Neuer Lufthansa-Streik: Nun auch Langstrecken-Flüge betroffen

Die Lufthansa-Piloten werden am Mittwoch den Flughafen München lahmlegen. Auch Langstreckenflüge werden bestreikt. Die Lufthansa konnte im August noch ihre Passagierzahlen steigern. Durch die Streiks drohen weitere Verluste

Kurz vor dem Ende der Schulferien in Bayern wollen die Piloten der Lufthansa am Mittwoch erneut streiken. Dann wollen sie in München von 10.00 bis 18.00 Uhr ihre Arbeit niederlegen – von dort sollen dann keine Lufthansa-Flieger mehr aufsteigen, wie die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit am Dienstag ankündigte. Die Auswirkungen dürften nicht nur den Lufthansa-Fluplan in München durcheinanderwirbeln, da mit dem Streik am zweitgrößten deutschen Flughafen erstmals auch die für den Konzern besonders lukrativen Langstreckenflüge betroffen werden. Mit dem Streik wollen die rund 5400 Lufthansa-Piloten in dem verhärteten Tarifkonflikt ihrer Forderung nach Beibehaltung einer betriebsinternen Frührente Nachdruck verleihen.

“Da das Lufthansa-Management bisher kein kompromissfähiges Angebot vorgelegt hat, sehen wir uns zu diesen weiteren Maßnahmen gezwungen”, erklärte die Pilotengewerkschaft. Cockpit sei aber “jederzeit einigungsbereit”, um Streiks abzuwenden. An der Börse kam die Streik-Ankündigung nicht gut an: Die Lufthansa-Aktie büßte 1,4 Prozent ein und gehörte damit zu den größten Verlieren im Dax.

Der Konzern kritisierte die Gewerkschaft für die erneuten Streiks heftig. Es treffe wieder Fluggäste auf der Heimreise, diesmal in Bayern, sagte ein Sprecher. Die Schulferien in Bayern enden Anfang kommender Woche. Die Gesellschaft prüfe jetzt, welche Auswirkungen der Ausstand auf den Flugplan haben werde. Aktuell könne der Konzern noch nicht sagen, zu welchen Annullierungen es kommen kann.

Die Piloten waren zuletzt am Freitag für sechs Stunden in den Streik getreten. Die Folge: Die Airline musste 218 Flüge streichen, 26.000 Passagiere waren von dem Ausstand betroffen.

Die Lufthansa-Piloten kämpfen für die Beibehaltung ihrer betriebsinternen Frührente. Bislang konnten die Piloten frühestens mit 55 Jahren das Steuer aus der Hand legen – durchschnittlich starten sie mit 59 Jahren in die Rente. Die Lufthansa hält die Regelung auf Dauer für unbezahlbar und will den Schnitt auf 61 Jahre erhöhen. Eine Einigung ist nicht in Sicht. Die Lufthansa hatte den entsprechenden Tarifvertrag Ende vorigen Jahres gekündigt.

Ihre Schlagkraft hatte die Piloten-Gewerkschaft im April demonstriert. Damals hatte sie die Lufthansa mit einem Streik drei Tage lang so gut wie lahmgelegt: 3800 Flüge fielen aus, auch viele der lukrativen Langstreckenverbindungen. Die Gewinneinbußen für Lufthansa beliefen sich damals auf insgesamt 60 Millionen Euro.

Lufthansa steigert Passagierzahlen im August

Die Lufthansa hat im reisestarken Ferienmonat August mehr Passagiere als im Vorjahr befördert. Im gerade abgelaufenen Monat sei die Zahl der Gäste, die mit der Lufthansa selbst und mit Töchtern wie Austrian Airlines oder Swiss flogen, um vier Prozent auf 10,48 Millionen gestiegen, teilte Europas größter Luftfahrtkonzern am Dienstag mit. Zudem wurde es in den Flugzeugen voller: Die Auslastung zog um einen Prozentpunkt auf 86,4 Prozent an. Die Streiks der Lufthansa-Piloten schlugen sich in den Zahlen noch nicht voll nieder, da im August lediglich die relativ kleine Lufthansa-Billigtochter Germanwings für einige Stunden bestreikt worden war. Rückläufig entwickelte sich weiterhin das von Überkapazitäten gebeutelte Frachtgeschäft der Lufthansa: Die Frachtmenge ging um 0,7 Prozent auf 156.000 Tonnen zurück.

Kommentare

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  1. darilari sagt:

    Sind die Forderungen der Piloten denn berechtigt? Bei Emirates oder Turkish Airlines passiert sowas sicher nicht, und dadurch werden die Deutschen Flugbetreiber am Ende dezimiert, die ausländischen Gesellschaften gestärkt.
    Turkish Airlines ist günstig, Emirates ist gut. Lufthansa ist beides nicht, weshalb ich auch nicht mit dem Kranich fliege.