Sanktionen wirken: Preise in Russland steigen

Russland rechnet wegen der Sanktionsspirale mit einer höheren Inflation. Das Einfuhrverbot zahlreicher Lebensmittel aus dem Westen wird die Preise steigen lassen. Die Inflationsrate werde aufs Jahr gerechnet bei 7,7 Prozent liegen.

Nach dem Einfuhrverbot für zahlreiche Lebensmittel aus dem Westen rechnet die russische Regierung mit einem kräftigeren Preisanstieg. Die Prognose für die Inflation in diesem Jahr sei auf 7,5 von 7,2 Prozent angehoben worden, sagte Wirtschaftsminister Alexej Uljukaje der Nachrichtenagentur Interfax am Dienstag. Es bestehe das Risiko, dass die Teuerung sogar auf acht Prozent steigen könnte. Anfang September hatten die Preise um 7,7 Prozent angezogen. Hintergrund ist ein Importverbot für westliche Agrarprodukte wie Obst und Gemüse, das Russland im August als Reaktion auf Sanktionen der EU und der USA im Ukraine-Konflikt verhängt hatte.

Russland spürt zunehmend die Folgen der westlichen Sanktionen und blickt deutlich skeptischer auf die heimische Konjunktur. Erst Ende August hatte das Wirtschaftsministerium seine Konjunkturprognose für nächstes Jahr wegen der Folgen der Ukraine-Krise auf ein Prozent halbiert. Trotz der trüberen Aussichten hatte die Notenbank in der vergangenen Woche den Leitzins konstant bei acht Prozent gehalten. Ungeachtet der hohen Teuerung erwartet sie, dass sich die Inflationsrate mittelfristig wieder auf ein stabiles Niveau einpendelt.

Kommentare

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  1. Weissnetwasertut sagt:

    Sanktionen wirken, Preise steigen –
    und wen trifft das zu Allererst ?
    Klasse!

  2. Flori sagt:

    Da würde sich der Draghi von der EZB darüber freuen. Er versucht gerade mit allen Mitteln die Inflationsrate in der EU anzuheizen.In beiden Fällen, in der EU und in russland, zahlen die Bürger die Zeche und beides bedeutet letzlich Enteignung der Bürger. In der EU kommen zusätzlich zu „Null“ Zinsen die Milliardentransfer der Euro-Rettungsfonds dazu, die vornehmlich der deutsche Steuerzahler ungefragt bezahlt.
    Die Russen haben kaum Auslandsschulden und müssen nicht für die Schulden anderer Länder bezahlen.

  3. wolf sagt:

    Ok, die Preise steigen weil das Angebot knapper ist.
    Aber hat das jetzt was mit Inflation im eigentlichen Sinne zu tun?

    • Alfred Beer sagt:

      vollkommen richtig.
      Die Inflation ist ja nicht das Steigen der Preise.
      Steigende Preise ist lediglich eine Folge der Inflation.
      Die Inflation ist ein Maß für die Geldmenge – Geldschwemme ( EZB oder FED ) bedeutet, durch das Überangebot an Papiergeld hat dieses weniger Kaufkraft.
      Ist ja ganz einfach.

  4. Alfred Beer sagt:

    Somit haben die Russen das, was wir hier in der EU nicht schaffen – steigende Preise und keine Deflationsgefahr !
    Ist doch irgendwie lustig , danke Amerika.