Stromgewinnung aus Kohle soll erheblich reduziert werden

Durch den Ausbau von Ökostrom sind die Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken massiv unter Druck geraten. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums haben sie die Stilllegung von 50 Kohle- und Gaskraftwerksblöcken beantragt. Davon seien elf als systemrelevant eingestuft worden.

Ungeachtet der Proteste von Beschäftigten für den Erhalt von Kohle- und Gaskraftwerken sollen einem Medienbericht zufolge erhebliche Kapazitäten dieses Stromsektors vom Netz gehen. Betroffen seien fünf Gigawatt Kraftwerksleistung aus Steinkohle und weitere fünf Gigawatt aus Braunkohle, berichtete der Spiegel. Mittelfristig plane Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, komplett aus der Kohleverstromung auszusteigen.

Eine Ministeriumssprecherin dementierte die Zahlen nicht. Sie betonte aber, die Entscheidung darüber, welche Kraftwerke aus betriebswirtschaftlichen Gründen stillgelegt würden, sei zunächst eine Entscheidung der Energieunternehmen. In einem zweiten Schritt prüfe die Bundesnetzagentur, ob das jeweilige Kraftwerk wirklich geschlossen werden könne oder ob es für die Versorgungssicherheit relevant sei. In dem Falle werde es in die Netzreserve aufgenommen, wodurch die Kraftwerksbetreiber Kosten erstattet bekämen.

Durch den Ausbau von Ökostrom sind die Betreiber von Kohle- und Gaskraftwerken unter Druck geraten. Nach Angaben des Ministeriums haben sie die Stilllegung von 50 Kohle- und Gaskraftwerksblöcken beantragt. Davon seien elf als systemrelevant eingestuft worden. Bei sechs Kraftwerksblöcken sei die Prüfung noch nicht abgeschlossen.

Das Ministerium versicherte, die Versorgungssicherheit sei in Deutschland weiter hoch. „Deutschlandweit betrachtet haben wir weiterhin Überkapazitäten.“ Es sei zudem klar, dass durch den Umbau der Stromversorgung hin zu erneuerbaren Energien der Anteil konventioneller fossiler Energieträger immer stärker sinken werde. Vor wenigen Tagen hatten Zehntausende Beschäftigte für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze in Kohle- und Gaskraftwerken demonstriert.

Kommentare

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  1. Peter G. sagt:

    Nur weiter so! Bisher wird in höchst unredlicher Weise die installierte Leistung anstelle der tatsächlichen als Argument gebraucht. Hinzu kommt, dass es auf absehbare Zeit keine auch nur ansatzweise ausreichende Speichertechnik gibt. Von den Einspeise- (Regelungs-)problemen der volatilen Energien ganz zu schweigen. Parallel dazu weigern sich die Energiekonzerne teure Gaskraftwerke bestenfalls im Teilbetrieb zum Ausgleich der schwankenden Erzeugung vonPhotovoltaik- und Windkraftstrom zu betreiben. Viel Spaß, wenn es Herrn Putin im Winter einfallen sollte am Gashahn zu spielen.

    • Dummschwätzer aus der KFZ-Mafia sagt:

      Ob er so lange warten wird, bis der sinkende Ölpreis ihn trifft, glaube ich nicht.
      Frohes Zittern in Westeuropa ab November.