US-Gewerkschaft dringt auf Vertretung in Daimler-Werk

Die US-Autogewerkschaft UAW formiert sich zur Gründung einer Arbeitnehmervertretung im Mercedes-Werk Tuscaloosa. Der deutsche Betriebsrat unterstützt das Vorhaben. Die Belegschaft in Tuscaloosa ist als einzige weltweit bei Daimler ohne gewerkschaftlichen Schutz und Vertretung.

Die US-Autogewerkschaft UAW formiert sich zur Gründung einer Arbeitnehmervertretung im Mercedes-Werk Tuscaloosa und wird dabei vom deutschen Betriebsrat unterstützt. Im Beisein von Betriebsrats-Chef Michael Brecht und dem stellvertretenden IG-Metall-Vorsitzenden Jörg Hofmann gründete die Gewerkschaft am Freitag eine lokale Gruppe. Die Belegschaft in Tuscaloosa im US-Bundesstaat Alabama sei als einzige weltweit bei Daimler ohne gewerkschaftlichen Schutz und Vertretung, erklärte Brecht. „Das wollen wir ändern.“

UAW-Präsident Dennis Williams forderte für die rund 3200 Beschäftigten in Tuscaloosa dieselben Mitbestimmungsrechte wie alle anderen Daimler-Mitarbeiter sie hätten. Die UAW vertrete an anderen amerikanischen Standorten wie Daimler Trucks in North Carolina schon knapp 7000 Beschäftigte. Ein Sprecher von Daimler bekräftigte, das Unternehmen sei neutral und überlasse es den Mitarbeitern, sich zu organisieren.

Die Gewerkschaft kämpft gegen Mitgliederschwund und hat sich schon länger die Werke der ausländischen Autobauer vorgenommen. Um die Mitarbeiter im Werk zu vertreten, muss die UAW die Mehrheit der Beschäftigten bei einer Abstimmung hinter sich bringen. Eine solche Initiative war im VW-Werk Chattanooga Anfang des Jahres gescheitert. Mit Unterstützung des deutschen VW-Betriebsrats und der IG Metall nimmt die UAW dort jetzt einen neuen Anlauf.

IG-Metall-Vize Hofmann forderte das Daimler-Management zur Zusammenarbeit mit der UAW auf. In den Südstaaten hat die insgesamt 390.000 Mitglieder zählende UAW politisch einen schweren Stand. Republikanische Politiker bekämpfen sie mit dem Argument, sie schrecke Investoren ab und gefährde Arbeitsplätze.

Kommentare

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  1. Werner sagt:

    „…ohne gewerkschaftlichen Schutz…“

    Oh Gott . oh Gott , wie sich das blos anhört “

    Vielleicht könnten die DMN mal konkret und im Klartext schildern worin ( ausser im abzocken des Gewerkschaft-Beitrages ) denn der „Schutz der Gewerkschaft besteht .
    Haben etwa die Gewerkschaften jemals investiert und Arbeitsplätze geschaffen ?

    mfg. Werner

  2. manuel sagt:

    …………Der deutsche Betriebsrat unterstützt das Vorhaben……..

    Soso, tut der das :-))) ..oder muss er evtl sogar, weil er nicht wirklich was zu sagen hat…

    • Werner sagt:

      „…oder muss er evtl sogar, weil er nicht wirklich was zu sagen hat…“

      Ihm gehört ja auch N I X !!! GARNIX !

      mfg. Werner