„Torschlusspanik“ bei Vermietern führt zu stark steigenden Mieten

Vermieter nutzen die Zeit bis zur Einführung der Mietpreisbremse im kommenden Jahr für drastische Mieterhöhungen. Ab 2015 dürfen die Mieten nicht stärker als 10 Prozent steigen. Das Gesetz bewirkt also zunächst einmal das Gegenteil dessen, was es bezwecken soll.

Experten warnen vor kurzfristig stark steigenden Mieten wegen der von der Bundesregierung geplanten Gesetzesänderung. Die sogenannte Mietpreisbremse, die eigentlich den Anstieg in besonders betroffenen Regionen begrenzen soll, bewirke in den nächsten Monaten wohl das Gegenteil. Denn Vermieter hätten „Torschlusspanik, dass sie ihre Mieten nach Einführung des Gesetzes erst einmal nicht mehr anheben dürfen“, sagte Kai Warnecke, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Haus & Grund, der Bild-Zeitung.

Ähnlich sieht es dem Bericht zufolge Michael Voigtländer vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln: „Die Ankündigung der Mietpreisbremse wird dazu führen, dass Vermieter bis zur Umsetzung des Gesetzes die Mieten im Falle von Neuverträgen noch einmal besonders stark erhöhen werden.“ Außerdem werde es nach Inkrafttreten des Gesetzes mehr Verträge mit Staffelmieten geben.

Union und SPD hatten sich am Dienstag auf Eckpunkte der Mietpreisbremse verständigt, die in der ersten Hälfte 2015 in Kraft treten und zunächst für fünf Jahre gelten soll. Dann dürfen die Preise für neu vermietete Wohnungen nicht mehr als zehn Prozent über der ortsüblichen Miete liegen, wie Bundesjustizminister Heiko Maas sagte. Die Deckelung soll nur in Gegenden gelten, wo die Länder einen „angespannten Wohnungsmarkt“ ausmachen.

Kommentare

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  1. jonas sagt:

    der staat ist wesentlich schlauer als michl. der staat gibt seinen beamten wie polizei + Finanzen eine gewisse sicherheit. Somit bleiben die ihm treu.
    Den reichen selbst störts eh nicht.

    der rest wird versklavt. Laut plan von bilderberger und co.

  2. Toddi sagt:

    Es ist schon erstaunlich was sich eine Teilgruppe (Vermieter) der Bevölkerung gefallen läß und trotzdem noch diese Politikerkaste mit Ihrem passiven Wahlrecht /Urnengang ( wobei doch die Urne ein Verwahrungsort für sterbliche Überreste ist) unterstützt.
    Energiepässe Umwelt und Sicherheitsauflagen, steigende Grundsteuern1+2 lassen dem Vermieter doch letztlich keine andere Möglichkeit der Umlage durch Mieterhöhung.
    Wenn die Volksverwalter doch selber durch wilder Reglementierung die Mieten letztlich selber hochtreiben, wundert mich das die selben sich nun auf Kosten der Vermieter austoben.
    Die Mietimmobilien sind laut Handelsblatt (Ausgabe letzte Woche) für die meisten Besitzer (ca.45%) unrentabel ein Teil arbeitet mit einem Ertrag von 2 %. Nur an wenigen Standorten wird noch überdurchschnittlich Ertrag generiert. Auf dem Land /Provinz läßt der Vermieter die Immobilie teilweise besser leer stehen!!

    Schaden das die Systempolitiker nicht die Gesetze der Marktwirtschaft beachten und dank nicht vorhandener Opposition machen was Sie lustig sind…

    Gruß der Toddi
    PS
    “ Denk ich an Deutschland in der Nacht,
    Dann bin ich um den Schlaf gebracht,
    Ich kann nicht mehr die Augen schließen,
    Und meine heißen Tränen fließen.“
    Heinrich Heine

  3. Barbara Hendricks sagt:

    Herzlich willkommen in der Planwirtschaft. In Zukunft profitieren diejenigen die bereits einen Mietvertrag zu durchschnittlichen Konditionen haben. Das wird aber früher oder später zu einer Vernachlässigung der Instandhaltung führen.
    Alles was zur gewöhnlichen Instandhaltung des Gebäudes gehört, muss durch entsprechende Maßnahmen oder Rücklagen (z.B. in Eigentumswohnanlagen) abgedeckt werden. Geschieht dies nicht, so spricht man von einem Instandhaltungsrückstau. Per Definition gehört zur regelmäßigen Instandhaltung des Gebäudes alles was den Zustand des Gebäudes auf den Zustand zum Zeitpunkt der Errichtung erhält und die Gebrauchstauglichkeit absichert.
    Besichtigen kann man das immer noch im ehemaligen Osten (DDR). Hier hat der Instandhaltungsrückstau tiefe Spuren hinterlassen.
    Zusätzlich werden sich in der Zukunft diejenigen Handwerker warm anziehen müssen, die sich auf Altbau spezialisiert haben und hier bislang gutes Geld verdient haben.

  4. Conrad sagt:

    Wie erwartet. Die Mieten steigen. Immer diese Gesetze mit Ausnahmen! Mindestlohn mit Ausnahme, Mietpreisbremse mit Ausnahme, usw..

  5. www.weltundzeit.de sagt:

    Das Gesetz bewirkt also zunächst einmal von dem, was es bezwecken soll. Hier fehlen die Wörter „das Gegenteil“.
    Ich stimme der Einschätzung aber zu, das Gesetz ist Unsinn.

  6. Tja sagt:

    Planwirtschaft hat schon immer das Gegenteil von dem bewirkt, was sie (offiziell) bewirken sollte.

    An den ökonomischen Gesetzen wird sich halt auch in Zukunft nichts ändern. Da können Politiker und Staatsgläubige noch so sehr jammern und intervenieren.