Opel muss 500 Stellen in Russland streichen

Die Produktion im russischen Opel-Werk in Sankt Petersburg geht zurück. 25 Prozent aller in dem Werk beschäftigten bekommen eine Abfindung, teilte die GM-Tochter mit. Die Russland-Sanktionen führen zu einem Einbruch der Nachfrage. Die Verunsicherung bei den Russen ist groß, Anschaffungen für Neufahrzeuge werden aufgeschoben.

Als Reaktion auf die Russland-Sanktionen fährt Opel seine Produktion in dem Land weiter zurück und baut massiv Personal ab. Etwa ein Viertel der knapp 2.000 Beschäftigten im Werk St. Petersburg sollen das Unternehmen gegen Abfindungen verlassen, wie die europäische General-Motors-Tochter am Dienstag mitteilte. Die Fabrik werde auf einen Einschichtbetrieb heruntergefahren.

Von August bis Oktober sollen die Bänder nur an 16 Tagen laufen. Bereits in der ersten Jahreshälfte hatte die Produktion an mehreren Tagen stillgestanden. „Im vergangenen Jahr war Russland unser drittgrößter Markt nach Großbritannien und Deutschland – aktuell steckt dieser Markt in ernsten Turbulenzen“, so Opel-Chef Karl-Thomas Neumann.

Wegen der Ukraine-Krise hatte die Europäische Union ihre Sanktionen gegen Russland erst am vergangenen Freitag verschärft, woraufhin die Regierung in Moskau sofort Gegenmaßnahmen androhte.

In den ersten acht Monaten des Jahres ist die Pkw-Nachfrage in Russland um zwölf Prozent zurückgegangen. Im gleichen Zeitraum schrumpfte der Absatz der GM-Marken Opel, Chevrolet und Cadillac um 24 Prozent, wie ein Sprecher sagte. Allein im August seien 46 Prozent weniger Autos verkauft worden als vor Jahresfrist.

Der von Opel angekündigte Personalabbau deutet darauf hin, dass sich das Rüsselsheimer Unternehmen auf eine längere Krise in Russland einstellt. Der Detroiter Konzern hatte die Aktivitäten in Russland erst unlängst Opel zugeschlagen, um das defizitäre Europa-Geschäft zu stärken. Damals war man davon ausgegangen, dass Russland demnächst Deutschland als größten europäischen Pkw-Markt ablösen wird. Erfüllt hat sich diese Prognose bisher nicht. Derzeit sind viele Verbraucher in dem Land wegen der Sanktionen des Westens und des Streits mit der Ukraine verunsichert.

GM veröffentlicht keine Ergebniszahlen für einzelne Länder, doch der Detroiter Konzern will seine Europatochter durch Einsparungen und eine Modelloffensive bis 2016 in die Gewinnzone führen. Um die Probleme in Russland besser in den Griff zu bekommen, tauscht Opel die Führungsspitze in dem Land aus. Susanna Webber ersetzt den bisherigen Russland-Chef Andy Dunstan. Webber, bisher für Einkauf und Logistik der Opel Group zuständig, soll unter anderem dafür sorgen, dass das Werk in St. Petersburg mehr Teile von lokalen Zulieferern bezieht. Im Durchschnitt aller GM-Werke in Russland sollen künftig 60 Prozent aller Bauteile in dem Land eingekauft werden. Damit will sich der Konzern stärker gegen negative Wechselkurseffekte schützen, die GM in den vergangenen Monaten schwer zu schaffen gemacht haben.

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