Schweizer Nationalbank erwägt Einführung negativer Zinsen

Die Schweizer Nationalbank könnte bald negative Zinsen einführen, um die Währung des Landes stabil zu halten. Bereits die Ankündigung ließ den Franken am Mittwoch auf Talfahrt gehen. Die SNB will eine Aufwertung des Franken um jeden Preis verhindern und warnte jüngst vor einer Abschwächung der Schweizer Wirtschaft.

Wiederaufgeflammte Spekulationen um negative Leitzinsen in der Schweiz haben die Währung des Landes diese Woche auf Talfahrt geschickt. Geschürt wurden die Spekulationen von einem Bericht des Wall Street Journal. Darin bekräftigte der Schweizer Notenbanker Thomas Moser, dass die SNB offen für negative Leitzinsen sei. Sein Haus habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass es dieses Instrument einsetzen werde, sollte es notwendig sein.

Die SNB warnte jüngst vor einer Abschwächung der heimischen Wirtschaft. „Das Umfeld für die Schweiz hat sich eindeutig verschlechtert“, sagte SNB-Präsident Thomas Jordan im Interview mit der Schweizer Zeitung NZZ am Sonntag. Derzeit prognostiziert die Zentralbank ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent für dieses Jahr. Dies könne auf der Kippe stehen. „Mitte September steht eine Neubewertung der Konjunkturaussichten an“, kündigte der SNB-Chef an. Die makroökonomischen Risiken seien in den vergangenen Wochen größer geworden. „Neue geopolitische Risiken sind aufgetreten und die internationalen Konjunkturdaten – vor allem aus Europa und Südamerika – sind schwächer ausgefallen, als wir erwartet haben.“

Die SNB steht Jordan zufolge zudem mit allen Mitteln bereit, um eine Aufwertung des Schweizer Franken zu verhindern. „Die Durchsetzung des Mindestkurses von 1,20 Franken ist absolut zentral, um adäquate monetäre Bedingungen in der Schweiz sicherzustellen. Eine Aufwertung des Frankens würde zu erneuter Deflationsgefahr führen.“ Die SNB hat die Euro-Kursuntergrenze im September 2011 festgelegt. In den vergangenen beiden Jahren habe die Zentralbank nicht am Devisenmarkt eingreifen müssen, um diese Marke zu verteidigen.

Am Schweizer Immobilienmarkt macht Jordan eine leichte Entspannung aus: „Sowohl bei der Vergabe der Hypotheken als auch bei der Preisentwicklung von Immobilien hat sich die Dynamik etwas abgeschwächt. Doch es sei noch viel zu früh für eine Entwarnung. Für die inlandorientierten Banken sei der Hypotheken- und Immobilienmarkt weiterhin eines der größten Risiken.

 

Kommentare

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  1. Alois Jäger sagt:

    Bitcoins kaufen und Vrenelis in die Matratze einnähen!
    Die Banken liegen sowieso in der Agonie aus der sie sich nicht mehr erholen werden. Neue Zeiten brechen an, nur die Nationalbanken wollen dies nicht verstehen.

    Nur weiter so.
    Bald wird jeder zum Verbrecher erklärt der noch 1000 Franken besitzt und nicht die Negativzinsen bezahlt. Fortsetzung folgt.

    O tempora o mores!