Chinas Unternehmen investieren mehr in Deutschland

Die Zahl der Projekte, an denen chinesische Investoren beteiligt sind, ist innerhalb eines Jahres deutlich gestiegen. Nirgendwo sonst investieren chinesische Unternehmen so viel wie in Deutschland. Nue die USA und die Schweiz sind an noch mehr Projekten in Deutschland beteiligt.

Deutschland ist einer Studie zufolge bei chinesischen Investoren so beliebt wie nie zuvor. 2013 haben Unternehmen aus der Volksrepublik direkt in 68 Projekte investiert, wie aus einer am Montag veröffentlichten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hervorgeht. Ein Jahr zuvor seien es erst 46 gewesen. Damit habe sich Deutschland als attraktivster Standort für chinesische Unternehmen in Europa behauptet, vor Großbritannien und Frankreich. Innerhalb Deutschlands liege Nordrhein-Westfalen in der Gunst der Chinesen mit 40 Projekten vorn.

Die Ergebnisse beziehen sich auf Daten des EY European Investment Monitors. Die Studie fasst Projekte zusammen, durch die Standorte oder Arbeitsplätze geschaffen wurden. Nicht berücksichtigt sind Fusionen und Übernahmen. Dabei kommen immer häufiger Chinesen zum Zug. Erst am Wochenende teilte S.A.G. Solarstrom mit, das operative Geschäft an eine Tochter der chinesischen Shunfeng Gruppe zu übertragen. Diese hatte auch bereits die Marke und große Teile der insolventen Solarkonzerns Sunways gekauft.

Der Abbau bürokratischer Hürden erleichtert es chinesischen Firmen seit diesem Jahr, bei interessanten Investitionsobjekten in Übersee schneller zuzugreifen. Der Trend werde auch deshalb anhalten. „Die Werkbank der Welt zu sein genügt den chinesischen Unternehmen schon lange nicht mehr“, erklärte Yi Sun, Partnerin bei EY Deutschland. 2013 seien 25 Firmen von chinesisches Unternehmen gekauft worden und das Interesse sei weiter „riesengroß“. Inzwischen sei die Volksrepublik drittgrößter Investor in Deutschland – hinter den USA (142 Projekte) und der Schweiz (98 Projekte).

In den vergangenen Jahren haben chinesische Unternehmen durch Übernahmen wiederholt für Aufsehen gesorgt. So gingen 2012 die Betonpumpen-Hersteller Schwing und Putzmeister an XCMG beziehungsweise Sany, Hebei Lingyun übernahm den Autozulieferer Kiekert.

Kommentare

Schreiben Sie den ersten Kommentar zum Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.