Union lehnt SPD-Vorschlag zur Teilrente ab 60 ab

Bei den Plänen für einen flexiblen Rentenbeginn geraten SPD und CDU aneinander. Die SPD fordert die Möglichkeit einer „Teilrente ab 60“. Die CDU lehnt dies ab. Eher sollten Anreize für eine Frühverrentung abgeschafft werden. Unionspolitiker Linnemanns Konzept eines Flexibonus für arbeitende Rentner könnte allerdings 350 bis 400 Millionen Euro kosten.

Die von Union und SPD geplanten Erleichterungen für einen flexiblen Renteneintritt müssen sich nach Ansicht der Unions-Fraktion selbst finanzieren. „Es kommt darauf an, dass keine zusätzlichen Belastungen auf den Steuerzahler und auf den Beitragszahler zukommen„, sagte der CDU-Verhandlungsführer in der Koalitions-Arbeitsgruppe, Karl Schiewerling, am Mittwoch in Berlin. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD, Christine Lambrecht, ließ eine Konfliktlinie für die Verhandlungen erkennen: Sozialdemokraten und Gewerkschaften fordern eine Teilrente schon ab 60 Jahren: „Wir halten das durchaus für sinnvoll, dass es die Möglichkeit früher gibt, vielleicht mit 60“, sagte Lambrecht.

In der Unions-Fraktion stößt ein früherer Beginn der Teilrente auf Ablehnung, weil dadurch ein Anreiz für eine Frühverrentung befürchtet wird. Sie ist derzeit ab 63 Jahren möglich, wird aber unter anderem wegen starrer Zuverdienstregeln nur von wenigen Tausend Menschen genutzt. Einig ist sich die Koalition, dass sie die Zuverdienstmöglichkeiten erleichtern will, um die Teilrente attraktiver zu machen.

Union und SPD hatten bei der Verabschiedung der Rente mit 63 vereinbart, dass eine Arbeitsgruppe Möglichkeiten prüfen soll, wie die Übergänge in die Rente sowohl vor Erreichen des Rentenalters als auch bei längerem Arbeiten über das Rentenalter hinaus flexibler gestaltet werden können. Bei der zweiten Sitzung der Arbeitsgruppe am Dienstagabend wurde nach Angaben von Teilnehmern vereinbart, dass die Fachleute bis Jahresende Eckpunkte dazu vorlegen sollen. Die Unions-Fraktion wolle längeres Arbeiten ermöglichen und belohnen, aber auch Anreize für einen frühen Jobausstieg vermeiden, sagte Schiewerling. „Längeres Arbeiten muss sich auch rentensteigernd bemerkbar machen.“ Sozial- und Wirtschaftspolitiker der Union seien sich in der Arbeitsgruppe einig.

Auch der Vorsitzende der Mittelstandsvereinigung der Union (MIT), Carsten Linnemann, zeigte sich zufrieden. Wenn der von ihm geforderte „Flexi-Bonus“ als Zuschlag auf die Rente von Beschäftigten im Rentenalter komme, sei dies ein Anreiz, die Erwerbstätigkeit Älterer zu erhöhen, sagte der CDU-Politiker zu Reuters. Dies sei eine Alternative zur Abschaffung des Rentenbeitrages, den Arbeitgeber für Arbeitnehmer im Rentenalter alleine zahlen.

Die Kosten für den „Flexi-Bonus“ werden von Experten auf 350 bis 400 Millionen Euro beziffert. Diese Mehrausgaben für die höheren Rentenansprüche müssten an anderer Stelle ausgeglichen werden, wenn Steuer- und Beitragszahler nicht belastet werden sollen. Auf die Anfang 2015 denkbare allgemeine Senkung des Beitragssatzes in der Rentenversicherung will die Union keinesfalls verzichten, wie Fraktionschef Volker Kauder (CDU) jüngst deutlich gemacht hatte.

Kommentare

Dieser Artikel hat 4 Kommentare. Wie lautet Ihrer?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Toddi sagt:

    Über die tollen Ideen der Politikerklasse kann ich nur staunen….
    Fakt und aktueller Stand ist….. (ich kann leider nur von Männern reden die Zahlen der Frauen sind mir nicht bekannt)… Mit 64 Jahren sind nur noch 8 % der Männer vollerwerbsfähig. Der größte Teil ist vorher entweder schon nicht mehr arbeitsfähig oder tot.
    Die wenigsten der über 64 jährigen Männer erhalten die volle Rente, die Vorruhständler nur mit großen Abzügen !! Die Lebenserwartung eines BRD Untertan/Arbeiter liegt nicht wie von der Versicherungsbranche erzählt bei 76 Jahren sondern bei 74 Jahren.
    Die Renten zahlen die BRD Untertanen selber ein (aktuell 3 Arbeiter für einen Rentner in ca 20 Jahren ein Arbeiter auf einen Rentner).
    Resultat, das aktuelle Umlagesystem wird nicht so weiter funktionieren …die Politik sollte den Untertan nun endlich die Tatsachen kundtun und die Menschen auf eine Einheitsrente vorbereiten.
    Der Untertan/Arbeiter wird sich seine Rente in Zukunft nicht selber bezahlen können.
    Die Unternehmen sind gefragt (Arbeitgeber- Rückstellung für die Arbeiter im Laufe der Arbeitszeit).
    Gruß
    Toddi
    Ps:
    „Alles Lebende arbeitet stets für die Zukunft, welche nachher Bankrott macht.“
    (A.Schopenhauer)

  2. Siggy sagt:

    „Flexi-Bonus” werden von Experten auf 350 bis 400 Millionen Euro beziffert“. So eine Frechheit. Diese Experten sollen erst mal selber was für Ihre übertriebenen Pensionen einzahlen. Von deren hohlen Geschwätz mal abgesehen, wie viele Milliarden hat der Afganistanfeldzug dem Volk, die EU, U-Boote an Israel usw. gekostet? Natürlich haben die, die Experten das Geld nicht erarbeitet, sondern der doofe Deutsche hats denen auch noch anvertraut unter dem Druck namens Steuern!
    Dann sollten sich diese Experten mal mit der Teufeltabelle befassen. In dieser Tabelle ist seit Adenauer erfasst, um wieviel Milliarden die gesetzlich Versicherten um ihre Altersversorgung betrogen wurden. Nach meinem Rechtsempfinden betrogen, in dem man mit Regelmäßigkeit in die Rentenkasse langte. Weiterhin sollte man bei Experten soviel Verstand voraussetzen, dass bei einer umlagefinanzierten Rente gar keine Kapitalerträge entstehen können. Aber mit Kapitalertragssteuern werden die Rentner geplündert. Die Verarschung ist kaum noch zu ertragen.

    • Toddi sagt:

      Ich teile Ihre Meinung,
      aber Sie erwarten doch nicht im Ernst, das die Politikstatisten der Bevölkerung in diesem Sachverhalt etwas kundtun werden !!!
      Hier geht es nicht um Aufklärung sondern um Beruhigung und Unterhaltung der Massen.
      Überall in Europa gehen die Menschen auf die Straße… und hier..?
      Nur ein Bruchteil der Menschen erkennt die Situation, die anderen schauen fern:)
      Siehe:
      https://www.youtube.com/watch?v=OpFNlNK8j20&list=UUtRXJj_5ykd4YfhXt0TvMSQ

      Gruß Toddi

  3. SoWieSo sagt:

    Die CDU war immer schon den Arbeitnehmern gegenüber feindlich eingestellt !