Gewerkschaft: Weiterbildung ist so wichtig wie Entgelt

Die IG Metall pocht vor der nächsten Lohnrunde auf bessere Regelungen für die betriebsinterne Weiterbildung. Für die Gewerkschaft stehe die Frage der Weiterbildung aber gleichrangig neben dem Entgelt. Zudem sollen Modelle für einen flexiblen Wechsel von Beschäftigten in den Ruhestand erörtert werden

Die IG Metall pocht vor der anstehenden Lohnrunde auf Regelungen, die mehr Zeit und Geld für die Weiterbildung der Beschäftigten bringen sollen. Er erwarte in dieser Frage aber „extrem schwierige“ Verhandlungen mit den Arbeitgebern, sagte der nordrhein-westfälische IG-Metall-Chef Knut Giesler am Dienstag in Düsseldorf. Für die Gewerkschaft stehe die Frage der Weiterbildung aber gleichrangig neben dem Entgelt: „Wenn wir mit einer Forderung an den Start gehen, wollen wir auch mit einem Ergebnis über die Ziellinie gehen.“ Die Arbeitgeber hatten bezuschusste Bildungszeiten zuletzt abgelehnt.

Ihr Forderungspaket für die neue Tarifrunde will die Gewerkschaft am 27. November beschließen. Mitte Januar sollen die regionalen Verhandlungen mit den Arbeitgebern beginnen. Dann bleiben nur zwei Wochen, bis die Gewerkschaft mit Warnstreiks beginnen kann. Am 28. Januar läuft gegen Mitternacht die Friedenspflicht aus. Zur Lohnforderung hielt sich Giesler noch bedeckt. „Wir wollen eine Umverteilung“, sagte er nur. „Es muss mehr Geld geben als vorher.“

Zudem sollen Modelle für einen flexiblen Wechsel von Beschäftigten in den Ruhestand erörtert werden. Er sei für einen „Einstieg in eine neue Arbeitszeitdebatte“, unterstrich Giesler. Vorgespräche mit den Arbeitgebern zeigten aber, dass das Thema Altersteilzeit „regelbar“ sei, sagte Giesler weiter.

Der aktuelle Tarifvertrag für die rund 3,7 Millionen Beschäftigten der Branche läuft Ende 2014 aus. In den zurückliegenden Tarifverhandlungen hatten Arbeitgeber und Gewerkschaft Lohnerhöhungen in zwei Stufen im Gesamtvolumen von 5,6 Prozent für 20 Monate vereinbart. Die IG Metall in Nordrhein-Westfalen ist mit rund 550.000 Mitgliedern der größte Landesverband. In dem Tarifbezirk hatte es in der Vergangenheit auch Pilotabschlüsse gegeben.

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Auch zum Totlachen: die Gewerkschaften verdienen sich eine goldene Nase mit sinnlosen Umschulungskursen von hilflosen Jobcentern. Nichts weiter als legale Korruption.