Shopping im Internet: Twitter testet „Kauf-Knopf“

Das Kurznachrichten-Netzwerk Twitter will mit einem Kauf-Button in seinen Tweets in den Online-Handel einsteigen. Auch Facebook plant so einen „Kauf-Knopf“. Dank des Gesetzes zum Schutz vor Kostenfallen im Internet sind die Beschwerden im Internet-Handel deutlich zurückgegangen.

Twitter baut den Kurznachrichtendienst als Plattform für elektronischen Handel aus. Über einen virtuellen Kauf-Knopf in seinen Tweets sollen Nutzer künftig Einkäufe direkt tätigen können. Ein kleiner Teil der Twitter-Nutzer in den USA werde ab sofort den „Buy Button“ sehen können, schrieb das Unternehmen am Montag in einem Blog-Beitrag. Auch Facebook testet auf seiner Internet-Seite einen Kauf-Knopf.

Twitter stellte Nutzern seiner Anwendungen auf den mobilen Betriebssystemen Android und iOS Zugang zu Angeboten und Waren in Aussicht, die es nirgendwo sonst gebe. Nach dem Tippen auf den in einen Tweet eingebundenen Kauf-Knopf würden sie aufgefordert, Zahlungs- und Lieferadressdaten einzugeben. Diese würden dann an den Händler weitergegeben. Twitter hat sich für die erste Testphase mit diversen kleineren Shopping-Plattformen zusammengetan. Weitere Partner, wie die Luxusmodemarke Burberry, die Baumarktkette Home Depot oder der Rapstar Eminem würden folgen.

Warn-Button funktioniert

Es gibt immer mehr Möglichkeiten, im Internet einzukaufen, die Beschwerden über versteckte Kosten nehmen indes ab. Nach einer am vergangenen Donnerstag vom Bundesjustizministerium vorgestellten Untersuchung ziehen Verbraucherschützer eine positive Bilanz des seit August 2012 gesetzlich vorgeschriebenen sogenannten Warn-Buttons. Demnach sind die Beschwerden im Internet-Handel „merklich zurückgegangen“. Genaue Zahlen werden in der Studie jedoch nicht genannt. Defizite gebe es jedoch bei der Umsetzung des Buttons.

Auslöser des vor zwei Jahren erlassenen Gesetzes zum Schutz vor Kostenfallen im Internet war eine Beschwerdeflut bei Verbraucherschutzzentralen. Dort wurden pro Monat rund 22.000 Internet-Nutzer registriert, die in sogenannte Abo-Fallen getappt waren. Dabei handelt es sich um verschleierte Kosten, die den überraschten Nutzen in Rechnung gestellt und bei Verweigerung mit Androhung juristischer Schritte eingefordert wurden. Als Beispiel wird in der Studie die Seite Cocktails Rezepte genannt. Demnach mussten sich Nutzer dort registrieren. Dabei sei die Nutzungspauschale von 96 Euro pro Jahr leicht zu übersehen. Die Laufzeit der Nutzung betrug zwei Jahre, 192 Euro waren sofort zu überweisen.

Um solche Geschäftspraktiken zu verhindern, muss laut Gesetz nun der Kunde die Zahlung durch den Klick auf eine deutlich sichtbare Schaltfläche – der Warn-Button – bestätigen. Zudem müssen unmittelbar vor dem Klick Preis und Inhalt des Kaufvertrages aufgelistet werden. Schließlich sind die Kunden auf die Geschäftsbedingungen und ihr Widerrufsrecht hinzuweisen.

Nach der Untersuchung des Instituts für Verbraucherpolitik Conpolicy wenden über 80 Prozent der Anbieter den Warn-Button korrekt an. In diesen Fällen ist die Schaltfläche mit Beschriftungen wie „jetzt kaufen“ oder „kostenpflichtig bestellen“ eindeutig. Defizite registrierten die Tester jedoch bei den obligatorischen Bestellzusammenfassungen. Nur knapp die Hälfte listete hier alle wesentlichen Informationen auf. „Besonders negativ fallen Handyortungsdienste auf, bei denen mehrheitlich unzulässige Angaben gemacht werden“, heißt es. Für die Studie wurden 91 Angebote auf Webbrowserseiten, Smartphone-optimierten Webseiten und Apps unter die Lupe genommen.

Die Mehrheit der für Studie befragten Unternehmen hat durch den Button keine gravierenden Veränderungen im Kundenverhalten festgestellt. Zwar hält die Hälfte der Betriebe den Warnhinweis für nicht sinnvoll, aber nur sechs Prozent sehen einen Handlungsbedarf beim Button.

Nach der Studie musste auch der Handelsriese Amazon eins seiner Angebote aufgrund des neuen Gesetzes umgestalten. Das Landgericht München urteilte, der Erwerb der Amazon Prime Mitgliedschaft sei durch den Klick auf die Schaltfläche „jetzt kostenlos testen“ unzulässig. Zwar sei die Mitgliedschaft während einer einmonatigen Testphase gratis. Danach aber sei sie kostenpflichtig, wenn nicht vorher gekündigt werde.

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