Mercedes will Sprinter-Produktion in die USA verlegen

3.000 Daimler-Mitarbeiter legten in Düsseldorf aus Protest die Arbeit nieder. Mercedes plant eine Verlegung der Produktion in die USA. Bislang werde der Sprinter in Deutschland produziert, auseinander gebaut und in den USA wieder zusammengefügt. Das dauert dem Konzern zu lang. Die Gewerkschaft fürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen.

Etwa 3.000 Beschäftigte des Mercedes-Werks in Düsseldorf haben aus Protest gegen die geplante Verlagerung eines Teils der Sprinter-Produktion ins Ausland am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Insgesamt drei Schichten hätten sich an „spontanen Arbeitsniederlegungen“ beteiligt, teilte die IG Metall mit. Die Beschäftigten forderten den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und wollten dies anlässlich einer Sitzung des Daimler-Aufsichtsrats unterstreichen. Die Gewerkschaft fürchtet, dass rund 1.800 der 6.600 Arbeitsplätze in Düsseldorf wegfallen. Die Pläne könnten zum offenen Konflikt im Daimler-Aufsichtsrat führen: Bleibe die Beschäftigung nicht stabil, werde sich die Arbeitnehmerbank im Kontrollgremium gegen die Pläne stellen, kündigte NRW-IG-Metallchef Knut Giesler an.

Das Unternehmen erwägt, die Transporter für den US-Markt in den Vereinigten Staaten zu produzieren. Dabei geht es um die Produktion der nächsten Sprinter-Generation in fünf bis sieben Jahren. Rund 15 Prozent der Lieferwagen werden in den USA, dem nach Deutschland zweitgrößten Markt für den Sprinter, verkauft. Bisher werden die Transporter in Deutschland produziert, dann für die Lieferung in die USA zerlegt und dort wieder zusammengebaut. Dadurch vermeidet Daimler einen Importzoll von 25 Prozent, der seit den 1960er Jahren gilt. Nun soll dem Konzern zufolge für den US-Markt komplett vor Ort produziert werden, um die Lieferzeiten zu verkürzen. Allerdings seien noch keine Entscheidungen gefallen, und es sei offen, ob Personal abgebaut werden müsse, erklärte eine Sprecherin. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat liefen noch. In das Werk solle zugleich ein dreistelliger Millionenbetrag investiert werden.

Gewerkschafts-Chef Giesler forderte ein Signal zur Beschäftigungssicherung vom Daimler-Vorstand. Bleibe dies aus, werde es weitere Proteste geben: „Daimler wird sich Ärger einhandeln.“ Daimler-Aufsichtsratsmitglied und IG-Metall-Vorstand Jörg Hofmann betonte: „Die Belegschaft hat unsere ganze Unterstützung.“ Der Betriebsratsvorsitzende des Sprinter-Werks in Düsseldorf, Thomas Weilbier, sagte, die Pläne des Vorstands könnten einen „Dammbruch“ bedeuten – denn der Grundkonsens, im Ausland keine neuen Kapazitäten bei vorhandenen Kapazitäten in Deutschland aufzubauen, solle verlassen werden.

Eine Entscheidung des Vorstands wird Weilbier zufolge am 21. Oktober erwartet, danach müsse der Aufsichtsrat beraten. Der Sprinter sei ein Erfolgsmodell, das Werk in Düsseldorf sei profitabel, Verlagerungen seien nicht notwendig.

Kommentare

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  1. Alfred Beer sagt:

    Da gibt es nur eine Antwort.
    Liebe Deutsche Unternehmer kauft dieses Modell einfach nicht mehr.

    Das gilt für alle die mit Ihrer Produktion nach Asien oder sonstwo hingehen.
    Die sollen dann diese Produkte dort verkaufen, aber bei uns nicht mehr.

    Wenn unsere Politiker Eier in der Hose hätten, müssten Sie das unterbinden.

    Wir müssen endlich aufhören unsere Arbeitsplätze zu exportieren !!!

    Exportweltmeister kann auch mal so sehen !!!

  2. Helmut sagt:

    Ich dachte mit TTIP fallen dir Zölle flach ? Wegen 15 % Verkauf, 100 % der Fertigung verlegen ? Einfach in D genauso handhaben.

  3. Loewe sagt:

    „Dadurch vermeidet Daimler einen Importzoll von 25 Prozent, der seit den 1960er Jahren gilt.“

    Ja, so schützt der Ami und jedes intelligente Land seine Wirtschaft vor Billigimporten und der Auslagerung der Industrie. Nur Europa und seine Brüssler Diktatoren gehen den anderen Weg: Freihandelsabkommen und Abschaffung der Zölle. Und dann wird gejammert, daß Subventionsnormaden (Nokia) durch Europa tingeln, Subventionen kassieren und dann doch nach Asien verschwinden; so wie die fast komplette Textil/ Schuh/ Elektronikindustrie….

    • Werner sagt:

      „…Ja, so schützt der Ami und jedes intelligente Land seine Wirtschaft vor Billigimporten…“

      „Billigimporte“ aus Deutschland ?
      Schon mal was vom Billiglohn-Land Deutschland gehört ?
      Ich auch nicht .
      Und in der Gegend um Detroit gibt es arbeitslose „Auto-Schrauber“ gleich tonnenewise und ganz ganz billig !
      Mal „Solidarität“ geben , nicht nur fordern !

      mfg. Werner

      • NULL Rechtssicherheit sagt:

        „Billiglohnland Deutschland“

        Werner, einfach Ohren aufsperren, dann merkst auch Du es irgendwann.

        Spätestens bei dauerleerem Kühlschrank. Was die Produktion wirklich kostet oder besser gesagt nicht kostet, sieht man ja an den in den USA stark vergünstigten Modellen und deren Ausstattung, bestes Beispiel VW Passat.

        Nur die Deutschen sind so blöd, für das gleiche Auto im Herstellungsland viel mehr zu zahlen, als wenn es um die halbe Welt gekarrt wäre…

  4. Kulleraugen sagt:

    das wird nicht der Letzte Konzern sein weil die Meisten Anteilseigner Amerikanische Institutionen sind Deutschland wird mehr als 40 % seiner Industrie Arbeitsplätze Verlieren das ist der Preis dafür das wir noch Ahtmen dürfen