Güter-Krise: Bahn schließt Werke in Bandenburg und Sachsen

Die Krise im Güterverkehr zwingt die Deutsche Bahn zur Schließung zweier Werke. In Eberswalde bekommen 500 Angestellte bundesweit andere Aufgaben zugeteilt. In Zwickau sind weitere 50 Stellen betroffen. Nach dem Streik der Lokführer normalisiert sich der Personenverkehr nur langsam.

Die Deutsche Bahn schließt wegen der Krise bei der Güterbahn nach Angaben aus dem Konzern Werkstätten in Brandenburg und Sachsen mit fast 1.000 Arbeitsplätzen. Zum einen werde das Instandhaltungswerk in Eberswalde nördlich von Berlin aufgegeben, sagten mit dem Vorstandsbeschluss Vertraute am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Dort verlieren rund 500 Menschen ihre Arbeit bei der Bahn. Auch die Service-Werkstatt im sächsischen Zwickau mit weiteren fast 80 Arbeitsplätzen solle geschlossen werden. Stellenabbau von über 300 Stellen sei zudem in weiteren Instandhaltungswerken etwa in Magdeburg geplant.

Wegen des vereinbarten Verzichts auf betriebsbedingte Kündigungen bei der Bahn soll den Beschäftigten bundesweit andere Aufgaben angeboten werden. Die Bahn war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Für den Mittag hat sie zu einer Pressekonferenz in Eberswalde eingeladen.

Wegen der Krise im Güterverkehr hat die Bahn bereits Tausende ihrer insgesamt knapp 100.000 Waggons verschrottet. Dadurch ist der Fuhrpark stark geschrumpft, der gewartet werden muss. Die Entscheidung sollte den Konzernmitarbeitern zufolge eigentlich bereits vor einigen Monaten verkündet werden. Mit Rücksicht auf die Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg Ende August und Mitte September sei dies aber verschoben worden.

Auch nach dem Ende des Lokführer-Streiks müssen Bahn-Reisende mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Die Deutsche Bahn teilte am Mittwochmorgen unmittelbar nach dem Ende des Ausstands mit, vor allem Ballungsgebiete wie Berlin, Hamburg, München und Stuttgart seien erheblich betroffen. Beeinträchtigungen gebe es auch noch in Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Im Regional- und S-Bahn-Verkehr dürften die Züge zunächst seltener fahren als sonst. „Im Fernverkehr muss weiterhin mit Ausfällen und Verspätungen gerechnet werden. Die Beeinträchtigungen können noch bis in den Tag hinein dauern“, erklärte das Unternehmen.

Der erneute Streik der Lokführer-Gewerkschaft GDL hatte von Dienstagabend 21.00 Uhr (MESZ) bis Mittwochmorgen 06.00 Uhr gedauert. GDL-Chef Claus Weselsky bezeichnete die Aktion als Erfolg. In der Nacht seien 80 bis 90 Prozent der Züge ausgefallen, sagte er im ARD-Morgenmagazin. Seinen Worten zufolge plant die Gewerkschaft keine unbefristeten Streiks. „Wir sind uns der Verantwortung sehr wohl bewusst und wissen, dass die Menschen stark betroffen sind“, sagte Weselsky.

Die GDL verlangt im Tarifkonflikt unter anderem fünf Prozent mehr Lohn, die Verkürzung der Wochenarbeitszeit um zwei auf 37 Stunden sowie bessere Schichtpläne. Die Bahn-Führung schlug zuletzt vor, den Konflikt solange auszusetzen, bis das von der Regierung angekündigte Gesetz zur Regelung der Kompetenzen von Sparten- und Großgewerkschaften vorliegt. In der Zwischenzeit sollten die Lokführer zwei Prozent mehr Lohn erhalten. Dies hat die GDL aber abgelehnt.

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  1. Pumuckl sagt:

    Wunderbar !
    Da hat man also bis nach den Wahlen gewartet, so daß die Bürger auch weiterhin schön die Blockparteien der SED 2.0 wählen. Wahrscheinlich wäre sonst das Wahlergebnis noch eindeutiger zu Gunsten der AfD ausgefallen.