Jazenjuk: Wir haben die Absicht, eine Mauer gegen Russland zu errichten

Der ukrainische Übergangspremier Arseni "Jaz" Jazenjuk will eine Mauer nach dem Berliner Vorbild gegen Russland errichten. Nur so werde eine echte Staatsgrenze entstehen, sagte Jazenjuk wenige Stunden nach der Ankündigung eines Waffenstillstands durch Präsident Poroschenko.

16.53 Uhr: Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk wirft Russland vor, mit den jüngsten Bemerkungen von Präsident Wladimir Putin zu einem Waffenstillstand nur neue Sanktionen verhindern zu wollen. Eigentlich wolle Putin die Ukraine zerstören und die Sowjetunion wieder aufleben lassen. Der Konflikt könne nur gelöst werden, wenn alle russischen Soldaten aus der Ukraine abgezogen würden.

16.03 Uhr: Die USA erwägen als Teil neuer Sanktionen gegen Russland Exporte von Hochtechnologie an die Energiebranche einzuschränken. Insbesondere habe man die Förderung von Öl und Erdgas in der Arktis im Blick, sagt der EU-Botschafter der USA, Anthony Gardner.

13.36 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel geht nach eigener Aussage davon aus, dass Russland die territoriale Integrität der baltischen Staaten nicht verletzen wird. Die Nato werde auf ihrem Gipfel in Wales trotzdem die Grundlage für ein schnelleres Eingreifen im Notfall legen. Die Nato-Russland-Grundakte werde dabei gewahrt.

13.29 Uhr: Die Bundesregierung hat keine Bestätigung für eine Waffenruhe. Deswegen bleibe es beim Zeitplan für weitere Sanktionen, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert.

13.25 Uhr: Am nördlichen Stadtrand von Donezk ist der Einschlag von Artillerie-Geschossen zu hören. Das berichtet ein Reuters-Mitarbeiter.

13.10 Uhr: Die Ukraine kauft eine Million Tonnen Kohle aus Südafrika. Die einheimische Förderung sei wegen der Kämpfe gegen die Rebellen eingeschränkt, sagt Ministerpräsident Arseni Jazenjuk: “Sie haben unsere wichtigsten Zechen bombardiert.”

13.00 Uhr: Jazenjuk rechnet mit weiterer Unterstützung: „Der Westen wird eine Mission in die Ukraine schicken, um die Zerstörung in den östlichen Regionen des Landes zu bewerten … Im November werden wir eine große Geberkonferenz halten, mit dem Ziel, Geld zu sammeln, um Donbass wieder aufzubauen“, so der ukrainische Premier bei der heutigen Regierungssitzung.

12.53 Uhr: Der staatliche ukrainische Stromkonzern Ukrinterenergo ordnet an, die Versorgung der Verbraucher auf der Krim zu begrenzen. Anderenfalls werde man wegen des Elektrizitätsmangels auf dem Festland gezwungen sein, der Krim den Strom ganz abzuschalten.

12.08 Uhr: Der ukrainische Ministerpräsident Arseni Jazenjuk kündigt die Absicht seines Landes an, eine Mauer zu Russland zu errichten. Damit würde eine “echte Staatsgrenze” entstehen, sagt er.

11.35 Uhr: US-Präsident Barack Obama nennt den Waffenstillstand eine Chance. Allerdings sei es noch zu früh für eine eingehende Bewertung der entsprechenden Berichte. Eine Einigung sei nicht möglich, solange Russland weiter als Separatisten getarnte Soldaten in die Ostukraine schickt, sagt er in Estland.

11.30 Uhr – Die Separatisten zweifeln laut russischer Nachrichtenagentur RIA daran, dass die ukrainische Armee ihre Gefechte einstellen wird. „Poroschenko hat keine Kontrolle über die Bataillone und es gibt keine Hinweise darauf, dass sie sich seiner Entscheidung unterordnen“, so Wladislaw Brig von der ausgerufenen „Volksrepublik Donzek“.

11.13 UhrUkraines Präsident Poroschenko verkündet, er habe mit Putin eine Waffenruhe im Krisengebiet Donbass vereinbart.

10.04 – Russland und die Ukraine haben sich nach Angaben des Präsidialamtes in Kiew auf eine permante Waffenruhe für den Osten des Landes geeinigt. Eine entsprechende Vereinbarung hätten die Präsidenten Wladimir Putin und Petro Poroschenko in einem Telefonat erzielt, hieß es am Mittwoch.

09.33 – Ein in der umkämpften Ostukraine vermisster russischer Fotojournalist ist nach Angaben aus Moskau bei einem Angriff ukrainischer Soldaten auf eine Fahrzeugkolonne getötet worden. Eine in einem zerstörten Auto in der Nähe von Donezk gefundene Leiche sei als Körper des Reporters Andrej Stenin identifiziert worden, teilte der Chef der Staatsagentur Ria Nowosti, Dmitri Kisseljow, mit.

Stenin arbeitete für Ria im Konfliktgebiet und galt seit Anfang August als vermisst. Die russische Ermittlungsbehörde in Moskau machte ukrainische Soldaten für den Angriff auf die Fahrzeugkolonne verantwortlich. Das Außenministerium forderte Aufklärung.

09.30 Uhr – Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, tritt für eine Verhandlungslösung des Ukrainekonfliktes unter Einbeziehung der USA und der EU ein. Man müsse auf einen Waffenstillstand drängen, der vor allem für die Ukraine „einen großen Kompromiss“ bedeute, sagte der frühere Diplomat dem Stern. Auch eine Beteiligung der Separatisten an Verhandlungen halte er für möglich.

„Die Nato wird keinen Krieg um die Ukraine führen“, sagte Ischinger. Die Regierung in Kiew muss akzeptieren, dass sie ihre Ziele in der Ostukraine militärisch nicht durchsetzen kann. Denn Russland wird eine militärische Niederlage im Donbass nicht hinnehmen, und Putin sitzt am längeren Hebel.“ Die Zeit für friedliche Lösungen sei knapp. „Das Eis, auf dem wir wandeln, ist immer noch sehr dünn.“

08.23 Uhr – Das russische Verteidigungsministerium kündigt laut Nachrichtenagentur RIA ein großes Militärmanöver für September an. Daran würden Streitkräfte teilnehmen, die für das nukleare Langstreckenraketen-Arsenal Russlands zuständig seien. Im Gespräch waren mehr als 4000 Soldaten und etwa 400 technische Einheiten.

08.10 Uhr – Die Präsidenten Russlands und der Ukraine, Putin und Poroschenko, haben nach russischen Angaben in einem Telefonat über Wege aus der Ukraine gesprochen. Dabei sei man sich in der Frage, was unternommen werden müsse, weitgehend einig gewesen, teilt ein Putin-Sprecher laut der Nachrichtenagentur Interfax mit.

Kommentare

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Und wer soll die Mauer bezahlen? Dieser Mann hat ja nicht alle Tassen im Schrank!
    Die angelsächsiche Dominanz wird – nach dem Balkan-Krieg – von diesem zweiten Stachel im Fleische Europas niemals ablassen und weiter eskalieren.
    Aus 3 kulturell-zivilisatorischen Gründen soll es unter dem Einfluss der NATO alias EU alias Westrom verbleiben um Russland nachhaltig zu schwächen:
    a) Russland wurde von Kiew aus gegründet (->Die Kiewer Rus) b) Russland bzw. Moskau versteht sich als Erbe und Hüter von Ostrom – deshalb wurden die Serben auf dem Balkan mit dem Segen des Papstes schon immer übelst behandelt und
    C) die alteuropäische Donauzivilisation, welche noch älter ist als Babylon und Griechenland (7.500 v.Chr.) und bereits die Schrift benutzte, hatte ihr Zentrum in der Ukraine, siehe Harald Haarmann die “Donauzivilisation” (alt Europa): http://www.youtube.com/watch?v=06UV6XBGke4

  2. Delta120 sagt:

    Aber der Bursche benötigt noch eine Baugenehmigung aus Moskau und einen Kredit von Mutti und somit wird das nix.

  3. Freiberufler sagt:

    Jazenjuk:
    „Sie haben unsere wichtigsten Zechen bombardiert.“

    Das ist der Spruch des Jahres.

  4. Goldfinger sagt:

    ich vermute das Putin auf Zeit spielt,Der braucht sich nicht

    unter Druck setzen.Der Winter wird entscheidend für die

    Ukrainer.Die Gasvorräte reichen bis Dezember,was passiert danach?

    Die meisten wissen die Anwort,es wird die Pipeline nach Europa

    angezapft und Putin wird wieder als Schuldiger genannt.Für Putin wird das

    der Grund sein um die Ukraine zu besetzen,um die Gasversorgung

    nach Europa sicherzustellen.Der Westen wird nichts dagegen unternehmen,

    weil Putin sich dafür aus dem Syrien und Irankonflikt raushält.

  5. RH sagt:

    Und die Deutschen werden zahlen muessen … sry guys … Once more !

  6. popper sagt:

    Die Überschrift lautet: „Durchbruch: Russland und Ukraine vereinbaren Waffenruhe“
    und was steht im letzten Satz des Artikels lautet: „Dabei sei man sich in der Frage, was unternommen werden müsse, weitgehend einig gewesen, teilt ein Putin-Sprecher laut der Nachrichtenagentur Interfax mit.“

    Einzelheiten zu dem WAS unternommen werden muss, werden nicht mitgeteilt. Diese Art der Berichterstattung fügt sich nahtlos ein in den unsäglichen deutschen Kampagnen-Journalismus gegen Russland und Putin. Es wird behauptet Putin hätte mit Poroschenko eine Waffenruhe vereinbart, was dann geradewegs zu der Frage führt, ob die bisherige Behauptung Russlands, es sei an dem Konflikt in der Ukraine unbeteiligt nicht ad absurdum führt. Damit stünde Putin als Lügner da.

    Sollte man stattdessen nicht erst einmal zuwarten, was da genau besprochen wurde, um dann daraus seine Schlüsse zu ziehen? Man muss sich wirklich fragen, was das Ganze soll. Alle führenden Zeitungen in Deutschland bringen diese Meldung. Natürlich mit dem Hinweis, dass dies, sofern es stimme, der Beweis sei, das Russland entgegen seiner bisherigen Behauptung in der Ukraine beteiligt sei.Wenn das keine schiefe Propaganda ist dann weiß ich nicht, was das bezwecken soll.

    • Raubkatze sagt:

      Der ORF (Radio Ö1) hat in den letzten Sekunden des Beitrages darüber den Satz verlauten lassen, dass Putin sehr wohl bemerkt habe, er könne keine Waffenruhe vereinbaren, da Russland nicht beteiligt sei. Aber woanders habe ich das tatsächlich nicht mehr gehört oder gelesen.

  7. Hans von Atzigen sagt:

    Man kann nur hoffen das, sich die Sache in dieser Richtung weiter entwickelt.
    1.Waffenstillstand
    2.Frontbereinigung = Truppenentflechtung.
    3.Plebiszit, die Menschen vor Ort entscheiden was sie denn wollen.
    4.Alle Parteien akzeptieren das Ergebnis.
    Gibt es einen andere rationalen, sachlichen Weg???
    Freundliche Grüsse