Printmedienkrise: Bertelsmann übernimmt Gruner + Jahr

Bertelsmann übernimmt Verlag Gruner + Jahr komplett. Europas größter Medienkonzern kauft der Familie Jahr ihre Beteiligung von 25,1 Prozent ab. Damit nimmt die Printmedienkrise ihren Lauf. Medienvielfalt und Unabhängigkeit stehen auf dem Spiel

Mitten in der Printmedienkrise übernimmt Bertelsmann den gebeutelten Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr komplett. Europas größter Medienkonzern kauft der Familie Jahr ihre Beteiligung von 25,1 Prozent ab, wie die Partner am Montag mitteilten. Damit entscheidet Bertelsmann künftig allein über das Schicksal von Zeitschriften wie „Stern“, „Geo“, „Brigitte“ oder „Capital“. Der Verlag Gruner + Jahr ist seinerseits auch mit einer Sperrminorität am Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ beteiligt.

Über die Höhe des Kaufpreises, der in bar gezahlt werde, sei Stillschweigen vereinbart worden, erklärte Bertelsmann. „Die vollständige Übernahme von Gruner + Jahr stellt für Bertelsmann einen weiteren Meilenstein bei der Stärkung seiner kreativen Inhaltegeschäfte dar.“ Zu Bertelsmann gehören auch der Fernsehkonzern RTL Group, der weltgrößte Buchverlag Penguin Random House und das Musikrechte-Unternehmen BMG. „Diesen klaren Bekenntnissen zu den Bereichen Fernsehen, Buch und Musik folgt nun ein weiteres klares Bekenntnis zum Journalismus“, erklärte Bertelsmann-Chef Thomas Rabe.

Gruner + Jahr ist dabei, mit einem erneuten Konzernumbau und weiteren Millionensummen seinem Digitalgeschäft auf die Sprünge zu helfen. Die im vergangenen Jahr angetretene Vorstandschefin Julia Jäkel hatte angekündigt, damit Versäumtes nachzuholen. Später als andere Verlage wie Axel Springer oder Burda forciert Gruner + Jahr den Ausbau seiner Internetaktivitäten. Angesichts schrumpfender Zeitschriftengeschäfte plant das Unternehmen zugleich in Deutschland seinen größten Stellenabbau seit Jahren. Bis zu 400 Arbeitsplätze sollen gestrichen werden. „Wir unterstützen die vom Gruner + Jahr-Vorstand auf den Weg gebrachte Transformation von Gruner + Jahr uneingeschränkt und werden auch in Zukunft die dafür erforderlichen Mittel zur Verfügung stellen“, erklärte Rabe.

Kommentare

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  1. Toddi sagt:

    Lese ich richtig…der Kaufpreis wird in Bar bezahlt !!
    Ist das Übergabe-Land vielleicht auch bekannt.

    Wir sind leider (oder zum Glück 🙂 ) noch weit von Italienischen Gesetzen entfernt, das sind Barzahlung über 1000 Euro verboten und dürfen nur noch überwiesen werden.
    Dieses hat wohl etwas mit Schwarzgeld oder so 🙂 zu tun…wegen der Mafia, Cosa Nostra und so..
    Aber die Italiener habe ja auch nicht so ehrliche und gute Politiker+Pressen wie wir.

    Gruß Toddi

    PS: Bitte nehmen Sie sich nichts von meinem Geschreibse an ich bin ja nicht von Bertelsmann.

  2. Toddi sagt:

    Böse Zungen behaupten das eventuell die Möglich besteht, dass es nur noch sieben Familien (und derer Kapitalgesellschaften) gibt, welche nun die Medien für die BRD Konsumenten „aufbereiten“ und für die „Grundversorgung“ zuständig sind.

    Ich als korrekter BRDler würde so etwas niemals nur denken…nachher werde ich noch wie die anderen ca. 1200 politisch Andersdenkenden in der BRD inhaftierten Subjekte abgeschlossen.
    Von daher bin ich froh das Gruner + Kapital 🙂 jetzt in fester Hand sind. So ist die BRD Pressefreiheit gesichert ich denke das Kartellamt sieht das auch so….
    Übrigens ist Ihnen bekannt das die Chinesen und Russen keine Pressefreiheit haben !!!
    Vielleicht kann da die Kanzlerin und Bertelsmann +Co was machen…
    Merke:
    „Nie rastende Arbeit für Volk und Nation ist der Stolz unserer Politiker“
    Gruß aus der bunten Republik
    der Toddi

  3. Goldfinger sagt:

    Die Zeitungsvielfalt,kann man bald wieder auf eine Zeitung reduzieren,das Neue Deutschland,war alles schon da.

    • Teri sagt:

      @goldfinger

      „Pravda“ (übersetzt = Wahrheit, aber gelogen wie gedruckt…) wäre als Titel auch nicht schlecht…

  4. Tanja sagt:

    „Unabhängigkeit steht auf dem Spiel“ … HAHAHA… der war gut … LOL

  5. Drudenfuß sagt:

    Da die Mainstream-Medien sowieso alle die gleichen Lügen verbreiten, ist es für die Leser völlig wurscht, wie viele Verlage mit von der Partie sind.
    Interessant wird es erst, wenn der letzte MSM-Verlag verschwindet.

    • paule sagt:

      So weiss aber jeder, dass die Artikel nun wirklich direkt aus den
      Federn der Amis kommen. Da muss man nicht mehr lange die geistige
      Urheberschaft suchen.