Luftdruck-Auto fährt ohne Benzin und Schadstoff-Ausstoß

Die Luftdruck-Auto findet vor allem in Indien Interessenten. Bei mehr als 1,2 Milliarden Menschen sind Techniken, die kein Öl verbrauchen, so wichtig wie nie zuvor. Dass das Auto ganz nebenbei ohne Schadstoffe fährt, ist ein wertvoller Nebeneffekt. Das Land plant dieses günstige Fahrzeug als Alternative zu den Umwelt-schädlichen Benzinmotoren.

Die grundlegende Technik ist bereits über 100 Jahre alt, wurde aber damals von den Benzinmotoren verdrängt. Vor 20 Jahren haben sich französische Ingenieure der Firma MDI erneut mit dem Thema beschäftigt und die alte Theorie weiter erforscht. Das Modell ist besonders für den Stadtverkehr geeignet, weil dort sehr wenig Energie benötigt wird.

Zugegeben, die erste Version des Autos ist alles andere als hübsch – wie eine Übersicht von ijaert.org zeigt. Für eine neue optische Überarbeitung ist aber in der Zukunft noch Zeit, jetzt gilt es zuerst das Projekt voranzubringen.

Die Innovation findet vor allem in Indien Interessenten. Bei einer rasant steigenden Bevölkerung von aktuell über 1,2 Milliarden Menschen sind Techniken, die kein Öl verbrauchen, so wichtig wie nie zuvor.

Luftdruck wird schon seit Ewigkeiten verwendet – sogar bei Autos. Allerdings endet der Einsatz in der Regel bei den Reifen. Aber auch Handwerker verwenden Luftdruck um die tägliche Arbeit leichter zu gestalten. Warum sollte dieses Konzept nicht auch in der Fortbewegung angewendet werden?

So schön es in der Theorie klingt, so schwierig war die Entwicklung, um sie auch alltagstauglich für Autos zu machen. Bei einem klassischen Ottomotor verbrennen Benzin und Sauerstoff, um die Kolben zu bewegen. Das Modell von MDI nutzt hierfür Luftdruck, um die einzelnen Zylinder nach unten zu drücken

Entscheidend für eine Serienreife sind stabile Tanks, in denen die komprimierte Luft gespeichert werden kann. Bei der sogenannten Minicat-Version des Autos wird Karbon für den Tank unter dem Fahrzeug verwendet. Dabei muss der Luftspeicher 4300 PSI Druck aushalten. Das sind fast 300 Bar und somit über 100 Mal so viel, wie ein Reifen aushält. Allein dieser Teil der Forschung war sehr aufwendig. Dafür soll der Hochleistungstank aber sogar dem Schuss einer Pistolenkugel widerstehen.

Die ist nicht unbedingt die Messlatte, allerdings ist ein stabiler Tank extrem wichtig. Denn von ihm geht die größte Gefahr bei dem Auto aus. Derart viel Druck auf kleinstem Raum muss absolut sicher verpackt sein, damit der Tank nicht explodiert. Der restliche Körper des Autos besteht aus Glasfaser um möglichst wenig Gewicht auf die Waage zu bekommen. Letztlich soll das Auto eine Reichweite von 200 km haben – für den Stadtverkehr mehr als ausreichend.

Indiens größter Automobilhersteller Tata Motors arbeitet inzwischen mit den französischen Ingenieuren zusammen und plant Versionen für Rechts- und Linkslenker. Eine Hybridversion soll eine Reichweite von fast 1.000 km haben und 25.000 US-Dollar kosten. Die kleinere Version, die nur mit Luftdruck funktioniert, ist ab 7.000 US-Dollar zu haben.

Theoretisch kann das Auto danach kostenlos betrieben werden. Voraussetzung dafür ist ein Kompressor, mit dem das Mobil zu Hause innerhalb von wenigen Stunden voll aufgetankt werden kann und natürlich der Anschluss an erneuerbare Energien.

Somit könnte der Kompressor zum Beispiel mit Solarenergie kostenlos Luft in den Tank füllen, mit dem der Kunde letztlich ohne Kosten und Schadstoffe fahren kann. Zu der einmaligen Anschaffung des 7.000 Dollar teuren Autos, werden in diesem Fall noch der Kompressor und die Solaranlage benötigt. Es ist also heutzutage schon möglich, komplett emissionsfrei und kostenlos mit einem Auto zu fahren. Werbung dafür wird es trotz dem sensationellen Konzept aber kaum geben.

Das liegt natürlich daran, dass kaum jemand an diesem Modell der Fortbewegung verdient. Die Automobilhersteller und Ölkonzerne der Vergangenheit sind nicht so groß geworden, weil sie ihren Kunden ein autarkes System verkauft haben. Nur wenn der Kunde abhängig vom Hersteller ist, kann dauerhaft Geld fließen. Das könnte der Grund sein, warum von diesem seit Jahren bestehenden Konzept, bislang so wenig gehört wurde.

Doch Interessierte sollten nicht sofort die Flinte ins Korn werfen. Wie Tweaktown berichtet, hat Tata bereits ein neues Modell entwickelt, dass bis zu 80 km/h schnell ist und weiterhin 200 km Reichweite hat. Das Design ist sogar ein bisschen weniger hässlich als zuvor und nennt sich jetzt „Airpod“. Der Prototyp wurde immerhin schon entwickelt. Auch diese Version, die nur mit Luftdruck fährt, soll für weniger als 10.000 US-Dollar zu haben sein.

Kommentare

Dieser Artikel hat 9 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Daboshop.de sagt:

    tolle Sache.
    Unsere Lobby/Konzerne verhinderns natürlich.

  2. Hans von Atzigen sagt:

    Das die Sache funktioniert ist eindeutig klar.
    Erstmals im grossen Stiele wurde komprimierte Luft im Tunnel und Bergbau eingesetzt.
    Solches Gerät gehört auf Baustellen und in Werkstätten zur Standartausrüstung.
    Nur eben das mit dem Luftdruck aufpumpen braucht eben auch Energie.
    Da wiederum ergeben sich dann halt wieder die bekannten Probleme.
    Da bracht es die bekannten Energieformen.
    Von wegen keine Emissionen. Wenn nicht direkt am Fahrzeug dann werden die halt an einem anderen Ort in die Atmosphäre geblasen.
    Ach ja die Regenerativen. Da ist nun einmal der Erntefaktor und zum anderen die Wirtschaftlichkeit.
    Tja Physik ist halt für zu viele offenbar ein Buch mit 7 Siegeln.
    Und das mit der Mengenlehre grad noch obendrauf.
    Megalacher.
    Freundliche Grüsse

  3. Aufgewachter sagt:

    Fahren ohne Schadstoffausstoß? Wonach soll dann die KFZ-Steuer erhoben werden?

    MP3 Informationsfreiheitsgesetz Wieso KFZ-Steuer nach CO2 bemessen?
    http://www.box.com/s/ndya3lxvajg9u3thznec

  4. Bodo Brunzenbichler sagt:

    Das ist so ein oller Hut, oller geht gar nicht mehr.
    Und sachlich auch schräg, Tata hat nur bei der Entwicklung des Airpod mitgeholfen, das meiste kommt von MDI. Übrigens eine irgendwie dubiose Firma. Immerhin verspricht man seit Jahren serienreife Modelle, wird aber nie was. Für nächstes Jahr dann übrigens auf Sizilien, wo die Dinger im Car Sharing zum Einsatz kommen sollen. Ich bleib beim i Road.

  5. Rudolf Steinmetz sagt:

    Anfrage bei Daimler Benz? Überflüssig, denn es steht fest: das geht nicht, funktioniert nicht – und falls doch, werden wir schon dafür sorgen, dass wir Recht behalten!

  6. Alfred Beer sagt:

    Ein Auto das mit Luft fährt ist für die Umwelt sicher ganz toll.
    Nur damit ist eines leider auch sicher, das die Staaten danach sicher beginnen werden die Luft zu besteuern.
    Haben sie auch schon bei Sonne gestartet. ( Photovoltaik-Steuer auf Sonnenstrom, auch für den Eigenverbrauch ab einer gewissen Menge !! )
    Bin schon gespannt, ab wann der „kleine Mann“ aufsteht und diese Bürokraten davon jagt.

  7. Ira Maria Rohde sagt:

    Danke!

    Wo kann man die DMN beziehen und wieviel kostet sie? Am Kiosk?

    • redakteur sagt:

      Vielen Dank für Ihr Interesse. Unseren wöchentlichen Newsletter können sie hier kostenlos abonnieren.
      Die Redaktion

  8. meinereiner sagt:

    300 Bar? Sollte keine sooo große Herausforderung sein, Taucherflaschen haben auch schon 200+ Bar.