Deutsche Unternehmen ziehen sich aus Ebola-Krisenstaaten zurück

In Guinea, Liberia und Sierra Leone gibt es aktiv tätigen deutschen Unternehmen mehr. Nur noch medizinisches Fachpersonal ist vor Ort. Die Gefahr einer Ansteckung in den Krisengebieten ist groß. . In Ländern wie Senegal, dem Kongo und Nigeria – wo nur vereinzelt Ebola-Fälle aufgetreten sind – seien deutsche Unternehmen weiter aktiv.

Die deutsche Wirtschaft hat sich komplett aus den drei am schlimmsten von der Ebola-Seuche betroffenen westafrikanischen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone zurückgezogen. „Es ist keiner mehr da“, sagte der Vorsitzende des Afrika-Vereins der deutschen Wirtschaft, Stefan Liebing, am Dienstag in Berlin. Zuletzt seien etwa zehn Unternehmen mit Mitarbeiter vor Ort gewesen, dieIn Guinea, Liberia und Sierra Leone gibt es aktiv tätigen deutschen Unternehmen mehr. Nur noch medizinisches Fachpersonal ist vor Ort. Die Gefahr einer Ansteckung in den Krisengebieten ist groß. . In Ländern wie Senegal, dem Kongo und Nigeria – wo nur vereinzelt Ebola-Fälle aufgetreten sind – seien deutsche Unternehmen weiter aktiv.

vor allem Infrastrukturprojekte vorbereitet hätten. In Ländern wie Senegal, dem Kongo und Nigeria – wo nur vereinzelt Ebola-Fälle aufgetreten sind – seien deutsche Unternehmen weiter aktiv. „Dort laufen die Dinge normal weiter“, sagte Liebing.

Der Afrika-Verein befürchtet, dass der gesamte Kontinent durch die Seuche zurückgeworfen wird. „Afrika war gerade dabei, ein bisschen zur Mode zu werden in der deutschen Wirtschaft“, sagte Liebing. Die Ebola-Epidemie in Westafrika – der seit Jahresbeginn mehr als 4.000 Menschen zum Opfer gefallen sind – schrecke aber viele Interessenten ab. Das sei nicht immer gerechtfertigt. „Die Hysterie ist ansteckender als Ebola selbst“, sagte der Vorsitzende des Afrika-Vereins. „Bei einer Grippewelle in Moskau sagt auch niemand seine Wochenendreise nach Paris ab.“ Die Gefahr sei groß, dass durch die Krise in den drei Staaten auch die anderen 51 afrikanischen Länder in Mitleidenschaft gezogen würden.

Ein nach Leipzig ausgeflogener Ebola-Patient aus Westafrika ist in der Nacht zum Dienstag gestorben. Das teilte das Leipziger Klinikum St. Georg mit. Der 56-Jährige sei trotz intensiv-medizinischer Maßnahmen der Infektion erlegen.

Indes besteht Hoffnung auf die Entwicklung eines Wirkstoffes gegen Ebola. Das chinesische Pharma-Unternehmen Sihuan Pharmaceutical Holdings steht nach eigenen Angaben kurz vor einem Durchbruch bei der Zulassung eines Ebola-Medikamentes. Mit Hilfe der Militärakademie für medizische Wissenschaften solle das Zulassungsverfahren für das Medikament JK-05 beschleunigt werden, teilte Unternehmens-Chef Che Fengsheng am Dienstag mit. Vergangene Woche sei ein dementsprechendes Abkommen mit der Akademie unterzeichnet worden. JK-05 wurde von der Militärakademie entwickelt und ist derzeit nur für militärische Notfälle in China zugelassen.

Schon Ende des Jahres könne das Medikament bei der chinesischen Aufsichtsbehörde für Arzneien angemeldet werden, sagte Che. Sein Unternehmen hat nach seinen Angaben hervorragende Verbindungen zum Militär. Die Ursprünge der Pharma-Firma liegen in der militärischen Forschung. 2001 hatte eine Gruppe Wissenschaftler aus diesem Bereich die Firma gegründet, die eng mit der Militärakademie für medizische Wissenschaften zusammenarbeitet.

Bislang gibt es weder einen Impfstoff noch ein Heilmittel gegen das Ebola-Virus. Derzeit befinden sich eine ganze Reihe von Ebola-Medikamenten in der Entwicklung. Der britische Pharmariese GlaxoSmithKline ist eines von mehreren Unternehmen, die mit Tests an Menschen begonnen oder diese angekündigt haben. Zu dem Kreis gehören auch die US-Firmen Johnson & Johnson, NewLink Genectics, Inovio Pharmaceuticals und Profectus Biosciences.

Die Furcht vor einer weiteren Ausbreitung der Seuche Ebola beflügelt einzig die Anbieter von Schutzbekleidung. Lakeland und Alpha Pro gewannen im vorbörslichen US-Geschäft zwei beziehungsweise 6,5 Prozent. Konkurrent Versar legte zeitweise sogar um 88 Prozent zu. Die beiden ersteren haben ihren Kurs seit Wochenbeginn bereits mehr als verdreifacht. Versar hinkt bisher hinterher.

Gefragt waren auch Chembio Diagnostics. Die Papiere des Anbieters von Infektionsschnelltests rückten vorbörslich 14 Prozent vor. Sharps, Spezialist für die Entsorgung medizinischer Abfälle, notierte 13 Prozent höher. Die in den USA gelisteten Aktien von Tekmira legten drei Prozent zu. Ein experimentelles Medikament des kanadischen Konzerns wird zur Bekämpfung von Ebola eingesetzt.

Die Marktkapitalisierung dieser Unternehmen liegt zwischen 56 und etwa 200 Millionen Dollar. Lediglich Tekmira ragt aus dieser Gruppe mit einem Börsenwert von gut 500 Millionen Dollar heraus.

Kommentare

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  1. cashca sagt:

    Recht haben sie.
    Diese gefährdeten Länder sollte jeder meiden, wenn er kein Risiko eingehen will.
    So wie die dort leben, muß man sich über nichts wundern.
    Trotz über viele jahrzehnte Entwicklungshilfe hat sich da nichts geändert. wo ist das geld geblieben? Sie habe damit weder infrastruktur geschaffen noch sonst was . keine kranlenhäuser, keine schulen, keine ausreichenden Wasserversorgungswerke, keine anständigen Wohnungen, nichts wurde erstellt. Sie hausen weiter in ihren Hütten .wir eh und jeh.
    Kommt dan eine Epidemie, wie jetzt Ebola, dann haben sie nichts. Keine Krankenhäuser und keine austreichende Versorgung.
    Warum wurden denn mit den Hilfsgeldern keine Krankenhäuser aufgebaut?
    Wo ist das viele Geld, die Milliarden, die dort hinflossen?

    Dann wir erneut nach dem Westen und dem rest der Welt gerufen.
    Keinen Euro spende ich mehr, er landet weiß Gott wo, nur nicht da, wo er landen soll.
    Und wieder schreien alle nach Spenden.
    Kann der eigene Staat nicht endlich mal für die Bürger das Notwendige bereitstellen? Wenn man wollte, wäre das möglich.

  2. Ogolius sagt:

    Was kümmern uns die armen Länder – dort ist sowieso nix zu holen … Genau dieses Gedankengut hat uns Ebola eingebrockt! Über Jahre war diese Krankheit bekannt, in all ihren Auswirkungen und Formen. Keiner der Pharmakonzerne hat es der Mühe wert gefunden, Grundlagenforschung dahingehend zu betreiben, denn was kümmern uns diese Länder – es gibt kein Geld…. Nun – wie beim Zauberlehrling – jetzt ist es 5 nach 12 und die Geister werden wir nicht mehr los. Vielleicht ist nicht das Geld allein
    das zählt, der rechtzeitige Blick über den Tellerrand der jeweils Verantwortlichen hätte uns dieses Desaster erspart. Jaja – auch der geistigsoziale Weitblick will bezahlt werden … Die Maschinen für Hirn und Verantwortung funktionieren leider nur mehr mit einem Münzeinwurf! Wir werden viel Glück für diese Zukunft brauchen, denn rechtzeigte Vernunft ist Mangelware ….

  3. Flori sagt:

    „Gefahr zu gross“. Deshalb ziehen sich Unternehemen aus den Ebola-Staaten zurück. Es ist ein Skandal, dass wir im Gegenzug Ebola-Infizierte nach Deutschland holen. Der Schutz der eigenen Bevölkerung ist nachrangig, die Gutmenschen regieren! Bin gespannt was passiert, wenn die ersten Infizierten in Deutschland 100te von Ansteckungen verbreiten. Dann wird es nicht genügend Quarantäneplätze geben. Wer hat dann Schuld an diesem Desaster? Die Beruhigungspillen, die unsere Politiker derzeit verteilen sind es, die mich beunruhigen. Es gibt jede Menge Beispiele in jüngster Zeit für die Lügen der Politiker. Beispielsweise alles im Zusammenhang mit Euro, EZB und Rettungsfonds.