Volkswagen verlängert Partnerschaft mit Chinas FAW

Der Wolfsburger Autobauer VW bindet sich langfristig an den China-Partner FAW. 25 Jahre solle das Joint Venture weiter betrieben werden. Eine Erhöhung der Beteiligung von VW an FAW wurde verfehlt. Wirtschaftsminister Gabriel kritisierte die Haltung Chinas, ausländische Unternehmen zu vernachlässigen.

Volkswagen wird seine Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner FAW Konzernkreisen zufolge um 25 Jahre verlängern. Um diesen Zeitraum solle die bereits seit mehr als 20 Jahren bestehende Zusammenarbeit mit dem staatlichen Autobauer First Automotive Works (FAW) verlängert werden, sagte eine Person mit Kenntnis der Verhandlungen am Freitag zu Reuters. Der Vertrag solle im Rahmen des Besuchs des chinesischen Ministerpräsidenten Li Keqiang am Freitag in Berlin unterzeichnet werden.

Volkswagen verhandelt seit langem mit den Chinesen auch über eine Erhöhung seiner Beteiligung an dem Joint-Venture mit FAW, um einen höheren Anteil an dem hochprofitablen Geschäft in der Volksrepublik einzufahren – bisher jedoch ohne greifbaren Erfolg. Inzwischen gibt es jedoch Anzeichen, dass die Regierung in Peking nicht mehr abgeneigt ist, VW einen größeren Anteil zu überlassen.

Man wolle den Wunsch „wohlwollend prüfen“, schrieb Li Keqiang jüngst in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung Die Welt. Darin machte er zugleich klar, dass sich Peking im Gegenzug wünscht, dass Deutschland chinesische Unternehmen zu Ausschreibungen um Hochgeschwindigkeitsbahnprojekte zulässt.

Volkswagen hält 40 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen mit FAW und arbeitet in einem weiteren Joint-Venture mit dem größten chinesischen Autobauer SAIC zusammen. Bei Letzterem teilen sich beide Partner die Anteile. VW lieferte im vergangenen Jahr 3,3 Millionen Fahrzeuge an Kunden in China, ein Drittel des Gesamtabsatzes des Wolfsburger Konzerns.

Westliche Automobilunternehmen sind in der Volksrepublik zur Kooperation mit staatlichen Konzernen gezwungen. Die Regierung erhofft sich davon, die eigene Industrie zu stärken. Der Erfolg hält sich bisher jedoch in Grenzen: Westliche Autobauer wie VW und seine Oberklassetochter Audi, BMW, Daimler sowie die Opel-Mutter General Motors und der japanische Weltmarktführer Toyota beherrschen den größten Pkw-Markt der Welt weitgehend.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat China aufgerufen, Benachteiligungen für ausländische Firmen abzuschaffen. Bei der Eröffnung eines deutsch-chinesischen Wirtschaftforums am Freitag in Berlin forderte Gabriel eine „Partnerschaft auf Augenhöhe“ zwischen beiden Ländern. „Ausländische Unternehmen sehen sich in China immer noch umfangreichen Beschränkungen ausgesetzt“, kritisierte er. Er nannte in diesem Zusammenhang den Zwang zu Gemeinschaftsunternehmen für ausländische Firmen, den unfreiwilligen Technologietransfer sowie Beschränkungen bei öffentlichen Ausschreibungen. Diese Vorschriften müssten fallen, verlangte Gabriel. Im Gegensatz zur EU will Gabriel ein Freihandelsabkommen mit China vorantreiben.

Deutschland ist Chinas wichtigster Handelspartner in Europa. Für Deutschland ist die Volksrepublik einer der wichtigsten Auslandsmärkte.

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