EZB-Direktor: Sparpolitik ist in Europa weitgehend beendet

Viele europäische Länder hätten ihre Sparziele erledigt, so EZB-Direktor Coeure. Die Diskussion über eine Sparpolitik in Europa sei größtenteils beendet. Jedoch gebe es einige Staaten, die noch weit entfernt von ihren Haushaltszielen seien.

Die meisten europäischen Länder sind nach Ansicht von EZB-Direktor Benoit Coeure mit der Konsolidierung ihrer öffentlichen Finanzen vorangekommen. Deshalb sei eine Diskussion über eine Sparpolitik in Europa größtenteils beendet, sagte Coeure am Freitag bei einer Vorlesung an der Johns-Hopkins-Universität in Washington. In den vergangenen vier Jahren seien die europäischen Regierungen von den Finanzmärkten gezwungen worden, den Gürtel deutlich enger zu schnallen. Viele europäische Länder hätten ihre Hausaufgaben erledigt. Jedoch gebe es einige Staaten, die noch weit entfernt von ihren Haushaltszielen seien.

In offenkundiger Anspielung auf Frankreich sagte Coeure, dass es unfair sei, Milde bei Ländern walten zu lassen, die keine Reformanstrengungen zeigten. Die französische Regierung will ihr Budgetdefizit angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage nur in kleinen Schritten abbauen. Die Lücke wird laut Plan in diesem Jahr bei 4,4 Prozent und 2015 bei 4,3 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen. Auch 2016 soll das Minus mit 3,8 Prozent noch deutlich über der in den EU-Verträgen festgelegten Obergrenze von drei Prozent liegen. Diese soll erst 2017 mit 2,8 Prozent wieder unterschritten werden – zwei Jahre später als ursprünglich geplant.

Kommentare

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  1. Handwerker sagt:

    Macht doch alles nichts.
    Die Geldbestände der kleinen Leute werden sowieso dran glauben müssen. Dann sei es den Staaten doch bitte gegönnt, sich weiter zu verschulden. Bei der EZB gibt ja schließlich Geld zu 0 Zinsen.
    Die Steuern werden erhöht und der Arbeitende ist der dumme. Das Geld wird sich schon geholt. Die nächsten Jahre werden interessant. Mehr Arbeitslose, weniger Arbeit, weniger Beiträge zu den SV Kassen. Dies bedeutet weniger auszahlbare Beträge. Weniger Geld heißt dann weniger zum Leben. Spätestens dann sollten sich die Politikdarsteller anschnallen.

    Wenn ich das als Handwerker verstehe, wieso bekommen die Herren Ökonomen dann so viel Gehalt. Der Markt regelt alles. Auch diese Jobs …

    Für wie bescheuert halten diese Herren denn die Bevölkerung?

  2. Peter G. sagt:

    Im Grunde bedeutet die Aufkündigung der Sparpolitik, dass selbst die wenigen Versuche zu sparen nun eingestellt werden sollen. Damit ist allerdings auch die Konstruktion des Fiksalpakts obsolet, und die Schuldenstaaten sind dort, wo sie von Anfang an sein wollten: sie machen Schulden zur Finanzierung ihres Lebensstandards, und andere Länder bürgen dafür. Was der Hauptgläubiger Deutschland, vertreten durch das Duo Merkel Schäuble dazu sagen wird steht auch bereits fest: nämlich nichts. Merkel, weil sie sowieso nichts sagt, und Schäuble schweigt, weil er in dieser Situation einen weiteren Schritt in Richtung VSE sieht. Und nun, Herr Voßkuhle?