MH17: Niederländischer Premier Rutte warnt vor „zu schnellen Schlussfolgerungen“

Für die niederländische Presse ist klar, dass MH17 mit einer Flugabwehr-Rakete abgeschossen wurde. Der niederländische Premier warnt nach dem ersten Zwischenbericht allerdings davor, „zu schnelle Schlüsse“ zu ziehen. Ein endgültiger Bericht soll erst in einem Jahr vorliegen.

Der Flug von MH 17 verlief normal und endete abrupt. Die ukrainischen Behörden bestätigen, dass kein Notruf aus der Maschine abgegeben wurde. Der letzte Funkspruch der ukrainischen Luftverkehrsbehörde zwischen 15.20 Uhr (niederländische Zeit) und 15.22 Uhr blieb unbeantwortet, berichtet die niederländische Zeitung Volkskrant.

Die niederländischen Medien berichten übereinstimmend, dass die ersten Ergebnisse die Theorien bestätigen, dass MH17 mit einer Flugabwehr-Rakete abgeschossen wurde, berichtet De Standaard. Diese soll von den Russen bedient worden sein, berichten laut BBC Augenzeugen.

Premier Mark Rutte warnt allerdings vor „zu schnellen Schlussfolgerungen“ zum Abschuss von MH17. Dies war seine erste Reaktion auf den Zwischenbericht, berichtet das Nederlands Dagblad.

Die deutsche Bundesregierung weiß zwar über die Funksprüche in und aus der Maschine Bescheid, besteht aber auf Geheimhaltung. Dies wird aus einer Beantwortung einer Anfrage der Links-Partei deutlich. Die Aussagen zu den Hintergründen wurden verweigert. Die Behauptung der USA und der EU, die Russen seien für den Abschuss verantwortlich, ist die Grundlage für die Sanktionen gegen Russland.

Russland reagiert zurückhaltend

Russland bemüht sich weiterhin um eine sachliche Aufklärung des Abschusses von Flug MH17. Moskau reagierte dementsprechend zurückhaltend auf die Veröffentlichung des ersten Untersuchungsberichts. Das russische Luftfahrtamt bezeichnete den Bericht der niederländischen Untersuchungskommission am Dienstag als wenig aussagekräftig. „Leider ist viel Zeit verstrichen – es wird kompliziert sein, alle Ursachen zu ermitteln“, sagte Experte Oleg Stortschewoj der Agentur Interfax. Die Leichen der Passagiere hätten lange ohne Untersuchung an der Absturzstelle gelegen, und die Wrackteile seien im Kampfgebiet möglicherweise in Mitleidenschaft gezogen worden. „Der Bericht ist erst der Beginn einer langwierigen Arbeit. Die objektive Untersuchung muss fortgesetzt werden“, sagte Stortschewoj.

Kommentare

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  1. FDominicus sagt:

    Ein Jahr? Sind die völlig daneben?

  2. Alfons sagt:

    „soll von den Russen bedient worden sein“.

    Die Beweislage ist doch jetzt absolut klar:
    auf den Namenschildern der Bedienmannschaften waren deutlich kyrillische Buchstaben zu erkennen, wie der zuständige CIA-Instruktor, der beim Start der Rakete dabei war, klar erkennen konnte.

    Es ist sogar zu vermuten, dass der pöhse Putin persönlich den Knopf gedrückt hat.