Russland baut Wirtschaftsbeziehungen mit Asien aus

Die Kooperation Russlands mit Asien weitet sich aus. Thailand eilt Russland im Handelskrieg mit der EU zu Hilfe und bietet Putin an, jene Lebensmittel zu liefern, die die Russen bisher von aus der EU und den USA bezogen haben. Russland startet zudem den Bau einer 4.000 Kilometer langen Pipeline nach China.

Thailand hofft vom Ukraine-Konflikt profitieren und mehr Lebensmittel nach Russland liefern zu können. «Russland hat großes Interesse am Import von Nahrungsmitteln und landwirtschaftlichen Produkten aus Thailand gezeigt, nachdem es Importe aus der EU sowie den USA verboten hat», sagte die Staatssekretärin im Handelsministerium, Chutima Bunyapraphasara, am Dienstag der Zeitung «The Nation». Russland hatte am 7. August als Reaktion auf EU- und US-Sanktionen in der Ukraine-Krise eigene Strafmaßnahmen gegen westliche Staaten verhängt und einen Importstopp für Lebensmittel aus dem Westen eingeführt.

Russland treibt inmitten wachsender Spannungen mit dem Westen den Ausbau seiner Gas-Absatzmärkte in Asien voran. Im Beisein von Präsident Wladimir Putin startete am Montag der Bau der 4000 Kilometer langen Pipeline „Kraft Sibiriens“, über die ab 2019 russisches Erdgas nach China fließen soll. Zunächst sind es nach Angaben des Staatskonzerns Gazprom fünf Milliarden Kubikmeter (bcm) jährlich, später soll die Liefermenge auf 38 Milliarden bcm steigen. Es sei das „größte Bauprojekt der Welt“, sagte Putin vor Vertretern Chinas und Gazproms. Es ermögliche Russland nicht nur den Export von Erdgas, sondern auch, „die Gasinfrastrukur in unserem Land zu entwickeln und die (wirtschaftliche) Entwicklung zu beschleunigen“.

Wegen des Konflikts mit dem Westen in der Ukraine-Krise verstärkt Russland seine Bemühungen, die Abhängigkeit vom europäischen Markt zu verringern und die Wirtschaftsbeziehungen mit Asien auszubauen. Im Mai unterzeichneten Gazprom und China Abkommen über die Lieferung von Erdgas und den Ausbau von Infrastruktur im Umfang von 400 Milliarden Dollar.

Ende 2018 soll Gazprom zufolge das Tschajanda-Gasfeld in Jakutien in Betrieb genommen werden. Es gilt als eines der wichtigsten Vorkommen, um China mit Erdgas zu beliefern. Gazprom deckt mit seinen Lieferungen rund ein Drittel des europäischen Erdgasbedarfs – im vergangenen Jahr waren es 161,5 bcm. Das Unternehmen ist nicht direkt von den vom Westen gegen Russland im Ukraine-Konflikt verhängten Wirtschaftssanktionen betroffen.

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