Österreich: Im Gasstreit wird es vor dem Winter keine Lösung geben

Das Wirtschaftsministerium in Österreich glaubt nicht an eine schnelle Lösung im Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland. Die Verhandlungen würden sich aus taktischen Gründen noch bis in den Winter hinein ziehen. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner widerspricht damit der Meinung von EU-Kommissar Günther Oettinger.

Die österreichische Regierung erwartet keine rasche Beilegung des Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine. „Es gibt zwar Vermittlungsbemühungen auf Ebene der EU mit den betroffenen Parteien dort, aber noch kein Ergebnis“, sagte Österreichs Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. „Aus politischen Gründen – meiner Meinung nach – will man auch kein Ergebnis haben, daher wird uns der Konflikt in den Winter hinein begleiten“, sagte er. Damit schlug Mitterlehner deutlich pessimistischere Töne an, als EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Dieser hatte am Montag gesagt, er halte eine Übergangslösung noch im Oktober für möglich.

Russland hat im Juni Gaslieferungen an die Ukraine gestoppt – wegen offener Rechnungen in Milliardenhöhe und einem Streit über den Gaspreis. Die Europäische Union (EU) vermittelt in dem Konflikt, der auch die Erdgasversorgung der Gemeinschaft gefährden könnte. Die EU erhält ein Drittel ihres Erdgases aus Russland, die Hälfte davon strömt durch ukrainische Leitungen.

Im Ernstfall könnte Österreich sechs Monate lang ohne russische Gaslieferungen auskommen, sagte Mitterlehner. Das Land mit einem Jahresbedarf von neun Milliarden Kubikmetern Gas verfüge über Speicher von gut acht Milliarden Kubikmetern – die derzeit zu 90 Prozent gefüllt seien.

Die beiden Österreichischen Gasversorger OMV und Verbund halten an ihren Geschäftszielen fest. Verbund gehe für das laufende Jahr weiterhin von einem operativen Gewinn (Ebitda) von 690 Millionen Euro und einem Nettoergebnis von 70 Millionen Euro aus, sagte Finanzvorstand Peter Kollmann am Montag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte der Versorger bekanntgegeben, seine französischen Gaskraftwerke für insgesamt 150 Millionen Euro an den Finanzinvestor KKR zu verkaufen.

OMV -Chef Gerhard Roiss steht einem Medienbericht zufolge vor der vorzeitigen Ablöse. Roiss sowie Vorstandsmitglied Hans-Peter Floren sollten vorzeitig abgelöst werden, berichtete die „Presse“ am Donnerstag auf ihrer Homepage. Dies habe das Aufsichtsratspräsidium der OMV in einer Sitzung am Mittwoch beschlossen. Zuvor vergab OMV einen Großauftrag an die Schweizer ABB. Die Eidgenossen sollen für 216 Millionen Dollar eine Gasaufbereitungsanlage in Tunesien bauen, wie ABB am Dienstag mitteilte. In dem Werk soll Erdgas von schweren Kohlenwasserstoffen getrennt werden, die zu Propangas und ähnlichen Stoffen umgearbeitet werden. Die Anlage sei auf 2,7 Millionen Kubikmeter ausgelegt und soll 2016 den Betrieb aufnehmen.

Kommentare

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  1. Exporteur sagt:

    Dämmlich und blöd, unsere Politiker, haben sie wirklich einen Kindergarten besucht??? Beführworten Sanktionen gegen Russland und wollen nebenbei Geschäfte mit dem Sanktionierten machen. Einer Bank, die eine Tochtergesellschaft von Gazporm ist, wird das Geld eingefroren. Auf der Stelle, drehe ich den Gashahn ab. Nun wird die Wirtschaft eingefroren und die Poliktiker sollen nun im kommenden Winter frieren und ihr Zähneklappern wird man in ganz Österreich hören. Und nennen sich teilweise Doktoren. Den Unis gehört ebenfalls sofort das Gas abgedreht, die so einen Schwachsinn lehren.

    • hugin sagt:

      POLIT-KINDERGARTEN
      Unsere Politiker haben einen Kindergarten besucht, aber dann nicht mehr weiterstudiert !