmorgen legten zunächst die Piloten der Billigfluglinie Germanwings die Arbeit sechs Stunden lang nieder. Insgesamt seien 15.000 Passagiere betroffen gewesen, 116 Flüge der 164 geplanten Flüge fielen aus, sagte ein Sprecher der in Köln ansässigen Airline. Die Fluggesellschaft strich vor allem innerdeutsche Flüge, auf denen die Gäste auf die Bahn ausweichen konnten. Nahezu alle Verbindungen in die Urlaubsgebiete konnte Germanwings aufrechterhalten. Dazu seien auch Flugkapitäne eingesetzt worden, die inzwischen im Management arbeiteten. Auch haben viele Reisende bereits im Vorfeld der Streikankündigung umgebucht oder storniert. Der finanzielle Schaden liege bereits in einem zweistelligen Millionen-Bereich, sagte ein Germanwings-Sprecher. Neben den direkten Streikkosten schlage auch zu Buche, dass seit Ankündigung des Ausstands die Flugbuchungen zurückgingen.

Mit dem Streik verlieh Cockpit der Forderung nach einer Beibehaltung einer betriebsinternen Frührente Nachdruck. Die Lufthansa will das Renteneintrittsalter erhöhen und die Piloten an der Finanzierung beteiligen. Bislang konnten Piloten frühestens mit 55 Jahren in Rente gehen – sie erhielten dann bis zu 60 Prozent ihrer letzten Bezüge.

Ihre Schlagkraft hatte die Gewerkschaft bereits im April unter Beweis gestellt, als die Piloten die Arbeit für drei Tage niederlegten. Damals musste die Kranich-Linie 3.800 Flüge annullieren, insgesamt waren 425.000 Passagiere betroffen.

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