Beschäftigungs-Boom hat kaum Einfluss auf Arbeitslosigkeit

Langzeitarbeitslose in Deutschland finden nur schwer einen neuen Job. Ihre Qualifizierung müsse verbessert und die Ausbildung von Jugendlichen gefördert werden, so das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Bislang zeigt die hohe Beschäftigung kaum eine Wirkung auf die Arbeitslosigkeit in Deutschland.

Ungeachtet einer deutlich steigenden Beschäftigung in Deutschland sinkt die Arbeitslosigkeit einer Studie zufolge kaum noch. Die Zahl der Arbeitslosen werde 2015 im Jahresschnitt nur um gut 20.000 auf 2,88 Millionen sinken, teilte das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (IAB) am Donnerstag mit. „Zugleich wird die Zahl der Erwerbstätigen um knapp 270.000 auf 42,89 Millionen steigen – ein neuer Rekord.“ Der Jobmarkt befinde sich insgesamt in guter Verfassung. „Die Arbeitslosigkeit stagniert allerdings seit Jahren“, betonten die Experten.

Seit einiger Zeit wird es für Jobsuchende und vor allem Langzeitarbeitslose immer schwieriger, eine Stelle zu finden. Denn ihre Profile reichen oft nicht mehr für die Anforderungen der Firmen. Die steigende Beschäftigung geht zunehmend darauf zurück, dass mehr Zuwanderer, Frauen und Ältere arbeiten. „Die Jobchancen für die Arbeitslosen sind im Moment nicht besonders gut“, sagte IAB-Prognosechef Enzo Weber.

Dennoch hält er langfristig Vollbeschäftigung für möglich – also eine Arbeitslosenquote von zwei bis drei Prozent. „Es wird aber schwierig“, räumte Weber ein. Wegen des demografischen Wandels könnten Jobsuchende künftig zwar mehr Stellen zur Verfügung stehen. „Entscheidend ist aber, dass die Arbeitslosen zu diesen Jobs auch passen und den Anforderungen gerecht werden.“ Sollte dies nicht der Fall sein, würden in Deutschland „einfach nur Arbeitskräfte fehlen“, was letztlich zu weniger Wirtschaftstätigkeit und damit zum Verschwinden von Jobs führen würde, warnte Weber. Deshalb müsse es für junge Menschen gute Bildung und Ausbildung geben und für Arbeitslose Qualifizierung und Betreuung.

Im laufenden Jahr dürfte die Zahl der Arbeitslosen um 46.000 auf 2,90 Millionen sinken und die Zahl der Erwerbstätigen um 341.000 auf 42,62 Millionen steigen. Der Beschäftigungsaufschwung trifft Weber zufolge alle Branchen, besonders aber die Dienstleister, den öffentlichen Dienst, den Bau und die Bereiche Erziehung und Gesundheit.

Vom positiven Trend dürften die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten profitieren. Hier erwartet das IAB 2015 ein Plus von 430.000 auf 30,61 Millionen Menschen. Zudem streben immer mehr Ausländer auf den Arbeitsmarkt. Bis Ende 2014 kommen laut IAB-Schätzung im Saldo 500.000 Zuwanderer nach Deutschland, im nächsten Jahr weitere 450.000 Personen.

Kommentare

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  1. Syssiphus sagt:

    Mit dem 12. Bewerbungstraining wäre das zu schaffen.

  2. Rudolf Steinmetz sagt:

    Grenzenloses Politikversagen! Schäuble & Kollegen sparen die Republik kaputt. Statt engagierte Lehrer an erfahrungsorienterten Ganztagsschulen nur Frust und Gängelei. Sie hierzu den brillanten Film von Erwin Wagenhofer „Alphabet“: http://alphabet-film.com/statement.html

  3. Flori sagt:

    Die Erhöhungen von Sozialleistungen, wie Hartz IV und Wohngeld sind kontraproduktiv und verhindern die Aufnahme von Arbeit. Die linke Arbeitsministerin Nahles und die SPD tragen daran die Schuld. Zusätzlich kommen die massenhafte Zuwanderung von Ungelernten und Analphabeten, die weder deutsch können, noch für eine Ausbildung taugen. Auch sie locken die viel zu leicht erreichbaren Sozialleistungen nach Deutschland. Wie soll das weitergehen. Was machen unsere Politiker mit Deutschland? Wer stoppt die Massenzuwanderung? Vermutlich müssen erst Millionen von einheimischen Deutschen verarmen und auf die Strasse gehen, bevor die Politiker zur Vernunft gelangen.

    • Schmidt sagt:

      Die Massen sind schon verarmt.
      Es gibt auch keinen Beschäftigungsboom
      Es gibt gemachte Arbeitslosigkeit wurde alles schon beschrieben und ist nachlesbar.

      Wenn denjenigen die man um ihr Leben und ihr Lebenswerk betrogen hat auch noch ihr harz oder Sozialgeld entzeiht müssen die sterben.
      Von Stütze behaglich einrichten ist wohl der Gipfel der Dummkeit.

  4. Peter G. sagt:

    Die Arbeitslosigkeit sinkt trotz Beschäftigungsbooms nicht? Dies hat zwei Ursachen: ältere, oft hochqualifizierte und berufserfahrene Menschen werden von den Arbeitgebern nicht gewünscht. Diese bevorzugen Praktikanten und Zeitarbeiter, möglichst billig und jederzeit zu feuern. Zum anderen müssen sich die Sozialindustrie und die Gewerkschaften von dem Bild des „arbeitssuchendenden“ Beschäftigungslosen trennen. Zu viele haben sich mit der „Stütze“ behaglich eingerichtet, gerade auch viele Jugendliche.