Lokführer setzen Bahn unter Druck: Weitere Streiks geplant

Die GDL kündigt für die kommenden Tagen flächendeckende, befristete Streiks an. Damit setzt sie die Deutsche Bahn unter Druck. Die Bahn spielt auf Zeit und will das Gesetz zur Tarifeinheit abwarten, das die Macht kleinerer Gewerkschaften beschneiden könnte.

Die Lokführergewerkschaft GDL hat einen neuen Bahn-Vorschlag im Tarifkonflikt abgelehnt und befristete Arbeitskämpfe angekündigt. In den nächsten Tagen werde die Gewerkschaft zum flächendeckenden Streik aufrufen, teilte die GDL am Montag in Frankfurt mit. Einen konkreten Termin nannte sie nicht. Der Ausstand soll aber nicht parallel zum Arbeitskampf der Lufthansa -Piloten stattfinden, die seit Wochen um Vorruhestandsregelungen mit dem Arbeitgeber ringen und ebenfalls bereits mehrfach Reisende mit Streiks getroffen haben.

Die Deutsche Bahn kritisierte die GDL-Ankündigung als völlig überflüssig. Kompromisse könnten nur am Verhandlungstisch gefunden werden, sagte Personalvorstand Ulrich Weber. Der GDL gehe es nur darum, gegenüber Konkurrenz-Gewerkschaften an Boden zu gewinnen. Dafür nehme sie Schaden bei Kunden, Unternehmen und Mitarbeitern in Kauf.

Die Gewerkschaft GDL reagierte mit ihrer Streik-Ankündigung auf einen offenen Brief der Bahn, in dem sie eine Aussetzung des Tarifkonflikts angeregt hatte. Danach sollten die Verhandlungen solange ruhen, bis das von der Regierung angekündigte Gesetz zur Regelung der Kompetenzen von Sparten- und Großgewerkschaften vorliege. In der Zwischenzeit sollten die Lokführer zwei Prozent mehr Lohn erhalten. Kern des Tarif-Konflikts ist es, dass die GDL neben den Lokführern nun auch für Rangierführer und Zugbegleiter verhandeln will, für die bislang die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verhandelt hatte. Die Bahn lehnt aber konkurrierende Verhandlungen über dieselbe Beschäftigtengruppe ab.

GDL-Chef Claus Weselsky zeigte sich empört von dem Vorschlag der Bahn: „Erst den Konflikt provozieren und dann nach dem Staat rufen.“ Er warf der Bahn erneut vor, sie schüre den Konflikt, um ein Tarif-Einheitsgesetz herbeizuführen, das die Rechte der Spartengewerkschaften einschränkt.

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