Urabstimmung: 91% der Lokführer wollen wieder streiken

Die Lokführer haben sich mit großer Mehrheit für weitere Arbeitsniederlegungen entschieden. In einer Urabstimmung bekannten sich 91 Prozent dazu bereit, weiter zu streiken. Die 20.000 Mitglieder der Lokführer-Gewerkschaft wollen kürzere Arbeitszeiten, mehr Geld und bessere Schichtpläne durchsetzen.

Im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn haben die Lokführer die Weichen auf Streik gestellt. In einer Urabstimmung entschieden sich 91 Prozent der rund 20.000 Mitglieder der Lokführer-Gewerkschaft GdL für weitere Arbeitsniederlegungen, teilte die GDL am Donnerstag in Frankfurt mit.

Bahnreisende und die Deutsche Bahn müssen sich auf einen langen Arbeitskampf einstellen. Die GDL werde „durchstreiken bis zum Ende“, kündigte GDL-Chef Claus Weselsky in der Süddeutschen Zeitung vom Donnerstag an.

Weselsky sagte, die rund 27.000 Lokführer und 13.000 Zugbegleiter in Deutschland würden „vom Unternehmen Bahn absichtlich in den Streik getrieben“. Die Lokführer, aber auch die Lufthansa -Piloten, deren Vertretung Vereinigung Cockpit im Tarifstreit mit der Fluggesellschaft liegt, sollten die Begründung liefern für ein Gesetz zur Tarifeinheit, mit dem die Bundesregierung die Macht von Berufsgewerkschaften beschneiden wolle, kritisierte der GDL-Chef. Die Deutsche Bahn gehört zu 100 Prozent dem Bund.

Vor einer Woche war ein abermaliger Versuch gescheitert, Bewegung in die festgefahrenen Tarifverhandlungen zwischen der Bahn und der GDL zu bringen. Die Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen um fünf Prozent, eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit um zwei auf 37 Stunden sowie bessere Schichtpläne. Kern des Konflikts ist jedoch der Anspruch der GDL, außer den Lokführern auch die Zugbegleiter und Rangierführer vertreten zu wollen. Hier liegt die GDL mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) im Clinch. Die EVG will für alle Beschäftigten bei der Bahn einen Tarifvertrag abschließen, auch für die Lokführer.

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL will trotz des grundsätzlichen Votums ihrer Mitglieder für weitere Streiks den Bahnverkehr am verlängerten Wochenende nicht lahmlegen. Die Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) wolle zunächst das neue Angebot der Deutsche Bahn prüfen, sagte GDL-Chef Claus Weselsky am Donnerstag nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses der Urabstimmung. „Wir werden in den nächsten Tagen das von der Bahn als neues Angebot verkaufte Papier einer gründlichen Bewertung unterziehen“, sagte Weselsky. Zu Beginn der nächsten Woche wolle sich die Gewerkschaft dann dazu äußern.

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