Forscher entwickeln unsichtbare Solar-Module für Wände und Fenster

Solarzellen werden in naher Zukunft fast unsichtbar an Wänden und in Fenster integriert. Forscher arbeiten bereits an der optimalen Farbgebung, so dass Photovoltaikanlagen nicht mehr auffallen. Die Anschaffungskosten für die durchsichtigen Module sind bereits mit denen der herkömmlichen Module vergleichbar.

Durch Technologien wie die Dünnschichtphotovoltaik lassen sich PV-Module in ohnehin erforderliche Bauteile eines Hauses integrieren. Diese Gebäudeintegrierte Photovoltaik (Building-Integrated Photovoltaics; BIPV) macht Solarenergie architektonisch attraktiver und sorgt dafür, dass optisch weniger ansprechende Anlagen auf dem Dach bald der Vergangenheit angehören.

Etwa fünf Prozent des jährlichen Strombedarfs in Deutschland werden heute durch Solarenergie erzeugt. Der besondere Vorteil der Technologie liegt unter anderem in ihrer dezentralen Verfügbarkeit. Weil jeder Hausbesitzer mittels Photovoltaik seinen eigenen Strom erzeugen kann, werden Solarzellen im künftigen Gebäude-Energiemanagement eine zentrale Rolle spielen.

In Form von photovoltaischen Dach-Konstruktionen oder semitransparenten, PV-funktionalisierten Fenstern, Oberlichtern, Markisen und Fassadenelementen können Solarmodule eine ansprechende Optik annehmen und damit eines der wichtigsten Kriterien für den designorientierten Markt erfüllen.

Für solche Anwendungen entwickelt das EWE-Forschungszentrum NEXT ENERGY Dünnschichtsolarzellen mit Teiltransparenz sowie spezieller Farbgebung: „Der Anspruch an das Erscheinungsbild eines Solarmoduls hat sich mittlerweile extrem gewandelt“, erklärt Martin Vehse, Leiter des Themenfeldes „Alternative Substrate und Lichtmanagement“ vom Forschungszentrum. „Deshalb erforschen wir verschiedene Materialien und neue Zellkonzepte, die es ermöglichen, das Aussehen der Solarzellen auf individuelle Kundenwünsche abzustimmen.“

Die Wissenschaftler verfolgen verschiedene Ansätze zur Farbgebung der Module. Ihr Ziel ist es, diese nach Belieben im Stile des Hauses halten zu können, etwa in Terrakotta bei einer Toskana-Villa. „Die gewünschte Farbgebung in den Modulen erreichen wir durch die präzise Einstellung der Schichtdicken der Kontaktschichten. Damit ist keine weitere Integration von Farbstoffen oder farbigen Folien mehr erforderlich“, so Vehse.

Darüber hinaus könnten auch Fenster oder Oberlichter mit neuartigen, semitransparenten Modulen bestückt werden: Durchsichtig und in das Fensterglas integriert, würden sie bei frei wählbarer Farbgebung (z.B. in Gelb, Braun oder Blau) durch ihr optisches Design vor starker Sonneneinstrahlung schützen. Weil durch dieses Verfahren keine zusätzliche Färbung der Module mehr erforderlich ist, wird zudem eine Beeinträchtigung der Lichtabsorption vermieden.

Aktuell arbeiten die Oldenburger Wissenschaftler daran, die Produktionsprozesse weiter zu optimieren: „Wir verwenden unter anderem ultradünne Germaniumabsorber oder elektrochemische Abscheidemethoden, um die Herstellungskosten von Solarzellen möglichst gering zu halten“, so Vehse.

Die Anschaffungskosten von gewöhnlichen Baumaterialien gegenüber Bauteilen mit integrierter Photovoltaik unterscheiden sich schon heute nur noch geringfügig: „Der Quadratmeter-Preis für Trapezbleche, wie sie zum Beispiel für Carportdächer genutzt werden, Bitumenbedachungen oder Ziegel ist mit dem Preis für ein Solarmodul mittlerweile durchaus vergleichbar“, sagt der Wissenschaftler.

Dadurch wird auch der großflächige Einsatz, zum Beispiel auf Häuserdächern, interessant – und für einen vergleichbaren Preis eine umweltfreundliche Energiequelle ins Gebäude integriert.

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  1. Rudolf Steinmetz sagt:

    Solange die EVUs in Tateinheit mit Siemens keine virtuellen Kraftwerke installieren, wird es für solche Erfindungen schwierig sein, sich am Markt durchzusetzen. Joe Kaeser interessiert sich nicht für anwenderfreundliche Technik, sondern für das böse Fraking.